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Archive for the ‘Leben’ Category

Heute, nach einer Ewigkeit nehme ich mir meinen Blog wieder vor. Ich hatte einst 10-Jähriges. Dann kam diese verrückte DSGVO und ich bin erstmal in die Unsichtbarkeit versunken. Und heute….? Schreiben. Kann ich das? Will ich das? Wofür? Warum schrieb ich? War es die Hoffnung auf Likes, die Hoffnung, gesehen, gehört zu werden? Anerkennung für ein paar schöne Zeilen…? Es ist still geworden. Ich hatte mal einen Moment, an dem ich dachte, kreativ zu sein. Und dann las ich anderes. Dann dachte ich, dass ich aufklären könnte und ich las anderes. Dann dachte ich, dass ich unterhaltsam sein könnte und ich las anderes. Was bin ich im Vergleich? Erst dann mit dem Blick auf andere werden wir zum ICH. Schaffung der Identität durch das Gegenüber. So ist es doch…? Schreibe ich nur für mich – so schreibe ich Tagebuch. Ich liebe diese schön gebundenen, farbenfrohen kleinen Bücher, die kleinen Kunstwerke mit dem unverschämt hohen Preis…. Nur schreibe ich digital schneller als mit der Hand und vor allem kann ich oft selbst meine offline Schrift nicht gut lesen….

Das Problem bei so einem Blog ist, dass es früher oder später Menschen gibt, die mich real kennen und damit bleibe ich nun doch nicht mehr anonym. Überdenke, was ich schreibe. Überdenke zuviel. Bin nicht mehr frei. Ich schaue zu sehr nach denen, die mir lieb sind. Was denken Sie über das und das? Es ist mir eben wichtig. Aber damit mache ich mich doch am Ende abhängig. von ihrer Sicht, ihrem Wohlwollen. Und genau das möchte ich aber nicht. …Frei sein… Was so banal klingt…. für mich ist es das nicht. Wer mich sehr gut kennt, weiß, wie wenig ich für MICH etwas tue, sondern oft, zu oft, den anderen im Blick habe. Gefallen will. Vielleicht ist eine ewige Suche nach etwas. Und der Spagat ist dann der Moment, etwas schreiben und veröffentlichen zu wollen, um Gehör zu finden und zugleich bei mir zu bleiben und nur das so zu schreiben, wie es für mich passt. Die Gedanken sind frei. Verrückt. Wie oft habe ich in meiner Jugend dieses Lied gesungen. In der Schule und sonst wo. Es war eine Hassliebe. Denn so wirklich mochte ich es nicht… Und dann ist es aber so. Die Gedanken sind frei. Ich kann und darf denken was ich will. Ich muss nicht alles schreiben, aber zumindest kann ich Worte denken. Und wie wäre es, völlig frei auch alles zu schreiben. Hm. Vermutlich gibt es dann immer irgend einen Moment, in dem man jemandem zu nahe tritt, wenn man es veröffentlicht. Also sind die geschriebenen Worte nur bedingt frei. Das spricht dann sehr für das echte Tagebuch. Verschlossen. Und geheim. Im Todesfall dann die Erkenntnis für andere. Und selbst hat man aber keine Resonanz bekommen. Bloggen ist also doch kein echtes Online-Tagebuch. Nur quasi eben.

Was die Nutzer angeht, die mich kennen… Was wäre, wenn ich einen 2. und einen 3. Blog aufmache. Den Namen nicht bewerbe, keine Infos kommuniziere. Auch dann dürfte ich nicht alles, aber ich könnte zumindest Bekannte vor dem Bekanntwerden meiner Gedanken schützen…. Ist es das? Und was schreibe ich dann…? Etwas ganz anders… Vielleicht mal was über Sex? Oder meine Eindrücke aus der verrückten Arbeitswelt? Oder die nicht weniger verrückte Partnerschaft? Oder was zum chaotischen Alltag mit den Kindern? Es gibt Vieles und wenn ich nicht für die Leser schreibe, um Likes zu bekommen, dann müsste ich mir wohl gut überlegen, was mir wichtig ist.  Vielleicht will ich auch nur dichten – oder Geschichten schreiben, so gut oder schlecht wie ich es eben kann… Dinge, die ich so keinem zumuten möchte. Vielleicht will ich aber auch das Gespräch mit dem Leser. Einen Dialog führen. Einen Austausch.

Also zurück… Die Gedanken sind frei und ich bin frei. Es gab eine Zeit, da habe ich einfach gemacht. Ich habe jahrelang keine Likes bekommen – das war einfach nicht üblich bzw. ich bin niemandem gefolgt und dadurch auch mir keiner und so hatte ich auch keine Leser. Ganz einfach. Es sei denn, jemand ist aus Zufall mal an dem Thema hängen geblieben. Ich wollte das aber auch nicht anders. Ich war zufrieden. Ich wollte das einfach nur für mich. Für mich festhalten. Gedankengänge. Worte. Es war dafür kein Platz in meinem Tagebuch. Es gab da nochmal diese andere Ebene. Schwafeln würde ich es nennen. Eine Wand zutexten könnte man auch sagen. Es musste ja auch keiner lesen. ABER es könnte ja jemand lesen. Allein das reichte als Motivation. Verrückt irgendwie. Faszinierend zugleich. Und plötzlich schrieb ein Teil von mir Dinge, die ich sonst nie verfasst hätte, die ich gar nicht geglaubt hätte, so formulieren zu können und zu wollen. Und auch jetzt…. Ich spreche am Ende mit mir selbst. Wie ich damit umgehe. Warum und wieso das so ist. Und reflektiere das ein wenig. Hilfreich ist es vielleicht nicht. Aber es befriedigt komischer Weise einen Teil meines Wesens, diese Worte hier auf dem Blatt entstehen zu sehen. Ist es dafür? Etwas Neues zu schaffen. Etwas Eigenes. Eine Kombination aus Worten, die es so noch nicht gab. Ja. Keiner muss das lesen. Nicht verstehen. Es ist nur ein Knäul. Verfilzt. Aber ich kann auch sagen: Ich schreibe, also bin ich. Einfach nur für mich.

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Alle Jahre wieder

… das Lied fällt mir gerade ein…

Ich bin aufgewacht, so stark sind meine Halsschmerzen. Der Hals ist rot und zugeschwollen. Und das kurz vor Weihnachten.

Ich bin noch mit „Kind krank“ zu Hause… seit langem mal wieder. Aber dass es mich selbst noch treffen könnte… hatte ich nicht auf dem Schirm. Vor zwei Jahren lag ich schonmal krank unterm Weihnachtsbaum. Es gab ein großes Buffet und ich konnte nichts essen, außer etwas Banane und Zwieback. Das war schon hart.

Habe mich gerade aus dem Bett gequält und mir einen Pfefferminztee gemacht und auch etwas Ingwer reingeschnitten. Meine Hausärztin meint immer, das Einzige – was hilft – sind ätherische Kräuter, wenn es etwas virales ist… also Pfefferminze, Salbei oder Eykalyptus.

Man sollte dann etwas wählen, was man sonst eher nicht konsumiert. Ich trinke gern Roibush-Tee und ab und an Kräutertee… aber Pfeffi pur… eher nicht… und entscheide mich für ihn.

Jetzt noch warten… bis er gezogen ist… also schnell noch drei Sätze schreiben…

Dann trinken und dann schlafen…

Die Frage ist nur, ob ich morgen Abend überhaupt zur geplanten Weihnachtsfeier gehen will und kann… das wäre dann wieder eine große Party mit riesigem Buffet, die ohne mich stattfinden muss… 😕

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Es bleibt nicht aus… ich bin mit dem Thema der Akzeptanz der Realität auch inmitten des Themas „Akzeptanz der Grenzen“ gelandet.

Diese sind immer da, aber ich war oft dabei, die großzügig übersehen zu wollen und habe sicher auch damit die realen Grenzen ein bisschen Richtung der Träume verschoben. Nur: Hat mir das nicht gereicht. Ich könnte sagen, dass ich ewig auf der Suche nach dem und dem war… gehofft und gewünscht habe und vergaß, was ich schon hatte und habe.

Neben einem Kreisel als Symbol der Realität habe ich mir in Erfurt vor einer Woche eine Zeitschrift am Bahnhofskiosk gekauft. Wir waren viel zu früh da… und ich finde Lektüre grundsätzlich sinnvoller, als mir irgendetwas zum Einstauben mitzunehmen… Und da wir soviel Zeit hatten, war Gelegenheit zum Stöbern…. Und so habe ich mir eine „Psychologie Heute Compact“ gegönnt – mit dem Titel „Mut zur Veränderung“. Und ich finde, das passt auch. Denn noch glaube ich, mich verändern zu können, wenn auch nicht in Massen… aber in Maßen.

Gut finde ich, wie in der Zeitschrift beschrieben wird, wie sehr das verändert, wenn man einen wichtigen Menschen verloren hat. Routinen. Selbstverständlichkeiten. Momente. Gespräche. Gedanken.

Und interessant fand ich, dass es nach jeder Veränderung, egal ob gewollt oder ungewollt, sei es im Job, in der Partnerschaft, in der Familie… etwas gibt, was man loslassen muss. Was nicht wiederkommt. Und das verursacht Trauer und eine instabile Identität. Dieser Prozess wird wohl von vielen vermieden bzw. unterdrückt. Alles soll schnell „wieder gut“ werden, man soll doch nach vorn schauen. Es ist doch nicht so schlimm… das andere ist doch auch gut… positiv denken und so…

Das mag im Grunde auch nicht gänzlich verkehrt sein, aber es ist vielleicht erstmal eher ein Gefühl, wie der gleichnamige Artikel von Ursula Nuber in diesem Magazin beschreibt, nämlich wie „im Niemandsland“. Nicht Fisch, nicht Fleisch. Das Eine ist nicht verdaut, nicht verarbeitet, und das Neue hat sich noch nicht formatiert. Diese Phase mit all seinem Abschiedsschmerz ist ein „Lebensübergang“. Diese Phase MUSS bewältigt werden, dazu gehört die Veränderung zu akzeptieren und uns Zeit für den Schmerz zu lassen. Ich habe im letzten Jahr selbst eine Beerdigung organisiert. Und im Nachgang war diese zwar sehr gelungen, aber die Orga auch eine Form der Ablenkung, um das quälende Leid nicht so sehr spüren zu müssen. Später kam dann nochmal richtig die Keule und selbst jetzt nach einem Jahr ist genau dieser Abschied immer noch nicht überwunden und verarbeitet.

„Die meisten Menschen verweigern nicht die Veränderung, sondern den Übergang“ lese ich im Artikel und das stimmt… es ist der Übergang gemeint von einer Lebensphase in die nächste…

Und übrigens zählt nicht nur die plötzliche Veränderung von außen dazu, sondern auch „etwas Erwartetes passiert nicht“ – also ein „Nichtereignis“ – wie z.B. Menschen bekommen keine Kinder, oder werden nie mehr richtig gesund etc…

Die „Ablösung“ kann schnell geschehen (Scheidung, Tod), während die „Auflösung“ nur in kleinen Schritten passiert. „Die Verhaltensweisen, Gewohnheiten und Denkmuster (…) müssen langsam verändert werden“. „Das aber geschieht gegen großen Widerstand. Obwohl man weiß, dass das Alte nicht mehr existiert, sträubt sich oft alles dagegen, es loszulassen und darum zu trauern“.

Es kommt zuweilen zum Identitätsverlust und die Frage „Wer bin ich?“ kann nicht mehr eindeutig beantwortet werden. Es wird etwas altes abgestriffen, das mit dem Häuten einer Schlange verglichen wird… und später folgt die Desillusionierung… „Es gibt keinen Weihnachtsmann“… Und dann packt uns die Ernüchterung… und wir sehen die Realität: „Es wird nicht mehr so, wie es mal war“.

In jedem Fall braucht es Zeit… und die Akzeptanz dafür, dass es diese Zeit braucht. Zeit für sich. Echte Leerräume ohne Kontakt… vielleicht in der Natur… verstehen… nachfühlen… betrauern… ohne Fernseher/Handy/Freunde… die einsame Berghütte…

Wie sich mir gerade das Bild zu Cluesos neuem Video aufmacht, „Wie versprochen“, das mich so sehr angesprochen hat…. bei dem ich so einen Drang gespürt habe, raus zu gehen, zu mir zu kommen…

In meinem Alltag mit Arbeit und Familie ist davon einfach zu wenig. Immer gibt es irgendetwas zu tun…

Das ist wohl der Weg… Zeit für mich…

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