Vereinbarung soll Weg zu Wahlen in Libyen ebnen
Vertreter der verfeindeten Regierungen im Westen und Osten Libyens haben nach UNO-Angaben eine Vereinbarung unterzeichnet, die den Weg zu Parlaments- und Präsidentenwahlen ebnen soll. Diese sollen innerhalb von 24 Monaten stattfinden, unter einer einzigen Regierung und einheitlichen nationalen Institutionen, hieß es heute.
Die UNO-Unterstützungsmission in dem Land sprach in einer Mitteilung von einem „wichtigen Schritt zur Förderung des politischen Prozesses in Libyen und zur Schaffung der Voraussetzungen für nationale Wahlen“.
Nach dem Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi 2011 tobte in Libyen jahrelang ein Bürgerkrieg. Bis heute ist das Land gespalten: In Tripolis sitzt die von den Vereinten Nationen anerkannte Regierung von Ministerpräsident Abdel Hamid Dbaiba, der Osten und Süden des Landes wird beherrscht vom General Chalifa Haftar und seinen Verbündeten.
Mehrere gescheiterte Versuche
Die Vereinten Nationen bemühen sich seit Jahren vergeblich darum, die politischen Konflikte im Land zu überwinden und einen Wandel anzustoßen. Mehrere Versuche, landesweite Wahlen abzuhalten, scheiterten. Seit 2020 gilt eine Waffenruhe, die Sorge vor neuen Kämpfen besteht aber weiter.
Mit der jetzt geschlossenen Vereinbarung wird unter anderem eine Wahlkommission benannt. Zudem wurden nach UNO-Angaben Streitpunkte im rechtlichen Rahmen für die geplanten Wahlen beigelegt.
Die UNO-Mission in Libyen erklärte, sie werde weiter mit den libyschen Akteuren zusammenarbeiten, um die Umsetzung der Vereinbarung zu unterstützen und die Vereinigung der staatlichen Institutionen voranzubringen, die in der Lage sind, das Land zu Wahlen zu führen.