Tag 0+317

Dachte, bin auf den Moment vorbereitet. X-Mal bin ich in Gedanken den Moment durchgegangen. Bestimmt hunderte Male. Es würde noch dauern. Dachte ich. Leider nicht. Am Arsch vorbereitet. Syrer hat SIE getroffen. Nachts in Begleitung. Er nannte ihn, IHREN “neuen Freund”. Das Verhalten der beiden gaben wohl Anlass, ihn so zu nennen. Syrer entnahm meiner Reaktion wohl, dass ich gerade innerlich auf die Fresse falle. Seine sonst so cool-souveräne Art wich schon fast Fürsorge. Er kenne ihn von früher. Sei ein Arsch. Nannte mir seinen Namen. Ich kenne ihn nicht. Wenigstens etwas. Die anschließende Wanderung mit Miststück erlebte ich in Trance. Scheiß die Wand an! War völlig abwesend. Dennoch froh dass ich, zeitweise wenigstens, etwas abgelenkt war. War Miststück selten so für Ihre reine Anwesenheit dankbar. Danach hatte ich das unheimliche Bedürfnis ne Bikerunde zu drehen. Der verdammte Talismann, den SIE mir geschenkt hatte und der immer dabei ist, bewahrte mich davor das Gehirn abzuschalten und durchzudrehen. So fuhr ich nach ner Stunde wieder nach Hause. Langsam und kontrolliert. Jetzt scheint es wirklich loszugehen. Jetzt kommen die Geister die ich rief. Fuck. Habe Angst vor den nächsten Tagen. Vor den Nächten noch mehr. Aber muss das ganze verarbeiten. Kann nicht davor weglaufen. Es darf auch kein zurück geben. Das war nun mal der Plan. Der einzige. Und hoffentlich der richtige. Das schreiben hier, vor dem ich mich die letzten Monate gedrückt habe, aus Angst einen seelischen Absturz zu erleiden, wird mir heute vielleicht helfen. Helfen ein Stück der Verarbeitung zu bewältigen. Ein kleines Stück. Ein Anfang. Ich hoffe und deswegen schreibe ich. Zeigt mir, wie angeschossen ich bin. Ich sehe ihn vor mir. Den Neuen. Lt. Beschreibung hat er längere Haare. Sonst weiß ich nichts. Trotzdem plagt mich mein Gehirn mit genauesten Bildern. Bilder von ihm. Bilder von beiden. Bilder wie sie Spaß haben. Glücklich sind. Und die scheiß Nacht hat noch nicht mal angefangen. Zugleich hoffe ich dies. SIE soll glücklich sein. SIE soll endlich das alles haben, was ich IHR nicht geben konnte. All das, was SIE sich so sehnlich wünscht. Auch das war der Plan. Er muss gut aussehen. Wenn er dies nicht täte, hätte Syrer dies ausführlich kundgetan. Groß ist er. Sportlich. Markant. Intelligent. Schließlich ist SIE die schönste und anspruchsvolle Frau die ich kenne. Muss so sein. Scheiss die Wand an. Nur noch ne halbe Schachtel Kippen. Ich frage mich, wie ich mich fühlen würde, wenn ich nicht die zahlreichen Ablenkmanöver gestartet hätte. Die Goldene, Miststück, Frau Lehrerin und n paar andere und natürlich Sue. Die gute Sue. Seitdem weiß ich, dass ich zwei Frauen lieben kann. Auf ganz unterschiedlich Weise. Oder auch nicht. Vielleicht wars mit IHR auch nur Gewohnheit. War schließlich mein halbes Leben. Darauf hoffe ich. Denn dann kann ich’s mir vielleicht irgendwann einfach abgewöhnen. Ich habe das nun vor mir, was SIE hinter sich hat. SIE hat sich wohl intensiv mir unserer Trennung auseinander gesetzt. Schrieb mir monatelang und nächtelang Nachrichten. In allen Varianten. In allen Lebenslagen. Es müssen Hunderte gewesen sein. Ich habe nur eine Handvoll beantwortet. Nüchtern und linear. Abweisend. Extrem abweisend. Kalt und gefühllos. Wir haben uns, in der langen Zeit, mehrmals getrennt. Und immer wieder zueinander gefunden. Egal was war. Der Plan sah vor, das dies nun nicht mehr passiert. SIE hat es immer verstanden, extreme Situationen, von der psychologischen Seite anzugehen. Das Problem gründlich und an der Basis zu packen. Könnte SIE IHRE Emotionen dabei ausblenden, würde ich SIE als genialen Vollprofi bezeichnen. Im Gegensatz zu mir. Ich verdränge einfach nur. Befürchte aber, dass Ding ist dieses Mal zu groß um einfach verdrängt zu werden.

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2 Gedanken zu „Tag 0+317

  1. […] Eis wird dünner. Damals hoffte ich, dass es nicht noch weiter runter geht. Aber nach 880 Tagen habe ich meinen bisherigen […]

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  2. […] empfunden habe. Aber was für ein Typ? Es muss der Physiotherapeut sein, den mir Syrer schon vor sehr langer Zeit nannte. Wusste nicht, dass es immer noch dieser ist. Hoffte ja insgeheim, dass Sie wieder solo ist. […]

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