Ausland

Mitten im Konflikt mit mehreren US-Medien ist das Weiße Haus mit einem eigenen Onlinekanal auf Sendung gegangen. Gestern Abend (Ortszeit) lancierte das Weiße Haus den Stream namens „Trump TV“.

Der Stream soll täglich und rund um die Uhr laufen – „mit den besten Momenten aus der Vergangenheit, Ankündigungen sowie den neuesten und wichtigsten Nachrichten aus der Regierung“. Eigene Produktionen und journalistische Inhalte sind bisher nicht zu sehen.

Gezeigt wurden Reden von US-Präsident Donald Trump sowie Übungen des US-Militärs. Unterlegt waren letztere Aufnahmen mit der Stimme eines Kommentators, der die Fähigkeiten der Streitkräfte pries. Einen Livestream von Trumps Auftritten bietet das Weiße Haus bereits seit Längerem an.

Dem Start von „Trump TV“ war ein Streit zwischen Trump und mehreren US-Medien vorausgegangen, der zuletzt weiter eskalierte. Am Freitag hatte Trump angekündigt, den drei Medienhäusern CNN, MS Now und Politico mit sofortiger Wirkung den Zugang zum Weißen Haus zu entziehen.

Sender schränken Begleitung ein

Als Reaktion auf den Ausschluss schränkten andere große US-Sender die tägliche Begleitung des Präsidenten bei seinen Terminen ein. Führende Printmedien wie die „New York Times“ und die „Washington Post“ fuhren aus Protest ihre Fotoberichterstattung zurück.

Lesen Sie mehr …

Der südkoreanische Präsident Lee Jae Myung hat die USA zu einer Lockerung der Sanktionen gegen Nordkorea aufgerufen. Das solle im Gegenzug für ein Einfrieren des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms geschehen, sagte Lee in einem heute veröffentlichten Interview der „New York Times“.

Ein solcher Kompromiss zwischen den ohnehin wenig wirksamen Sanktionen und einem Stopp der Entwicklung neuer Atomwaffen sowie Interkontinentalraketen habe einen erheblichen Nutzen. Ein Beharren auf einer sofortigen Denuklearisierung unter den aktuellen Umständen führe zu keinem Ergebnis, so Lee.

Sobald ein Einfrieren der Rüstungsaktivitäten erreicht sei, könne durch gegenseitige Zugeständnisse Vertrauen aufgebaut werden, um Nordkorea schließlich zu einer Reduzierung seines Arsenals zu bewegen.

Der aktuelle Stillstand sei zu gefährlich, sagte Lee mit Verweis auf südkoreanische Schätzungen. Nordkorea sei bereits in der Lage, jährlich zehn bis 20 Atomwaffen herzustellen. Sobald die Führung in Pjöngjang glaube, genügend Raketen und Atomwaffen für ihr Überleben zu besitzen, steige zudem die Gefahr von Exporten. Lee will seine Friedensvision in dieser Woche vor der UNO-Vollversammlung vorstellen.

Technische Probleme haben gestern im Nordosten der USA für Chaos im Luftverkehr gesorgt. Ausgerechnet am Tag vor Beginn der UNO-Generaldebatte in New York kam es zu Flugverboten und Verspätungen, die auch die örtlichen Airports betrafen.

Daher konnte auch der kanadische Premier Mark Carney nicht wie geplant anreisen. Ein geplantes Treffen mit Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) werde deshalb nicht stattfinden, wie sein Büro mitteilte.

Ein Schaltkreisausfall in der Terminal Radar Approach Control in Philadelphia führte auch in New York zum Ausfall der Funk- und Radaranlagen auf dem John F. Kennedy International Airport, dem LaGuardia Airport und dem Newark Liberty International Airport.

Glasfaserkabel durchtrennt

Das bestätigte Bryan Bedford, Administrator der Federal Aviation Administration (FAA), gegenüber US-Medien. Wie sich später herausstellte, hatten Bauarbeiter versehentlich eine Glasfaserkabelverbindung in New Jersey durchtrennt.

Die beschädigte Leitung sei repariert worden, und sämtliche Flughäfen im Nordosten nähmen den Betrieb wieder auf, teilte Verkehrsminister Sean Duffy später auf der Plattform X mit. Es werde allerdings etwas dauern, bis alle verspäteten Flüge abgearbeitet seien. Fluggästen empfahl er, sich bei ihrer Fluggesellschaft zu informieren.

Im Vorfeld der heute startenden UNO-Generaldebatte in New York haben gestern mehrere Länder, darunter Österreich, einen Aufruf für verbindliche Sicherheitsregeln für besonders leistungsfähige Modelle künstlicher Intelligenz (KI) unterzeichnet.

Solche Systeme würden bei unzureichender Kontrolle „ernste Risiken für Sicherheit und Schutz“ bergen, hieß es in der Erklärung. KI müsse „unter menschlicher Leitung, Aufsicht und Kontrolle“ bleiben.

Unternehmen sollten unter anderem zu Tests, unabhängigen Prüfungen und transparenten Sicherheitsprotokollen verpflichtet werden. Zur Begründung wurde auf jüngste Fälle verwiesen, in denen leistungsfähige KI-Systeme Schutzmechanismen umgingen, Schwachstellen ausnutzten und sich unbefugt Zugang zu Computersystemen verschafften. Die rasante Entwicklung könne die Möglichkeiten überholen, neu entstehende Risiken zu kontrollieren.

Aufruf auf Initiative Finnlands

Zu den insgesamt mehr als 20 Unterzeichnern der Erklärung gehören unter anderem die Staats- und Regierungschefs von Australien, Dänemark, Finnland, Kanada, den Niederlanden, Norwegen, Singapur und Spanien. Zudem schlossen sich ihr EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sowie die Außenminister aus Bahrain, der Türkei und den Vereinigten Arabischen Emiraten an.

Auch Österreich sei dabei, wie es auf APA-Anfrage aus dem Bundeskanzleramt hieß. Initiiert wurde der Aufruf von Finnlands Präsident Alexander Stubb und Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Störe. Die USA, China, Großbritannien, Frankreich, Japan und Indien sind bisher nicht unter den Unterzeichnern.

Dänemark, die USA und Grönland wollen heute am Rande der UNO-Generaldebatte in New York ihr angekündigtes Sicherheitsabkommen unterzeichnen.

Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen werde die Vereinbarung zusammen mit US-Präsident Donald Trump und dem grönländischen Regierungschef Jens-Frederik Nielsen bei einer Zeremonie im UNO-Gebäude um 10.30 Uhr (Ortszeit, 16.30 MESZ) in Kraft setzen, erklärte Frederiksens Büro heute.

Konkreter Inhalt noch nicht publik

Vergangene Woche hatten die USA und Dänemark eine Einigung auf ein Abkommen verkündet, dessen konkreter Inhalt noch nicht veröffentlicht wurde. Nach Angaben Frederiksens erkennt es aber die territoriale Souveränität Dänemarks und das Selbstbestimmungsrecht der Grönländer an. Das Abkommen sei auch für die NATO „vorteilhaft“.

Trump erklärte wiederum, der Vertrag gebe den USA die „dauerhafte Kontrolle über die Sicherheit und alle anderen Belange in Grönland“. „Gegnern“ der USA sei es verboten, auf der Insel militärisch präsent zu sein. Trump hatte zuvor immer wieder mit einer Annexion Grönlands gedroht und damit bei den NATO-Partnern für Entsetzen gesorgt.

Berichte: USA wollen neue Stützpunkte errichten

US-Medien berichteten, dass die US-Armee drei neue Stützpunkte im Süden Grönlands errichten wolle – einen Stützpunkt hat das US-Militär bereits. Ein 1951 geschlossenes Verteidigungsabkommen erlaubt es Washington aber ohnehin, seine militärische Präsenz auszubauen, sofern Dänemark und Grönland informiert werden.

Die USA erwägen im eskalierenden Handelsstreit mit Kanada verstärkte Kalikäufe bei dem engen Russland-Verbündeten Belarus. Die USA arbeiteten an einem umfangreichen Abkommen dazu, schrieb US-Präsident Donald Trump gestern auf seiner Plattform Truth Social.

Der Preis für Kali aus Belarus werde deutlich unter dem liegen, den die USA derzeit an Kanada zahlten. Das Nachbarland liefert bisher den Großteil der US-Kaliimporte, das als Düngemittel zur Steigerung von Ernteerträgen eingesetzt wird.

Belarus und Russland gehören zu den weltweit größten Kaliproduzenten, deren Export durch Sanktionen und logistische Hürden erschwert ist. Kanadas Handelsminister Dominic LeBlanc und der weltgrößte Kaliproduzent Nutrien wollten sich zunächst nicht zu Trumps Mitteilung äußern.

Zuletzt US-Sanktionen aufgehoben

Die USA hatten zuletzt bereits Sanktionen gegen Belarus aufgehoben. Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hatte zudem schon vor einigen Tagen erklärt, sein Land habe den Verkauf von Kali an die USA wieder aufgenommen. Zugleich forderte er die USA auf, eingefrorene Gelder in Höhe von mehr als 40 Millionen Dollar aus dem US-Bankensystem freizugeben.

Inland

Die Grünen starten heute ihre Herbstkampagne, in der sie sich als „einzige Alternative“ zu einer Machtübernahme durch die FPÖ präsentieren. „Ich will nicht, dass die Menschen in diesem Land nur die Wahl haben zwischen der Verwaltung des Niedergangs und den rechten Zerstörern der liberalen Demokratie“, sagte Bundessprecherin Leonore Gewessler im Vorfeld zur APA.

Sehr viele wünschten sich eine weltoffene Zukunft: „Und dieses weltoffene Lager, das wollen wir anführen.“ Dass die Grünen nicht bereit seien, Österreich rechten und rechtsextremen „Hetzern und Spaltern“ zu überlassen, habe sie immer wieder betont.

Nach den jüngsten Wahlergebnissen in Deutschland sei klar: „Da ist Feuer am Dach, und genau dem etwas entgegenzusetzen, das ist unser Auftrag.“

In Umfragen derzeit auf Platz vier

Sie wolle das Land „nicht einfach kampflos Herbert Kickl und seinem offenbar gewaltbereiten Umfeld überlassen“, so Gewessler. Dass die Grünen laut Umfragen auf Platz vier hinter der SPÖ liegen, entmutigt die Grünen-Chefin nicht.

„Wir sind jetzt schon 50 Prozent über unserem Wahlergebnis vom letzten Mal, und ich will da auch nicht stehen bleiben“, sagte sie. Tatsächlich weist der aktuelle APA-Wahltrend den Grünen derzeit 12,9 Prozent in den Umfragen aus nach 8,2 Prozent bei der Wahl 2024.

Darüber, wann tatsächlich gewählt wird und ob die Regierung bis 2029 durchhält, wollte Gewessler nicht spekulieren; ebenso wenig wie über die Frage, in welcher Koalitionsvariante sich die Grünen eine künftige Regierungsbeteiligung gegen die FPÖ vorstellen können.

Die Regierungsfraktionen ÖVP, SPÖ und NEOS werden für Verhandlungen über die Reform der Wehrpflicht noch diese Woche auf die Oppositionsparteien FPÖ und Grüne zugehen. Das teilte das Verteidigungsministerium gestern der APA mit.

Koalition offenbar für Modell „6+1+2“

Die innerkoalitionären Gespräche seien zuletzt „konstruktiv“ verlaufen und hätten zu einem „Gesamtpaket“ geführt, das nun FPÖ und Grünen vorgelegt werden soll. Dabei dürfte es sich um das Modell „6+1+2“ handeln.

Wie mehrere Medien gestern Abend berichteten, hat man sich nämlich in der Koalition verständigt, direkt an die sechs Monate Grundwehrdienst einen Monat an Übungen anzuhängen. Die weiteren zwei Monate der Verlängerung sollen in den Jahren darauf in Form von Milizübungen absolviert werden.

Neuer Vorschlag kommt FPÖ-Vorstellungen entgegen

Mit diesem Modell kommt man zumindest den Vorstellungen der Freiheitlichen entgegen. Entweder sie oder die Grünen muss die Koalition überzeugen. Denn für die Reform ist in Teilen eine Zweidrittelmehrheit notwendig.

Die Grundsatzeinigung über die Reform der Wehrpflicht war Ende Juli beim Sommerministerrat erfolgt. Damals haben sich ÖVP, SPÖ und NEOS darauf geeinigt, dass der Wehrdienst künftig auf insgesamt neun Monate verlängert wird. Über Detailfragen wurde in der Koalition bis zuletzt verhandelt. Wie das „Gesamtpaket“ aussehen soll, blieb zunächst offen.

Zweidrittelmehrheit nötig

Weil für die Verlängerung des Zivildienstes eine Zweidrittelmehrheit nötig ist, braucht die Regierung für die Reform eine der beiden Oppositionsparteien. Sowohl FPÖ als auch Grüne haben sich bis dato eher ablehnend gezeigt und forderten eine frühzeitige Einbindung in die Gespräche.

Ziel der Regierung ist es, dass die Änderungen im Herbst beschlossen werden und mit dem 1. Jänner 2027 in Kraft treten können.

Während die Unis gerade noch von „Grund zur Hoffnung“ berichtet haben, dass es nicht zu den befürchteten Kürzungen im nächsten Dreijahresbudget kommen wird, ist die Österreichischen Hochschüler_innenschaft (ÖH) mittlerweile skeptisch und wappnet sich für weitere Demos.

Sollte es Einschnitte bei den Leistungsvereinbarungen für 2028 bis 2030 geben, werde man auf die Straße gehen, bis das erwünschte Ergebnis erzielt ist, hieß es gestern aus der Studierendenvertretung.

Wegen der Zahlen im nächsten Doppelbudget der Bundesregierung (2027/28) befürchtet die Universitätenkonferenz (uniko) Einsparungen von rund einer Milliarde Euro in ihrem nächsten Dreijahresbudget, schon vor dem Sommer waren Unis und Studierendenvertretung deshalb auf die Straße gegangen.

Betrag muss bis Ende Oktober stehen

Die Regierung hat die Entscheidung, wie viel Geld die 23 öffentlichen Universitäten von 2028 bis 2030 bekommen, daraufhin auf ihre Herbstklausur vertagt. Ein konkreter Termin ist weiter nicht bekannt. Laut Gesetz muss der Betrag jedenfalls bis spätestens 31. Oktober feststehen, Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) hat den Unis mehrfach ein moderates Plus in Aussicht gestellt.

Kritik übte die ÖH am jüngsten Vorstoß von NEOS, im Zuge der geplanten Hochschulstrategie 2040 über höhere Studiengebühren und eine Anhebung der Mindeststudienleistungen zu diskutieren. Die Debatte rund um die unzureichende Universitätsfinanzierung dürfe kein Vorwand sein, „Studiengebühren und Verschärfungen im Studienrecht wieder auszugraben“.

Krieg in Nahost

Bei einem saudi-arabischen Angriff auf die strategisch wichtige Küstenstadt Mokka sind laut Angaben der jemenitischen Huthi-Miliz mindestens sechs Menschen getötet worden.

Mindestens acht weitere Menschen seien bei dem Angriff verletzt worden, berichtete die den Huthis nahestehende Nachrichtenagentur Saba heute. Unter den Toten seien auch zwei Kinder und eine Frau.

G-7-Staaten verurteilen Angriffe auf Saudi-Arabien

Die G-7-Staaten verurteilten indes das gewaltsame Vorgehen der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz gegen Saudi-Arabien und im Jemen. Die Eskalation der Lage im Jemen sei eine „inakzeptable Bedrohung für die regionale Stabilität und Sicherheit, für die weltweite Energiesicherheit“ sowie die Sicherheit im Roten Meer und in der Meerenge Bab al-Mandab, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Gruppe wirtschaftsstarker Demokratien.

Die G-7-Staaten riefen die Huthis auf, sämtliche Angriffe, anderweitigen Militäraktionen und Drohungen gegen die zivile Schifffahrt „sofort einzustellen“. Der Iran wurde zudem aufgefordert, der Miliz keine Waffen mehr zu liefern und sie auch sonst nicht zu unterstützen.

Ukraine-Krieg

Der Kreml hat kritische Engpässe bei der Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten in der russisch kontrollierten ukrainischen Stadt Oleschky eingeräumt. Das russische Militär arbeite an einer Lösung, teilte die Regierung in Moskau heute mit.

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha warf den russischen Truppen dagegen vor, humanitäre Hilfe zu blockieren und nicht auf Evakuierungsanfragen zu reagieren. In der Stadt im Gebiet Cherson „sterben 6.000 Einwohner, darunter 200 Kinder, an Hunger und Kälte“, sagte er in einem Video auf Facebook.

Die ukrainische Delegation wolle das Thema bei der UNO-Vollversammlung in New York auf höchster Ebene ansprechen, um internationalen Druck auf Russland für einen humanitären Zugang auszuüben.

Wirtschaft

Das deutsche Bundeskabinett hat gestern die Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14 Cent pro Liter beschlossen. Der Gesetzesentwurf zur Änderung der Energiesteuer sei im Umlaufverfahren verabschiedet worden, teilte eine Regierungssprecherin mit.

Durch die dadurch um drei Cent geringere Mehrwertsteuer sinkt der Preis pro Liter um rund 17 Cent für die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland. Die Entlastung ist vom 1. Oktober bis zum 1. Dezember vorgesehen.

Die deutsche Bundesregierung hatte sich auf diese Maßnahme mit den Ländern am Freitag verständigt. Die Länder sollen sich zur Hälfte an den erwarteten Steuerausfällen von 2,5 Milliarden Euro beteiligen. Zudem soll ein Tankpreisdeckel nach dem Vorbild Luxemburgs und Belgiens spätestens bis zum 1. Jänner 2027 eingeführt werden.

Auslöser sind die erneut stark gestiegenen Preise an den Tankstellen durch den Iran-Krieg und die Unterbrechung saudischer Öllieferungen.

Chronik

Wegen des Taifuns „Dujuan“ sind in Japan vier Menschen gestorben. Sechs Menschen werden im Großraum der Hauptstadt Tokio noch vermisst, wie der japanische Fernsehsender NHK berichtete.

Zwar herrsche dort inzwischen vielerorts wieder sonniges Wetter, der Boden sei aber durch die starken Regenfälle noch aufgeweicht und berge die Gefahr weiterer Muren.

Zahlreiche Muren

Der 25. Taifun der Saison hatte in Tokios Nachbarpräfekturen Chiba und Kanagawa Muren ausgelöst und für Überschwemmungen gesorgt. In Chiba starben drei Menschen infolge von Muren, wie lokale Medien berichteten.

Auch in Kanagawa kam eine Anrainerin ums Leben, als ihr Haus von einem Erdrutsch getroffen wurde, durch den Schlamm in das Gebäude strömte. Dutzende Häuser in den beiden Präfekturen sowie der ebenfalls betroffenen Präfektur Ibaraki wurden beschädigt. Straßen standen unter Wasser. Auch der örtliche Bahn- und Flugverkehr war zeitweise beeinträchtigt.

Der Taifun zog an Teilen der Ostküste vorbei, bevor er in nordöstliche Richtung über das Meer abzog. Heftige Niederschläge sorgen schon seit Wochen immer wieder für Schlagzeilen in dem Land.

Ein Mitarbeiter eines Fahrgeschäfts auf dem Münchner Oktoberfest ist gestern bei einem Unfall tödlich verletzt worden. Zu dem Vorfall war es laut Polizei an einem „Free Fall“-Turm gekommen, wo Fahrgäste aus großer Höhe mit einer Gondel rasant in die Tiefe rauschen.

Der Mitarbeiter des Fahrgeschäfts habe sich wohl in einem Bereich aufgehalten, in dem er nicht hätte sein sollen, hieß es. Er sei dann getroffen und möglicherweise auch eingequetscht worden. Der Mann wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Spital gebracht, wo er später verstarb.

Auf dem Oktoberfest markierte der Unfall bereits den zweiten Vorfall mit einem Fahrgeschäft in diesem Jahr. In einem stehen gebliebenen Drehkarussell hatten Fahrgäste am Samstagabend etwa zwei Minuten lang kopfüber ausharren müssen, bevor sie aus ihren Sitzen geholt werden konnten. Grund der Panne war wohl ein defekter Sensor. Der TÜV prüfte das Karussell erneut, bevor es noch am Abend wieder freigegeben wurde.

Kultur

Die Hinterlassenschaften der französischen Filmikone Brigitte Bardot haben bei einer Auktion in Paris ein überraschendes Ergebnis erzielt. Die Versteigerung von über 280 Gegenständen aus ihrem Besitz brachte insgesamt 953.531 Euro inklusive Gebühren ein, wie das Auktionshaus Millon gestern Abend mitteilte. Alle Objekte fanden einen Käufer.

Die Auktion im Hotel Drouot dauerte knapp neun Stunden. Schon in den sechs Tagen vor der Versteigerung kamen rund 15.000 Besucher und Besucherinnen ins Auktionshaus, um die persönlichen Gegenstände der 2025 gestorbenen Schauspielerin zu besichtigen.

Unter den Gegenständen waren persönliche Erinnerungsstücke aus Bardots Häusern La Madrague und La Garrigue in Saint-Tropez sowie aus ihrer Pariser Wohnung. Versteigert wurden unter anderem eine mechanische Olivetti-Schreibmaschine, auf der Bardot den zweiten Band ihrer Memoiren verfasste, Repetto-Ballettschuhe, Porträts, Stofftiere und kleine Alltagsgegenstände.

Die Schätzpreise war zwischen 20 und 10.000 Euro gelegen, die meisten Stücke waren auf weniger als 100 Euro taxiert worden. Der Erlös kommt der Fondation Brigitte Bardot und ihrem einzigen Sohn Nicolas-Jacques Charrier zugute.