Aktuell

[2026/10/18]

Lücken in der Sicherung des deutschen Filmerbes

Filme in ausländischen Archiven - Videobänder

18. Oktober 2026. – In der Oktober-Ausgabe von "Kinema kommunal" (Nr. 3, 2026, S. 16-17) weist Elisa Jochum, Leiterin des Filmarchivs der Deutschen Kinemathek, auf zwei bedeutende Lücken bei der Filmsicherung hin. So fielen international verstreut liegende Filme durch das Raster, "weil sich ausländische Archive ihrerseits nicht für die Digitalisierung zuständig fühlen."

Ein weiteres Problem stelle die Sicherung der Videobänder dar, die "zu den meistgefährdeten Materialien" gehörten und nur durch "die schnellstmögliche Digitalisierung" gerettet werden könnten.

Die Zeitschrift "Kinema Kommunal" wird vom Bundesverband kommunale Filmarbeit e.V. herausgegeben.

Permalink: filmerbe.org/ref/?100,489

[2026/10/02]

Filmerbe sichern heißt Zukunft sichern

Positionspapier des Verband Technischer Betriebe für Film & Fernsehen e.V. (VTFF)

2. Oktober 2026. – Der Verband Technischer Betriebe für Film & Fernsehen e.V. (VTFF) hat am 21. September ein umfangreiches Positionspapier zum Erhalt des deutschen Filmerbes veröffentlicht, das auf die technologische Kompetenz, qualifizierte Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Deutschland verweist. Wir stellen hier die wichtigen Punkte vor.

Das audiovisuelle Erbe Deutschlands gehört zu seinen bedeutendsten kulturellen Ressourcen. Bewahren lässt es sich jedoch nur, wenn Deutschland auch künftig über die technische Kompetenz verfügt, analoge Filme fachgerecht zu restaurieren, zu digitalisieren und dauerhaft zu archivieren. Das Erhalt des Filmerbes ist deshalb auch eine wirtschafts-, innovations- und standortpolitische Aufgabe. Die technischen Betriebe des Verbands Technischer Betriebe für Film & Fernsehen e.V. leisten hierzu seit Jahrzehnten einen wesentlichen Beitrag.

Erst spezialisierte technische Betriebe machen historische Filme wieder sichtbar und nutzbar. Sie restaurieren beschädigte Negative, rekonstruieren Bild und Ton, digitalisieren analoge Originale in hoher Qualität und erzeugen technische Master für Kino, Fernsehen, Streaming und digitale Langzeitarchivierung. Ohne diese Kompetenz kann keine nationale Filmerbe-Strategie erfolgreich umgesetzt werden.

Unterschiedliche Formate, chemische Alterungsprozesse, beschädigte Negative und fehlende Tonspuren verlangen individuelle Verfahren und jahrzehntelang aufgebautes Spezialwissen. Dafür sind unter anderem hochauflösende Filmscanner, Restaurierungssoftware, Farb- und Tonstudios, Speicher- und Archivsysteme sowie historische Filmtechnik erforderlich. Entscheidend sind zudem qualifizierte Restauratorinnen und Restauratoren sowie Bild-, Ton- und VFX-Spezialistinnen und -Spezialisten. Diese Infrastruktur ist das Ergebnis langfristiger Investitionen deutscher Unternehmen und darf nicht verloren gehen.

Die technische Restaurierung erfolgt überwiegend durch mittelständische Unternehmen. Filmerbe-Förderung sichert damit qualifizierte Arbeitsplätze, Ausbildungsplätze und regionale Wertschöpfung.

Werden die deutschen Strukturen nicht dauerhaft gesichert, können Restaurierungsaufträge ins Ausland abwandern. Mit jedem verlorenen Auftrag und jedem aufgegebenen Unternehmen droht auch der Verlust von Wissen, das über Jahrzehnte entstanden ist und nur schwer wieder aufgebaut werden kann. Kontinuierliche Förderung ermöglicht es den Unternehmen, Fachkräfte dauerhaft zu beschäftigen, Nachwuchs auszubilden, Wissen weiterzugeben und neue Technologien einzusetzen. Unterbrechungen bei Restaurierungsaufträgen gefährden daher auch den Wissenstransfer.

Die Kürzungen des Förderprogramms Filmerbe (FFE) im Jahr 2025 haben gezeigt, wie schnell technische Kapazitäten gefährdet werden können. Notwendig ist deshalb ein nachhaltiges Fördermodell, das über einzelne Haushaltsjahre und Legislaturperioden hinaus Planungssicherheit schafft, denn Filmscanner, Speichersysteme und Restaurierungsarbeitsplätze erfordern langfristige Investitionen.

Eine nachhaltige Filmerbe-Förderung stärkt den audiovisuellen Mittelstand, sichert qualifizierte Beschäftigung und fördert Innovationen in Digitalisierung und KI. Sie erhöht die internationale Sichtbarkeit deutscher Filmkultur, eröffnet Exportpotenziale für Restaurierungstechnologien und stärkt den Kultur- und Filmstandort Deutschland. Filmerbe-Förderung ist daher eine Investition in Wissen, Innovation, Beschäftigung und internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Der Verband Technischer Betriebe für Film & Fernsehen e.V. steht bereit, gemeinsam mit Bund, Ländern, Archiven, Rechteinhabern und Kinematheken eine langfristige Strategie zu entwickeln, die das deutsche Filmerbe bewahrt und zugleich die technologische Leistungsfähigkeit des Produktionsstandorts Deutschland stärkt. Seine Forderungen an Bund und Länder:
"1. das Förderprogramm Filmerbe über das Jahr 2028 hinaus dauerhaft fortzuführen
2. eine langfristige Finanzierungsstrategie mit verbindlicher Planungssicherheit zu entwickeln
3. die technische Restaurierungsinfrastruktur als Bestandteil der nationalen Kultur- und Medienpolitik anzuerkennen
4. Investitionen in Restaurierungs- und Digitalisierungstechnologien gezielt zu fördern
5. Fachkräftequalifizierung und Ausbildung nachhaltig zu unterstützen
6. den VTFF und die technischen Betriebe frühzeitig in die Weiterentwicklung der nationalen Filmerbe-Strategie einzubeziehen
7. das Filmerbe als Bestandteil einer industriepolitischen Strategie für den Film- und Medienstandort Deutschland zu begreifen."

Positionspapier des VTFF – Verband Technischer Betriebe für Film & Fernsehen e.V.: Filmerbe sichern

Permalink: filmerbe.org/ref/?100,488

[2026/10/01]

Landesprogramm SAVE rettet Sachsens audiovisuelles Erbe

Vorreiterrolle – Unverzichtbar für Archive, Museen und Sammlungen

1. Oktober 2026. - Die meisten Stadtarchive, kleinen Museen und Vereine können die Digitalisierung und Sicherung ihrer analogen Film- und Tonmaterialien nicht stemmen. Hier setzt das sächsische Landesprogramm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes (SAVE) an. Seit Beginn einer Pilotphase im Jahr 2016 konnten bis heute gemeinsam mit 75 verschiedenen Projektpartnern – also den Besitzern des analogen Ausgangsmaterials – aus ganz Sachsen mehr als 110.000 Minuten digitalisiert, erschlossen und öffentlich zugänglich gemacht werden.

Mit dem Landesprogramm SAVE verfügt Sachsen über ein wichtiges und effektives Instrument zur Bewahrung seines kulturellen Erbes, das für jeden kostenfrei und niederschwellig zugänglich ist. So wird regionale Identität gestärkt und das audiovisuelle Erbe zu dem, was es sein sollte: ein Gut, an dem alle teilhaben können.

Für die Programmpartner ist die Teilnahme kostenfrei. SAVE koordiniert die Digitalisierung, übernimmt die Erschließungsarbeiten sowie die Katalogisierung über das Katalogverbundsystme K10+ und gewährleistet über die Mediathek der SLUB die öffentliche Zugänglichkeit. Der Zugang erfolgt demnächst auch über Sachsen digital. Digitalisierte Sammlungen für Kultur und Wissenschaft. Somit entfallen teure Einzellösungen.

Die Koordinierungsstelle in der SLUB begleitet jedes Projekt von der ersten Sichtung bis zur Veröffentlichung und hilft auch bei Rechtsfragen.

Externe Dienstleister mit entsprechender technischer Ausstattung und Fachexpertise digitalisieren nach anerkannten Standards der FIAF, des Nestor e.V. und des SLUBArchiv.digital. Die Digitalisate stehen öffentlich und zentral mit Verweis auf die Herkunftssammlung zur Verfügung. Das Ausgangsmaterial geht in der Regel zurück an den Besitzer mit der Empfehlung, die Originale so lange wie möglich unter einigermaßen vorteilhaften Bedingungen aufzubewahren. Im Rahmen von SAVE bestehen leider keine Kapazitäten, fremdes Material einzulagern.

Seit 2019 fördert der Freistaat das vom Filmverband Sachsen und der Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) gemeinsam getragene Programm. Ein Fachbeirat achtet darauf, dass die ganze Vielfalt Sachsens abgebildet wird. SAVE übernimmt damit eine Vorreiterrolle in Deutschland: In keinem anderen Bundesland existiert ein vergleichbares Projekt.

Ob das sächsische audiovisuelle Erbe erhalten bleibt, entscheidet sich demnächst. Schon im aktuellen Landeshaushalt wurde die Förderung für SAVE radikal zusammengestrichen. Die nun für den Doppelhaushalt 2027/28 geplanten weiteren Kürzungen gefährden seinen Fortbestand. Mit der dann verbleibenden Minimalausstattung könnten nur noch die Kosten für die Langzeitarchivierung gedeckt werden, weitere Digitalisierungen wären jedoch nicht mehr möglich. Damit gingen viele vom Verfall bedrohte Medien und ein wichtiger Teil des kollektiven Gedächtnisses verloren.

Permalink: filmerbe.org/ref/?100,487

[2026/09/22]

Digitalisierung durch Sponsoring

"Arsenal Filminstitut" verleiht restaurierten senegalesischen Film

22. September 2026. – Der 1975 entstandene senegalesische Film "Kaddu Beykat" (Nachrichten aus dem Dorf) von Safi Faye gilt nicht nur als Meilenstein der afrikanischen Filmgeschichte, er besitzt auch eine globale historische und künstlerische Bedeutung. Die promovierte Ethnologin/Anthropologin und Filmemacherin Safi Faye (1943, Dakar – 2023, Paris) war nicht nur die erste Frau aus der Subsahara, die bei einem Kurzfilm (La Passante, 1972) Regie führte, sondern wenig später auch bei "Kaddu Beykat". Der Film verbindet Spielfilm- mit dokumentarischen Elementen und war im Senegal lange Zeit verboten.

1979 kam Safi Faye für einen Video-Workshop an die Freie Universität Berlin und blieb anschließend mit einem DAAD-Stipendium in der Stadt. Hier drehte sie 1980 den Film "Man Sa Yay" (Ich, deine Mutter), der sich derzeit in der Restaurierung befindet.

Obwohl ihre Dokumentarfilme, die den Fokus auf die Gemeinschaft sowie die Erfahrungen von Frauen und Kindern in ländlichen Gebieten richten, auf positive Resonanz gestoßen sind, ist ihr Filmschaffen, das sich über beinahe fünfzig Jahre erstreckt, bislang noch nicht ausreichend erforscht. Seit 2015 vertritt das Arsenal auf Safi Fayes Wunsch hin ihre Gesamtwerk.

"Kaddu Beykat" wurde von Cinegrell Zürich in Zusammenarbeit mit Locarno Pro digital restauriert. Der Film gewann 2025 die dritte Ausgabe des Locarno Heritage Restoration Contest; die Restaurierung erfolgte als ein Sponsoring von Cinegrell Zürich im Rahmen dieses Wettbewerbs.

Als Ausgangsmaterial diente ein 16-mm-Schwarz-Weiß-Umkehrfilm. Während des Entwicklungsprozesses entstandene Schäden wurden unverändert belassen, da sie nicht entfernt werden konnten. Als Referenz für die Kontrastanpassung diente eine 16-mm-Positivkopie. Der Film ist 100 Minuten lang und liegt nun als DCP mit englischen und spanischen UT vor. Die analogen Quellenmaterialien werden im Archiv des Arsenal Filminstituts aufbewahrt. Weitere untertitelte Fassungen sind in Planung.

Zum Filmverleih des Arsenal

Permalink: filmerbe.org/ref/?100,486

[2026/09/10]

Gefährdung der Filmkultur in Sachsen.

Landesprogramm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen betroffen

10. September 2026. – In einem gemeinsamen Statement sehen die sächsischen Filminstitutionen, Festivals, Verbände und Vereine im Entwurf des sächsischen Doppelhaushalts 2027/28 eine ernsthafte Gefährdung der Filmkultur im Freistaat. Dort heißt es: "Die vorgesehenen Kürzungen treffen nicht nur einzelne Projekte oder Einrichtungen, sondern stellen eine kulturelle Infrastruktur infrage, die über Jahrzehnte mit öffentlichen Mitteln aufgebaut wurde und heute weit über die Landesgrenzen hinaus wirkt. [...] Ausgerechnet jene Einrichtungen und Programme geraten unter Druck, die kulturelle Teilhabe auch außerhalb der großen Städte ermöglichen, demokratische Bildung fördern, das audiovisuelle Erbe bewahren und Sachsen als Film- und Kulturstandort sichtbar machen."

Vorgesehen sind u.a. Kürzungen bei der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, im Bereich der kulturellen Bildung, aber auch beim Landesprogramm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen (SAVE) und der Cinémathèque Leipzig. Die geplanten Einsparungen würden sich zudem gegenseitig verstärken und damit die Leistungsfähigkeit der gesamten Filmkultur in Sachsen schwächen.

Ferner heißt es in der Stellungnahme: "Der Erhalt des audiovisuellen Kulturerbes steht auf dem Spiel. Kürzungen bei SAVE gefährden die Digitalisierung und Sicherung historischer Filmbestände. Was nicht zeitnah gesichert wird, kann durch den schnellen Verfall einiger Medienträger unwiederbringlich verloren gehen. Damit würden wichtige historische Belege sächsischer Filmkultur verschwinden. Die im Haushalt vorgesehenen Einschnitte bei der Cinémathèque Leipzig bedrohen darüber hinaus eine bundesweit anerkannte Institution, deren Arbeit für Filmgeschichte, Forschung, Vermittlung und kulturelle Infrastruktur von herausragender Bedeutung ist."

Die sächsischen Filminstitutionen, Festivals, Verbände und Vereine fordern daher u.a.
• die Rücknahme der Kürzungen bei SAVE und der Cinémathèque Leipzig,
• keine Kürzungen bei der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen,
• den Erhalt und die Stärkung der kulturellen Bildung, der Filmvermittlung sowie der
Inklusionsförderung,
• eine verlässliche Dynamisierung der institutionellen Förderung entsprechend der Kostenentwicklung.

https://ag-kurzfilm.de/de/positionen_zur_filmpolitik/2659.html?fbclid=IwY2xjawUPj_hwZG9mBWV4dG4DYWVtAjEwAHNydGMGYXBwX2lkEDIyMjAzOTE3ODgyMDA4OTIAAR5YyW3EyvJu-QJEBGR9n5_2_qnTRl3tMfZuris1I0RQK_aSH59b0FWvNL9s4Q_aem__qAZaGha_Rp_KDkCD4Xefg

Permalink: filmerbe.org/ref/?100,485

[2026/08/01]

KI-Tools zur Rekonstruktion von Zwischentiteln

HUMAIN-Projekt zur verantwortungsvollen Nutzung von KI in der Kultur gestartet

1.8.12026. – Das HUMAIN-Projekt entwickelt Leitlinien für eine verantwortungsvolle Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) in den Kultur- und Kreativbranchen. Beteiligt sind neun Partner aus sechs europäischen Ländern, darunter das DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, das sich mit KI-Anwendungen im Bereich Film beschäftigt. KI-Tools sollen auf diese Aspekte hin getestet und evaluiert werden. Das DFF untersucht, ob KI-Tools die Arbeit in der Filmrestaurierung bei der Rekonstruktion von Zwischentiteln unterstützen können. Als Ergebnis könnte eine Art Datenbank für rekonstruierte Schriften entstehen.

Das Programm Horizon Europe der Europäischen Union hat dem Projekt, das vor wenigen Wochen offiziell gestartet ist und drei Jahre läuft, Fördermittel in Höhe von 4,3 Millionen Euro bewilligt.

https://www.filmportal.de/nachrichten/eu-foerdert-humain-projekt-zur-verantwortungsvollen-nutzung-von-ki-in-der-kultur

Permalink: filmerbe.org/ref/?100,484

[2026/07/29]

Das kinematografische Gedächtnis retten

Antrag der Fraktion Die Linke – "Das Förderprogramm Filmerbe dauerhaft absichern und strukturell reformieren"

29. Juli 2026. – Am 9. Juli 2026 brachte die Fraktion Die Linke im Deutschen Bundestag einen Antrag zur Sicherung des Filmerbes ein. Sie stellt fest, dass sich das Filmerbe aktuell "in einer akuten und sich zuspitzenden archivpolitischen Krise" befinde; die physische Überlieferung sei "erheblich gefährdet". Ein Großteil des audiovisuellen Gedächtnisses drohe "ohne zeitnahe und systematische Intervention in erheblichem Umfang" verlorenzugehen.

Der Antrag verweist zudem darauf, dass die Mittelkürzungen im Förderprogramm Filmerbe (FFE) sowie dessen Auslaufen im Jahr 2028 "die gewachsenen restauratorischen Fachstrukturen" und somit "die Existenz spezialisierter technischer Betriebe in Deutschland" gefährde.

Die im Mai 2026 beschlossene Deckelung der maximalen Projekthilfen auf 70.000 Euro für kuratorische und 80.000 Euro für konservatorische Vorhaben entziehe aufwändigen und historisch anspruchsvollen Rekonstruktionen die "finanzielle Grundlage" und schwäche "die internationale Position Deutschlands im Kulturgüterschutz."

Die Fraktion Die Linke sieht den Deutschen Bundestag in der Verantwortung, "das kinematografische Gedächtnis dauerhaft zu sichern und als öffentliches Gut für die Allgemeinheit und kommende Generationen zugänglich zu machen." Es handele sich hierbei um eine "nationale Pflichtaufgabe".

Der Antrag formuliert fünf … [mehr…]

Deutscher Bundestag, 21. Wahlperiode, Drucksache 21/7037

Permalink: filmerbe.org/ref/?100,483

[2026/07/21]

Weitere Einschnitte im Förderprogramm Filmerbe (FFE)

Begrenzung der Höchstfördersummen

13. Mai 2026.- Ab 1. Mai 2026 haben die drei Geldgeber des Förderprogramms Filmerbe (BKM, Bundesländer und FFA) die Höchstfördersummen bei Anträgen nach § 9 (kuratorisches Interesse) auf max. 70.000 Euro und bei Anträgen nach § 10 (konservatorisches Interesse) auf max. 80.000 Euro pro Projekt begrenzt.

Diese Änderung der "Verwaltungspraxis" soll "eine bessere Planbarkeit des FFE-Budgets und eine weiterhin verlässliche Mittelvergabe" gewährleisten.

Aufwändige und konsteninsensive Restaurierungen wie der zuletzt mit 114.102,78 € geförderte Historienfilm "Ludwig II." (1955) von Helmut Käutner, der justizkritische Aufklärungsfilm "Kreuzzug des Weibes" (1926) von Martin Berger (Fördersumme: 107.986,40 Euro) und das Sozialdrama "Das Mädchen der Straße" (1928, Augusto Genina, Fördersumme: 89.720,44 €) sind damit in Zukunft nicht mehr möglich.

https://www.ffa.de/pressemitteilungen-detailseite.html?meldung=foerderprogramm-filmerbe-29-millionen-euro-fuer-62-filme

Permalink: filmerbe.org/ref/?100,482

[2026/06/14]

"Stoppt die Kürzungen beim Filmerbe!"

Dramatischer Appell der DEFA-Stiftung

13. April 2026. – Gemeinsam mit den Partnern im Kinematheksverbund protestiert die DEFA-Stiftung gegen die Mittelkürzungen im Förderprogramm Filmerbe. Ohne eine verlässliche Finanzierung der Digitalisierungsvorhaben befürchtet die Stiftung einen "Kahlschlag" und den Verlust von Filmwerken.

Die DEFA-Stiftung hat deshalb auf ihrer Website einen Musterbrief an die politischen Entscheidungsträger im Bund und in den Ländern veröffentlicht, um sie aufzufordern, die Kürzungen im Bereich des Filmerbes zu überdenken und rückgängig zu machen. Ihre Forderung: Das Förderprogramm muss in vollem finanziellem Umfang fortgesetzt und über das Jahr 2028 hinaus verlängert werden.

Dazu heißt es in der Vorlage: "Die beschlossenen Kürzungen und das Auslaufen des Programms 2028 drohen, die bisherigen Erfolge des Programms signifikant zu gefährden und bereits begonnene oder geplante Projekte massiv zu verlangsamen oder gar zum Scheitern zu bringen. Die negativen Konsequenzen umfassen unter anderem:

1. Reduzierung von Digitalisierungen: Die dringend notwendige Überführung analoger Schätze in digitale Formate wird verzögert oder gestoppt, wodurch kulturelles Erbe dem Verfall preisgegeben wird.

2. Verlust von Fachwissen und Infrastruktur: Die Unsicherheit in der Finanzierung gefährdet die spezialisierten Arbeitsplätze und die technische … [mehr…]

Hier geht es zur Vorlage und den Anschriften

Permalink: filmerbe.org/ref/?100,479

[2026/04/06]

"Verlässliche, institutionelle Förderung der Kinematheken und Archive"

Position der Partei "Die Linke" zur Sicherung des Filmerbes

6. April 2026. – Angesichts der angespannten Haushaltslage und der gegenwärtigen politischen Prioritätensetzungen der Bundesregierung droht der Kulturpolitik – und hier insbesondere den vermeintlichen „Nischenthemen“ wie dem Archivwesen – ein massiver Kahlschlag. Wir sehen die akute Gefahr, dass die dringend benötigten Mittel für das Förderprogramm Filmerbe (FFE) eingefroren, gestrichen oder nicht in dem Maße dynamisiert werden, wie es die Inflation und die steigenden Kosten für Personal und Technik erfordern. Ein Förderstopp oder auch nur eine Stagnation wäre fatal, denn das „Essigsyndrom“ wartet nicht auf bessere Haushaltsjahre. Der Verfall des Materials ist unumkehrbar.

Wir haben das Thema in den vergangenen Jahren immer wieder in den Bundestag getragen und werden dies auch weiterhin tun. Zuletzt haben wir in unserem umfassenden Antrag „Filmförderungsgesetz reformieren – Für Vielfalt, Transparenz und gute Arbeit in der Filmbranche“ (BT-Drucksache 19/27315) konkrete Forderungen gestellt, die weit über das bloße Einscannen von Filmen hinaus gehen:

• Physischer Erhalt als Grundlage: Digitalisierung ist wichtig für die Sichtbarmachung, aber sie ersetzt nicht das Archiv. Wir fordern eine Stärkung der Mittel für die sachgerechte Lagerung und den physischen Erhalt des analogen Ausgangsmaterials. Ohne intaktes Zelluloid … [mehr…]

Permalink: filmerbe.org/ref/?100,477

[2026/02/20]

Mittelkürzungen, Provisorien, fehlende Perspektiven
Ungelöste Probleme bei der Sicherung des Filmerbes

Stellungnahme der Initiative "Filmerbe in Gefahr", Februar 2026

20. Februar 2026. – 1. Die primäre Herausforderung bei der Sicherung des Filmerbes stellt derzeit die Kürzung der finanziellen Mittel des Förderprogramms Filmerbe dar. Anstelle der ursprünglich vorgesehenen jährlichen Ausstattung mit 10 Millionen Euro wurden im Jahr 2025 lediglich 5.466.189,50 Euro verwendet. Diese drastische Kürzung behindert die Arbeit der Archive, bringt Arbeitsplätze in der Filmrestaurierung in Gefahr und bedroht die Existenz der filmtechnischen Betriebe.

2. Das im Jahr 2019 initiierte Förderprogramm Filmerbe ist auf eine Laufzeit von zehn Jahren angelegt. Bislang liegen keine Informationen über eine mögliche Fortführung dieses Förderprogramms vor.

3. Die Abteilung Filmarchiv des Bundesarchivs hat ihre bisher in Berlin-Wilhelmshagen (ehemalige Lagerstätte des Staatlichen Filmarchivs der DDR) und am Standort Koblenz gelagerten Sicherheitsfilme in Berlin zusammengeführt. Diese Maßnahme wurde ergriffen, um die kosten- und zeitintensiven Pendeltransporte der Filme zwischen den Standorten zu vermeiden. Darüber hinaus war der Umzug nötig, da am Standort Koblenz keine Filmrestauratoren mehr tätig waren. Das Bundesarchiv hat daraufhin in einem Industriegebiet in Berlin-Lichterfelde eine große Lagerhalle angemietet. Nun können sowohl die Filmtransporte als auch die Filmbearbeitung ausschließlich in Berlin durchgeführt … [mehr…]

Permalink: filmerbe.org/ref/?100,472

[2026/02/16]

"Der Verlust wäre endgültig"

Filmuniversität Babelsberg beklagt die Kürzungen im Förderprogramm Filmerbe

16. Februar 2026.– Die "Potsdamer Neueste Nachrichten" berichten über die Auswirkungen der Kürzungen des Förderprogramms Filmerbe für das Filmarchiv der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF. Die Bibliothek der Babelsberg verwahrt eine Sammlung von 5.135 Filmwerken, etwa die Hälfte davon sind analoge Kopien. Über das Förderprogramm Filmerbe konnten bisher 28 Filme digitalisiert werden.

2025 wurde das Budget des Programms beinahe halbiert. Durch den Rückzug von sechs Bundesländern, Kürzungen im Bundesetat und bei der Filmförderungsanstalt (FFA) wurden statt der vorgesehenen 1 Million Euro lediglich Anträge über 5,3 Millionen Euro bewilligt. Katja Krause, Bibliotheksleiterin an der Filmuniversität, freut sich, dass das Land Brandenburg weiterhin am Förderprogramm teilnimmt. Sie betont, dass die Fördermittel nicht ausschließlich für die Digitalisierung und Zugänglichmachung der Filme verwendet werden, sondern auch die Finanzierung einer halben Stelle für eine Restauratorin ermöglichen.

„Wir sichern nicht nur Hochschulgeschichte, sondern einen zentralen Teil des ostdeutschen Filmerbes" betonte Frau Krause im Gespräch mit der Zeitung und warnte eindringlich: „Ein Verlust dieser Filme wäre endgültig". Sie hob hervor, dass von Hochschulfilmen in der Regel nur wenige Kopien existieren. Viele Filme seien bereits von Problemen wie dem … [mehr…]

Jana Haase: „Wettlauf gegen die Zeit“: Die Filmuni Babelsberg kämpft um die Bewahrung von DDR-Filmer

Permalink: filmerbe.org/ref/?100,471

[2026/02/11]

"Enormer Nachholbedarf"

Die Deutsche Kinemathek beklagt die Kürzungen beim Förderprogramm Filmerbe

11. Februar 2026. – In einem Interview anlässlich der Berlinale bezeichnet Heleen Gerritsen, Künstlerische Direktorin der Deutschen Kinemathek, die Situation um den Erhalt des Filmerbes als ernst: "Selbst die oft genannten sieben Prozent des bereits digitalisierten deutschen Filmerbes sind sehr optimistisch geschätzt. Gleichzeitig wurde das Förderprogramm Filmerbe massiv gekürzt. Digitalisierung ist aufwendig, teuer und wird häufig unterschätzt. Dabei reden wir im Vergleich zur Produktionsförderung über kleine Summen. Hier gibt es enormen Nachholbedarf." Auf den Vergleich zum europäischen Ausland angesprochen, verwies Frau Gerritsen auf Polen, wo etwa die Filme von Andrzej Wajda vollständig digitalisiert sind. "In Frankreich übernehmen große Studios wie Gaumont oder Pathé Verantwortung für ihre Kataloge. In Deutschland fehlt dieses Bewusstsein leider oft – vermutlich auch aus finanziellen Gründen."

https://www.goethe.de/prj/ger/de/ihr/b26/27214459.html

Permalink: filmerbe.org/ref/?100,470


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