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ImageAm 29.11. war ich im Kino….Gut eine Woche später und ich halte es in den Händen… das Buch zum Film „Der Trafikant“….

Es ist schon spät. Der Weihnachtsbaum steht ganz frisch im Zimmer. Noch in seinem natürlichen Grün, wartend auf den Moment, für den er gepflanzt wurde…. Ich überlege, den Baum wie sonst schon am Abend mit der Lichterkette zu bestücken… aber ich kann das Buch nicht liegen lassen. Es will von mir angefasst werden. Es will gelesen werden. Dringend. Und ich tue ihm den Gefallen.

Der Umschlag ist weich und fest. Ich streiche über den Rücken und bin erstaunt und entzückt zugleich. Was für ein schönes Gefühl. Der kleine runde Aufkleber sorgt für eine kleine Gänsehaut. Was ist das nur für ein Buch?

Eingemummelt beginne ich zu lesen. Draußen wird es stürmischer. Der Wind drückt gegen die Scheiben und Fenster, die knacken und knarzen, als wären es 1000 Jahre alte Eichen.

Später gesellt sich das Prasseln und Klopfen des Regens dazu. Wie es klingt, wenn die Tropfen auf das Blech schlagen…! Wunderschön. Auf seine Weise.

100 Seiten habe ich nun gelesen und ja… der Film ist nah dran, auch was die Dialoge anbelangt, aber das Buch transportiert wirklich noch viel mehr. Das Feine, das Sehnen des Mannes nach dieser Frau…. beschreibt, was es mit ihm macht, im Herz und zwischen den Lenden.

Es zeigt die sanfte Erotik so leicht und doch so klar auf, dass ich beim Lesen erstaunt bin, wie man dies in solche Worte fassen kann ohne zu pervertieren… und gleichzeitig all das zu beschreiben, was passiert…

Ich denke auch beim Lesen manchmal an den Film. An einzelne Sequenzen. Gemeinsamkeiten. Unterschiede. Aber der Film bleibt mehr an der Oberfläche. Er zeigt zwar das Bedürfnis und die Liebe, aber nicht in ihrer Tiefe. Obwohl das Buch manche Momente viel schneller abhandelt, kann ich viel mehr in die Geschichte eintauchen…

Jetzt bin ich müde und das Buch muss noch etwas warten, bis ich es weiter lese… denn es wird Zeit für mich schlafen zu gehen…

Und noch ein kleines Zitat:

„Franz beschloss, nun dem zweiten Lösungsvorschlag des Professors nachzugehen und Anezka zu vergessen. Er bemühte sich sehr, doch als nach über drei Wochen immer noch die Abdrücke ihrer kleinen Hände auf seinem Hintern glühten… gab er die Sache mit dem Vergessen wieder auf…“ (S. 96)

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Es bleibt nicht aus… ich bin mit dem Thema der Akzeptanz der Realität auch inmitten des Themas „Akzeptanz der Grenzen“ gelandet.

Diese sind immer da, aber ich war oft dabei, die großzügig übersehen zu wollen und habe sicher auch damit die realen Grenzen ein bisschen Richtung der Träume verschoben. Nur: Hat mir das nicht gereicht. Ich könnte sagen, dass ich ewig auf der Suche nach dem und dem war… gehofft und gewünscht habe und vergaß, was ich schon hatte und habe.

Neben einem Kreisel als Symbol der Realität habe ich mir in Erfurt vor einer Woche eine Zeitschrift am Bahnhofskiosk gekauft. Wir waren viel zu früh da… und ich finde Lektüre grundsätzlich sinnvoller, als mir irgendetwas zum Einstauben mitzunehmen… Und da wir soviel Zeit hatten, war Gelegenheit zum Stöbern…. Und so habe ich mir eine „Psychologie Heute Compact“ gegönnt – mit dem Titel „Mut zur Veränderung“. Und ich finde, das passt auch. Denn noch glaube ich, mich verändern zu können, wenn auch nicht in Massen… aber in Maßen.

Gut finde ich, wie in der Zeitschrift beschrieben wird, wie sehr das verändert, wenn man einen wichtigen Menschen verloren hat. Routinen. Selbstverständlichkeiten. Momente. Gespräche. Gedanken.

Und interessant fand ich, dass es nach jeder Veränderung, egal ob gewollt oder ungewollt, sei es im Job, in der Partnerschaft, in der Familie… etwas gibt, was man loslassen muss. Was nicht wiederkommt. Und das verursacht Trauer und eine instabile Identität. Dieser Prozess wird wohl von vielen vermieden bzw. unterdrückt. Alles soll schnell „wieder gut“ werden, man soll doch nach vorn schauen. Es ist doch nicht so schlimm… das andere ist doch auch gut… positiv denken und so…

Das mag im Grunde auch nicht gänzlich verkehrt sein, aber es ist vielleicht erstmal eher ein Gefühl, wie der gleichnamige Artikel von Ursula Nuber in diesem Magazin beschreibt, nämlich wie „im Niemandsland“. Nicht Fisch, nicht Fleisch. Das Eine ist nicht verdaut, nicht verarbeitet, und das Neue hat sich noch nicht formatiert. Diese Phase mit all seinem Abschiedsschmerz ist ein „Lebensübergang“. Diese Phase MUSS bewältigt werden, dazu gehört die Veränderung zu akzeptieren und uns Zeit für den Schmerz zu lassen. Ich habe im letzten Jahr selbst eine Beerdigung organisiert. Und im Nachgang war diese zwar sehr gelungen, aber die Orga auch eine Form der Ablenkung, um das quälende Leid nicht so sehr spüren zu müssen. Später kam dann nochmal richtig die Keule und selbst jetzt nach einem Jahr ist genau dieser Abschied immer noch nicht überwunden und verarbeitet.

„Die meisten Menschen verweigern nicht die Veränderung, sondern den Übergang“ lese ich im Artikel und das stimmt… es ist der Übergang gemeint von einer Lebensphase in die nächste…

Und übrigens zählt nicht nur die plötzliche Veränderung von außen dazu, sondern auch „etwas Erwartetes passiert nicht“ – also ein „Nichtereignis“ – wie z.B. Menschen bekommen keine Kinder, oder werden nie mehr richtig gesund etc…

Die „Ablösung“ kann schnell geschehen (Scheidung, Tod), während die „Auflösung“ nur in kleinen Schritten passiert. „Die Verhaltensweisen, Gewohnheiten und Denkmuster (…) müssen langsam verändert werden“. „Das aber geschieht gegen großen Widerstand. Obwohl man weiß, dass das Alte nicht mehr existiert, sträubt sich oft alles dagegen, es loszulassen und darum zu trauern“.

Es kommt zuweilen zum Identitätsverlust und die Frage „Wer bin ich?“ kann nicht mehr eindeutig beantwortet werden. Es wird etwas altes abgestriffen, das mit dem Häuten einer Schlange verglichen wird… und später folgt die Desillusionierung… „Es gibt keinen Weihnachtsmann“… Und dann packt uns die Ernüchterung… und wir sehen die Realität: „Es wird nicht mehr so, wie es mal war“.

In jedem Fall braucht es Zeit… und die Akzeptanz dafür, dass es diese Zeit braucht. Zeit für sich. Echte Leerräume ohne Kontakt… vielleicht in der Natur… verstehen… nachfühlen… betrauern… ohne Fernseher/Handy/Freunde… die einsame Berghütte…

Wie sich mir gerade das Bild zu Cluesos neuem Video aufmacht, „Wie versprochen“, das mich so sehr angesprochen hat…. bei dem ich so einen Drang gespürt habe, raus zu gehen, zu mir zu kommen…

In meinem Alltag mit Arbeit und Familie ist davon einfach zu wenig. Immer gibt es irgendetwas zu tun…

Das ist wohl der Weg… Zeit für mich…

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Heute habe ich den Kleinen als Mittagskind abgeholt. Fühle mich selbst leider immer noch nicht fit. Also erstmal kurze Pause nach dem Ankommen: Etwas essen und einen Kaffee trinken.

Dann „muss“ ich ran. Ninjago-Karten spielen. Also gemeinsam auf das große Gästebett mit vielen Kissen gelümmelt, unter die Kuscheldecke, so wird’s gemütlich und sehr nett.

Das Kartenspiel Ninjago spielen wir auf dem Level wie Autokarten, wobei es allerdings nur vier Werte zum Ansagen gibt.

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Mein Jüngster hat schon gut die Zahlen gelernt und kann nun langsam auch mit Bonuskarten rechnen, die 10-er Schritte sind schon gut machbar, bei +15 fragt er mich noch … Ich bin restlos begeistert, wie er das macht. Natürlich will er gewinnen und manchmal fliegen die Karten, weil ich zu viele bekommen habe… oft hat er aber mehr Glück als ich und manchmal lasse ich ihn einfach gewinnen… oder begrenze rechtzeitig: „noch 5 Minuten“ – das funktioniert auch gut, wenn ich merke, dass seine Grenze erreicht ist.

Heute hatten wir beim Spiel noch einen gemeinsamer Lachflash nach einer netten Situation: Er schnappt sich einfach eine Karte und sagt, das wäre jetzt seine und steckt sie mitten in seinen Stapel. Ich fand das so putzig, da es so offensichtlich war, dass ich ihm nicht böse sein konnte. Im Gegenteil. Zumal er ja die Regel ganz genau kennt… So saßen wir beide und haben miteinander einfach Tränen gelacht. Was für ein schöner Moment. Und klar war ab da auch… seine Grenze, nach Regeln weiter spielen zu wollen, war erreicht.

Manchmal spielen wir auch Autokarten – dort gehen die Zahlen ins 5-stellige (z.B. „12500 Umdrehungen pro Minute“) – und je nach Müdigkeitszustand ist das für ihn mit seinen 5 Jahren auch schon richtig gut machbar.

Mit meinem Großen kamen solche Karten erst, als er die Zahlen schon konnte. Jetzt sehe ich es als ein echtes Lernspiel. Sehr, sehr cool und – neben UNO & Co – voll zu empfehlen.

Eine Mutti hatte mir übrigens noch Tierkarten nahe gelegt – als Alternative zu Autokarten und vielleicht auch für manche Mädchen interessanter. Möchte ich auch unbedingt mal testen…

Nach dem Karten-Spiel habe ich mich erstmal „nur kurz“ hingelegt … bzw. bin liegen geblieben… War einfach nur ko… müde… Mein Kleiner durfte in der Zeit ausnahmsweise ans Tablet, was sonst unter der Woche tabu ist. Praktisch finde ich das aber, denn wenn ich durchs Schlafen so völlig ausfalle, kann ich mich einfach nicht kümmern. Zumal ich dabei vorher noch etwas steuern kann, was er in der Zeit – gern – macht.

Meist spielt er am Wochenende „Minecraft“ am Tablet, eine halbe Stunde an Tag, sofern wir zu Hause sind. Heute war „inventioneers“ dran.

Er kann bei diesem Spiel entweder Logikrätsel lösen… oder selbst eigene kreieren… also einzelne Elemente so anordnen, bis sie eine logische Kettenreaktion durchlaufen, nachdem der Auslöser betätigt wurde… so ein bisschen wie eine Dominoreihe, nur eben viel komplexer. Ich kannte das Spiel am PC noch als „incredible machine“ und habe es von allen Spielen mit am meisten geliebt. Diese Variante hier hat noch witzige Komponenten und lohnt sich auf jeden Fall!!

Manchmal sitzt er also ganz ernst und versucht, die vorgegebenen Rätsel zu lösen. Manchmal höre ich ihn nur noch gaggern, weil er irgendwelchen „Quatsch“ zusammengeschoben hat, siehe Bild ;-)

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Aus meinem „Mal-Kurz-Ausruhen“ wurden dann übrigens doch 2 Stunden… immer noch mit dem Kleinen unter einer Decke…

Er hat mich dann zum Glück dezent aufgeweckt, wobei er sehr entspannt und hochkonzentriert weiterbaute… Ich habe mich gefreut: Alles gut!

So kam es also, dass wir heute nicht zum Kinderkonzert der Philharmonie sind… Aber so ist es manchmal… mein Körper braucht wohl doch noch mehr Erholung, als ich gedacht hätte… und beim nächsten Konzert sind wir wieder dabei!

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