Kürzlich hatte ich in Kornwestheim etwas zu erledigen. Auf dem Weg dahin kam ich am Salamanderhaus vorbei, das sich im Kornwestheimer Outlook-Areal, das sich Salamander-Areal nennt, befindet.
Mir fiel dieses stattliche große Haus mit den wuchtigen Fassadendetails gleich auf.
Und schon erinnerte ich mich an die vielen bunten Salamander-Büchlein mit Lurchi und seinen Abenteuern.
Die ehemalige Schuhfabrik in Kornwestheim und ursprünglicher Hauptsitz der J. Sigle & Cie., die von Schuhmacher Jakob Sigle 1891 gemeinsam mit dem Kaufmann Max Levi gegründet wurde, stellt ein bedeutsames Monument der Industriearchitektur und Industrialisierung dar.
Nach der Aufgabe der Produktion umfasst es neben einem Factory-Outlet-Center der Salamander AG mehrere andere Bekleidungsgeschäfte und Dienstleister und umfangreiche Büroflächen.
Der 1885 in Ziegelmauerwerk errichtete und 1923 erweiterte Gebäudekomplex besitzt eine Gesamtnutzfläche von etwa 77.000 Quadratmetern.
Während der 1960er Jahre erlebte die Produktion im Salamander-Areal ihre Blütezeit und erreichte 1967 ihren Höhepunkt, als das Unternehmen am Standort Kornwestheim 11.000 Mitarbeiter beschäftigte und 13,5 Millionen Paar Schuhe produzierte.
Ab 1971 setzte der langsame Niedergang der Produktion ein, bedingt durch die Konkurrenz ausländischer Billighersteller. Nach wechselvoller Geschichte wurde am 1. Juli 2008 der Sitz der Salamander AG von Kornwestheim nach Offenbach am Main verlegt.
(Quelle Wikipedia)
Im 1. und 2. Stock des Historischen Alten Rathauses befindet sich das Urweltmuseum.
Mit der zusammengestellten Sammlung kann man einen hervorragenden Eindruck vom Aufbau des schwäbischen Schichtstufenlandes gewinnen. Es werden geologische Grundkenntnisse vermittelt.
Besonderes Erstaunen weckt Vielfalt wunderbarer Versteinerungen wie Saurier, Tintenfische, Seelilien oder Riesenammoniten.
Zu den Wahrzeichen der Stadt Aalen zählt das Historische Rathaus mit dem Spionturm.
Es wurde im 14. Jahrhundert erbaut und diente bis 1907 als Rathaus der Stadt Aalen.
Nach dem Stadtbrand 1634 wurde das Haus neu errichtet.
Zu diesem Anlass spendete die befreundete Reichsstadt Nürnberg eine Kunstuhr, von der seit einem weiteren Brand von 1884 nur noch der Kopf des „Spions von Aalen“ erhalten ist.
Das Gebäude beherbergt heute das Urweltmuseum.
Fellbach liegt an der nordöstlichen Stadtgrenze von Stuttgart
Die Lutherkirche ist traditioneller Mittelpunkt des Fellbacher Stadtzentrums.
Der Turm mit seinen prägnanten Fialen und dem aufgesetzten Osterglockentürmchen ist das Wahrzeichen der Stadt.
Der Turm ist der älteste Teil der Kirche. Er wurde 1518/19 erbaut und ist 40 Meter hoch.
Im Jahr 1085 wurde das Kloster in unmittelbarer Nähe des Blautopfs gebaut. Es wurde in den Jahren 1466 bis 1501 weitgehend erneuert.
Während der Reformation 1534 wurde das Kloster aufgelöst und ging in den Besitz der Herzöge von Württemberg über.
Nach der großen Kirchenordnung von 1556 wurde es zur evangelischen Internatsschule umgewandelt.
Zur Geschichte des Klosters.

Vom Blautopf zum Mühlenviertel
Der Blautopf liegt einzigartig und romantisch am Südrand der Schwäbischen Alb.
Mit seiner fast 22 m Tiefe ist die trichterförmige Quelle sicherlich Deutschlands schönste Karstquelle.
Besonders nach längeren Regenpausen erscheint der Blautopf mystisch blau.
Bei Hochwasser „kocht“ der Blautopf mit bis zu 32.000 Liter pro Sekunde über, im Jahresdurchschnitt schüttet er immerhin etwa 2.300 Liter pro Sekunde. Zu erklären ist dies mit dem Versickern des Regenwassers im verkarsteten Untergrund der Schwäbischen Alb.
Wir gehen von hier entlang der Blau zum Mühlenviertel.
Die Blautopfstadt liegt malerisch eingebettet umgeben von bewaldeten Höhenzügen und schroffen Felsen im Talkessel der Urdonau.
Sie wird nicht umsonst aufgrund dieser besonderen Lage die Perle der Schwäischen Alb genannt.
Die Blaubeurer Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen und Fachwerkhäusern verleihen der Stadt einen besonderen Charme.
Eine besondere Sehenswürdigkeit ist der Blautopf, eine tiefe,
trichterförmige Karstquelle. Unmittelbar daneben liegt die spätmittel-
alterliche Klosteranlage mit bedeutenden Kunstschätzen und dem
einzigartigen Badhaus der Mönche.
Diese beiden Sehenswürdigkeiten zeige ich euch im zweiten und dritten Teil dieses Beitrags.
Zunächst machen wir einen kleinen Bummel durchs Städtle.
Gleichzeitig weise ich auf meinen Stadtrundgang im Jahr 2013 hin.

Ich bin wieder zurück.
Vielen Dank für die guten Wünsche; mit geht es gut.
Ich habe eine Radiojodtherapie hinter mir. Wegen der Strahlung musste ich ein paar Tage in Quarantäne. Das klingt schlimmer als es ist. Es war alles ganz entspannt, ein Klinikaufenthalt ohne Spritzen etc. Nur eine radioaktive Jod-Kapsel musste ich schlucken und gewisse Regeln einhalten.
Die Verpflegung im Klinikum Stuttgart war ausgezeichnet, das Ärzte- und Pflegeteam kompetent und freundlich.
Mit Büchern und Strickzeug war es auszuhalten, obwohl der Langeweilepegel in den letzten beiden Tagen anstieg.
In den nächsten Tagen wird es hier ruhig sein. Ich muss für etwa eine Woche ins Krankenhaus.
Nichts Schlimmes, aber es muss sein.
Dieses Foto entstand, als ich letzten Freitag auf dem Plochinger Bahnhof auf die S-Bahn wartete, um zur Voruntersuchung nach Stuttgart zu fahren.
Man staune: Die S-Bahn war diesmal sogar pünktlich!
In der Esslinger Pliensaustraße 8 steht das „Paracelsushaus“.
Der Überlieferung nach, wohnte im 16. Jahrhundert der berühmte Arzt Theophrastsus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus, in diesem Haus.
Doch das entspricht wohl nicht den Tatsachen.
Fest steht nur, dass der Arzt zeitweilig in Esslingen wohnhaft war.
Der große Bau, der angeblich um 1502 errichtet wurde, diente seit 1548 als Herberge zum Goldenen Ochsen.
Das Haus wurde 1882 im Neorenaissancestil umgestaltet. Es war ursprünglich reich mit Dekorationsmalereien versehen. Dabon blieben nur das Bildnis des Paracelsus und das Stadtwappen.
Schon in der Mitte des 13. Jahrhunderts, kurz nach Erhebung Stuttgarts zur Stadt, wird ein Handelsplatz, ein forum mercatorium, urkundlich erwähnt.
Ab 1304 fanden regelmäßig Wochen- und Jahrmärkte statt, wo sich unter freiem Himmel Bauern, Händler, Gaukler und Bürger trafen. Außerdem hat man die neuesten Nachrichten erfahren.
Unter der Regentschaft des Grafen Ulrich V. und Ludwig I. wurde 1450 das Herrenhaus erschaffen, ein großes Fachwerkgebäude am Marktplatz. Im Erdgeschoss sind Verkaufsbuden und in den oberen Etagen Gerichtsräume untergebracht.
Als das Haus 1820 abgebrochen wird, stiftete König Wilhelm I. als Ersatz die sog. „Alte“ Markthalle, damit „die Frauen und Töchter unserer Weingärtner, geschützt vor den Unbilden der Witterung, ihre Produkte feil bieten können“.
Der Gemeinderat der Stadt Stuttgart beschließt 1906 an gleicher Stelle eine größere Halle errichten zu lassen, weil die alte zu klein war.
1910 wurde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben und Martin Elsässer gewann.
Der Entwurf Elsässers setzt auf den Kontrast von Innenraum und Gebäudeäußeren. Mit Arkaden, Erkern und Türmchen fügt sich die Fassade im gemäßigten Jugendstil harmonisch in die noch intakte Stuttgarter Altstadt, während das Gebäudeinnere für die damalige Zeit sehr modern konzipiert ist. Über die noch offen liegenden Stahlbetonträgern überspannte sich ein Glasdach, das Tageslicht für die Präsentation der Waren bietet.
Die Markthalle, mit 1,85 Mil. Goldmark erbaut, wird am 30. Januar 1914 eingeweiht und entwickelt sich mit über 400 Verkaufsständen rasch zu einem zentralen Handelsplatz für die Region.
Durch Kriegseinwirkungen wird die Halle 1944 schwer beschädigt.
1946 stellt man das Glasdach wieder her und 1953 erstrahlte sie wieder im alten Glanz.
1972 wird die Stuttgarter Markthalle unter Denkmalschutz gestellt.
Heute ist sie ein weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekanntes und beliebtes Schmuckstück – und für die Bevölkerung eine exquisite Einkaufstätte.
Nach aufwändigem Umbau öffnet der erste Stock für den Verkauf.
2003/2004 wird das Gebäude für 1,8 Mio Euro nach Originalplänen des Architekten Martin Elsässer umfangreich renoviert.
Das Dach wird neu eingedeckt, die Fassade vom Schmutz befreit und mit neuen Markisen ausgestattet.
Ein heftiger Skandal zu Beginn des 11. Jahrh. erschüttert Venedigs High-Society. Eine eingeheiratete Byzanz-Prinzessin benutzte am Hofe des Dogen beim Essen eine Gabel, so wie es in ihrer Heimat üblich war.
Daraufhin weigerten sich zahlreiche Damen der Stadt, weiterhin bei Tisch die Finger zu benutzen. Auch sie beginnen, die zweizinkigen Instrumente zur Hand zu nehmen.
Die Venezianische Priesterschar reagierte prompt. Nur die menschlichen Finger, wie der Herr sie erschaffen habe, seien würdig, die Gaben Gottes zu berühren, donnerte es von den Kanzeln.
Es kam zum Eklat: Wenige Tage nach einem festlichen Mahl, bei dem - sehr zum Verdruss der anwesenden Kirchenmänner - goldene Gabeln gereicht wurden, starb eine der Genießerinnen.
Für den Klerus ganz klar ein Zeichen. Sein Sprecher verkündete, der Tod der adligen Dame sei eine Strafe Gottes und eine Warnung an alle, sich solch ein Gerät bloß nicht zuzulegen.
Doch trotz geistlichen Misstrauens wird sich die Gabel durchsetzen.
Ich muss jetzt was loswerden.
Gerade komme ich vom Einkaufen. Ich war bei dem Supermarkt, der angeblich Lebensmittel liebt.
Dass alles teurer wird, ist ja bekannt. Aber dass die Qualität heruntergefahren wird, vor allem beim Obst und Gemüse, das geht gar nicht.
Das fällt mir schon lange auf, ein Gespräch mit dem Marktleiter hat auch nichts genützt.
Seht selbst: (auf "mehr lesen klicken")
(Es gibt natürlich auch Supermärkte von dieser Kette, wo alles frisch angeboten wird)
Nun ist schon wieder ein Jahr vergangen und mein Blog wird 16 Jahre alt.
Das ist Anlass, mich für eure lieben Kommentare und eure Treue zu bedanken.
Die Bloggerei macht mir noch immer großen Spaß, und ich werde weiterhin dranbleiben, interessante Beiträge zu posten.
Gleichzeitig bedanke ich mich bei euch für die guten Wünsche zu meinem gestrigen Geburtstag.
Ich habe nun eine Schnapszahl erreicht.
Sicher erinnert ihr euch noch an viele Werbesprüche von früher. Bruno, das HB-Männchen aus dem Jahr 1956 ist mir noch sehr gut im Gedächtnis geblieben. Als ich noch klein war, freute ich mich immer, wenn es in die Luft ging.
Aber es gibt noch jede Menge Werbesprüche, die trotz den vielen Jahren irgendwo noch im Gedächtnis auftauchen. Zur Erinnerung will ich hier noch ein paar nennen - ohne Werbung für die Produkte machen zu wollen.
Mach' mal Pause - Coca Cola-Werbung 1954
Bauknecht weiß, was Frauen wünschen - Bauknecht-Werbung 1954
Der Duft der großen weiten Welt - Zigarettenwerbung Peter Stuyvesant 1959
Neckermann macht's möglich - Neckermann-Werbung 1960
Pack' den Tiger in den Tank - Esso-Werbung 1966
Alle reden vom Wetter - wir nicht - Deutsche Bundesbahn-Werbung 1967
Otto - find ich gut - Otto-Versand-Werbung 1986
Nichts ist unmöglich - Toyota-Werbung 1987
Nicht immer, aber immer öfter - Clausthaler-Werbung 1989
... und es gibt noch viele viele mehr. Wo fängt man an, wo hört man auf?
Die Werbung heute im Fernsehprogramm nervt mich schon gewaltig. Ich stelle fest, es wird immer mehr - und das eigentliche Programm, Filme etc. bleibt auf der Strecke. Nur noch Wiederholungen...
Da wird man schon mal zum HB-Männchen! - oder?
Der Verkaufserfolg an Schokoladenartikeln über die Feiertage blieb anscheinend aus. Der Grund wird sein, dass Schokolade erheblich teurer geworden ist. Das zeigt schon, dass die Milka-Tafel von 100 g auf 90 g reduziert und gleichzeitig von 1,49 € auf 1,99 € erhöht wurde. Ich bin da nicht genau informiert, aber anscheinend haben die ja jetzt einen Prozess an der Backe.
Ich liebe Schokolade und mir fiel es schwer, unter diesen Umständen darauf zu verzichten. Nicht, weil ich es mir nicht leisten kann, es geht mir ums Prinzip!.
Beim letzten Einkauf in dem Supermarkt, der Lebensmittel liebt, standen Überraschungstüten für 5 Euro. Da ich auch Überraschungen liebe, kaufte ich zwei davon.
Zuhause dann die Überraschung:
Diese beiden Tüten hatten einen Wert von knapp 90 € - bezahlt habe ich 10 €.

Junger Mann, du brauchst nicht zu gießen!
Alles um dich herum wird sprießen.
Du trägst den Schirm, du weißt dass es regnet.
Die Blumen sind reichlich mit Wasser gesegnet.
© Traudi
Diese und andere Skulpturen sind auf der Burgruine Staufeneck zu finden. Besonders lustig finde ich den Neck im Brunnen vor dem Hotel (auf "mehr lesen" klicken).
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende, ohne Regenschirm.

Wie oft bin ich schon durch dieses Tal, das in der Nähe meines Wohnortes liegt, gefahren?
Das Nassachtal kann eine große Siedlungsgeschichte aufweisen. Das wusste ich noch gar nicht. Erst als ich beim Spazieregang auf diese geschnitzte Tafel stieß, wurde ich neugierig.
Es muss also früher hier eine Glasbläserei gegeben haben!
Tatsächlich siedelten hier im Jahre 1450 Glasbläser an. Das Tal bot reichlich Holz, Pottasche und Quarzsand. Es gab damals in Württemberg nur zwei Glasbläserfamilien, einer davon war Christan Greiner, der mit seiner Familie ins Nassachtal zog. Die Glasmacher hatten steuerliche Vorrechte und genossen Kriegsdienstbefreiung.
Dorfbewohner wurden als Zuarbeiter (Holzfäller, Aschesammler und Sandklopfer) eingesetzt. Wirtschaftliche Verbesserung war das Ergebnis.
Nach dem Tod von Christian Greiner führten seine Söhne die Glasbläsereien im Nassachtal nicht mehr weiter. Außerdem kam es auch immer wieder zu gewaltsamen Auseinanderssetzungen mit der Ortsbevölkerung.
So kam es, dass sie nach 100jähriger Blütezeit wieder abzogen und für die Bewohner des Tales fiel eine wichtige Erwerbsquelle weg. Es blieben die kargen Erträge aus der Landwirtschaft, der Köhlerei und der Holzfällerei.
Vor 40 Jahren fand man Reste eines Glasschmelzofens mit angeschlossenem Kühlofen. Die Abfälle brachten zur Erkenntnis, dass dort Trinkbecher und Flaschen hergestellt wurden.
Heute befindet sich im Nassachtal einer der letzten Kohlenmeiler Deutschlands. Einmal jährlich schichtet die Familie Hees zum Traditionserhalt ihre Meiler auf und zeigt dem interessierten Zuschauer bei den Köhlerprojekttagen, wie dieses alte Handwerk funktioniert.
Die erste Köhlerei im Tal wurde um 1583 erwähnt.

Mitten in Esslingen steht der Postmichel-Brunnen. Er soll an die grausame Geschichte des Michael Banhard erinnern.
Vor etwa 500 Jahren wurde vor dem Esslinger Tor in Stuttgart auf der Steige, auf der man von Stuttgart nach Esslingen gelangen konnte, ein Mann aufgefunden, der offenbar erstochen wurde. Obwohl man den Tatort genau absuchte, fanden sich keine Spuren vom Täter. Es handelte sich bei dem Toten um Amandus Marchtaler, ein Esslinger Bürger, 60 Jahre alt. Marchtaler war reich und er hatte keine Verwandten außer einem Neffen, dem Matthäus Wels. Dieser erbte nun alles, was Marchtaler besessen hatte: Das Stadthaus, die Äcker und das viele Geld.
Es vergingen zwei Jahre.
Der Postreiter Michael Banhard trottete wie jeden Tag auf seinem Schimmel auf der Esslinger Steige von Stuttgart nach Esslingen zurück.
Nach getaner Arbeit und bei Sonnenschein
sitzt der Nachbar in seinem Garten.
„Jetzt schenk‘ ich mir ein Weißbier ein,
ich kann es kaum erwarten.“
Die Zeit verging, bald schlief er ein
auf der bequemen Liege.
Da kriecht eine Schnecke auf seinem Bein.
„Na warte, wenn ich dich kriege“.
Dann dachte er „du armes Tier
wirst auch Durst haben, so wie ich.
Ich geb‘ dir was von meinem Bier,
das wird dir schmecken, sicherlich.“
Schon hatte er den Kronkorken in der Hand,
in der anderen Hand die Flasche Bier.
Er goss ein paar Tropfen ganz galant
hinein für das durstige Tier.
Nun kam die Schnecke angekrochen
war ganz gierig auf den köstlichen Trank.
Sie hat wohl gleich das Bier gerochen.
Der Durst ist gestillt – Gott sei Dank!
(c) Traudi

Ein Stein mit einer Inschrift über einer alten Holztür, der an die Hungersnot im Jahr 1816 erinnert.
Dieser Zeitzeuge ist zu sehen in Filderstadt-Bernhausen an einem alten Haus.
Die Inschrift lautet:
Christoph Friderich Raff und Anna Maria Raffin 1817.
Wo man hat das Haus
baut, hat der Sch(effel) Dink(el) 27 b(is) 40,
der Sch(effel) Gerst(e) 38 b(is) 60 Gulde(n) (gekostet)
Damals verdreifachten sich die Getreidepreise im Süddeutschen Raum.

Der Maler greift zur Staffelei.
Weil heute schönes Wetter sei,
will er hinaus in die Natur.
„Wo liegen denn die Farben nur.“
Er sucht – und findet sie auch gleich,
packt seine Sachen und geht zum Teich.
Dort blüh’n die Seerosen in ihrer Pracht
und die Frösche quaken Tag und Nacht.
Er stellt nun auf die Staffelei,
macht sich bereit zur Malerei.
Das Bild wird erst mit dem Stift skizziert,
er malt und zeichnet ungeniert.
Doch ach, dieser Strich, der ist zuviel,
der passt nicht rein, ist nicht sein Stil.
Er sucht den Radiergummi wie besessen,
merkt bald, dass er ihn hat vergessen.
„Was mach ich nur, der Strich passt nicht hier her.
Soll ich ihn übermalen, doch das ist schwer. –
Ich will ihn nicht haben, soll ich ihn ignorieren?
Doch dann würde er mich immerzu genieren!“
Der Maler überlegt, was sich wohl machen lässt,
und nach einer Weile stellt er fest:
Im Leben kann man auch nicht radieren!
Vielleicht versucht man, den falschen „Strich“ zu bagatellisieren.
Doch sollte man sich merken, denn das ist wichtig
von jedem „Strich“, sei er nun falsch oder richtig
werden Spuren bleiben auf lange Sicht,
denn einen Ratzefummel gibt es nicht.
© Traudi