Ausland

Vertreter der verfeindeten Regierungen im Westen und Osten Libyens haben nach UNO-Angaben eine Vereinbarung unterzeichnet, die den Weg zu Parlaments- und Präsidentenwahlen ebnen soll. Diese sollen innerhalb von 24 Monaten stattfinden, unter einer einzigen Regierung und einheitlichen nationalen Institutionen, hieß es heute.

Die UNO-Unterstützungsmission in dem Land sprach in einer Mitteilung von einem „wichtigen Schritt zur Förderung des politischen Prozesses in Libyen und zur Schaffung der Voraussetzungen für nationale Wahlen“.

Nach dem Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi 2011 tobte in Libyen jahrelang ein Bürgerkrieg. Bis heute ist das Land gespalten: In Tripolis sitzt die von den Vereinten Nationen anerkannte Regierung von Ministerpräsident Abdel Hamid Dbaiba, der Osten und Süden des Landes wird beherrscht vom General Chalifa Haftar und seinen Verbündeten.

Mehrere gescheiterte Versuche

Die Vereinten Nationen bemühen sich seit Jahren vergeblich darum, die politischen Konflikte im Land zu überwinden und einen Wandel anzustoßen. Mehrere Versuche, landesweite Wahlen abzuhalten, scheiterten. Seit 2020 gilt eine Waffenruhe, die Sorge vor neuen Kämpfen besteht aber weiter.

Mit der jetzt geschlossenen Vereinbarung wird unter anderem eine Wahlkommission benannt. Zudem wurden nach UNO-Angaben Streitpunkte im rechtlichen Rahmen für die geplanten Wahlen beigelegt.

Die UNO-Mission in Libyen erklärte, sie werde weiter mit den libyschen Akteuren zusammenarbeiten, um die Umsetzung der Vereinbarung zu unterstützen und die Vereinigung der staatlichen Institutionen voranzubringen, die in der Lage sind, das Land zu Wahlen zu führen.

Aus Unzufriedenheit mit der Berichterstattung über von ihm unterstützte Kandidaten für die Zwischenwahlen zum Kongress hat US-Präsident Donald Trump einer bekannten Fernsehjournalistin mit Bestrafung durch die Medienaufsicht gedroht.

Kristen Welker habe behauptet, dass seine Unterstützung für republikanische Kandidaten „gemischte Ergebnisse“ erzielt habe, schrieb Trump heute. Für diese „absichtliche Ungenauigkeit“ werde die NBC-Reporterin bei der Medienaufsichtsbehörde FCC angezeigt, um „gerügt oder bestraft“ zu werden, so der US-Präsident in seinem Onlinedienst Truth Social.

Klagen gegen Medien

Trump geht immer wieder mit Klagen und Klagsdrohungen gegen Medien vor, etwa das „Wall Street Journal“ und die „New York Times“. Zudem ordnete er Kürzungen der staatlichen Finanzierung für öffentliche Sender an.

Die von dem Trump-Vertrauten Brendan Carr angeführte Medienaufsicht FCC drohte Sendern mit Lizenzentzug. Der Druck auf die Medien stößt allerdings zunehmend auf Widerstand. Mehrere Sender klagten bereits gegen die FCC und berufen sich dabei auf die durch die US-Verfassung geschützte Meinungsfreiheit.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat Gewalttaten israelischer Siedler gegen Palästinenser im Westjordanland ungewöhnlich scharf verurteilt. Er verurteile „entschieden die kriminellen Gewalttaten“ einer „Handvoll Randalierer“ in den Dörfern Kusra und Dschalud, erklärte Netanjahu gestern.

Die Täter verstießen gegen das Gesetz, behinderten die israelische Armee und schadeten „Israels Ansehen in der Welt“. Öffentliche Kritik Netanjahus an gewalttätigen Siedlern ist selten.

In Kusra hatten Dutzende israelische Siedler Palästinenser angegriffen. Bewohner und die israelische Armee berichteten von Steinwürfen und gewaltsamen Zusammenstößen. Nach Angaben des Militärs verbarrikadierten sich Siedler in einem palästinensischen Haus, während sich dort auch Bewohner aufhielten. Es gab Berichte über verletzte Palästinenser.

Auch im nahe gelegenen Dschalud griffen Siedler nach Angaben der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA eine palästinensische Familie sowie ein sie begleitendes ausländisches Medienteam an.

Der rechtsextreme israelische Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir hat in einem Video damit geprahlt, die Bedingungen für palästinensische Häftlinge verschlechtert zu haben.

„Die Ferienlager in den Gefängnissen sind vorbei“, sagte Ben-Gvir in der heute von ihm veröffentlichten Aufnahme, die ihn beim Besuch einer Frauenhaftanstalt zeigt. Der Minister reagierte darin auf die Beschwerde einer Insassin und verwies auf die Behandlung der israelischen Hamas-Geiseln im Gaza-Krieg.

„Geiseln hatte nicht solche Bedingungen“

In dem Video sagt die verschleierte Frau, deren Gesicht unkenntlich gemacht wurde, die Häftlinge hätten „extrem schlechte“ Bedingungen und „keinerlei Rechte“. „Wir konnten uns seit drei Tagen nicht waschen und haben unsere Unterwäsche nicht gewechselt“, sagte die Frau und warnte vor Krankheiten.

Ihrem Ehemann zufolge handelt es sich bei ihr um Jasmine S., die im Mai 2025 erneut festgenommen wurde, mehrere Monate nachdem sie im Rahmen eines Waffenruheabkommens im Gaza-Krieg freigekommen war.

„Unsere Geiseln hatten kein Shampoo und nicht solche Bedingungen“, erwiderte Ben-Gvir. „Ich bin stolz darauf, dass wir die Bedingungen in den Gefängnissen für Terroristen auf das blanke Minimum beschränkt haben.“

Einheimische auf Mallorca haben gestern Abend erneut gegen den Massentourismus protestiert. Die nach Polizeiangaben rund 1.000 Demonstrierenden bildeten mit Stühlen eine Sitzkette, die von der Plaza de Espana bis zum Regierungssitz am Meer gebildet wurde.

Erst Ende Juli hatten rund 25.000 Menschen gegen den Tourismus auf der größten der Balearen-Inseln demonstriert. Dieses Mal hielten manche Teilnehmenden selbst gemalte Transparente in den Händen mit Aufschriften auf Englisch wie „Your paradise, our hell“ (Euer Paradies, unsere Hölle), „Waiting line for a rent in Palma“ (Warteschlange für eine Mietwohnung in Palma) und „Tourist go home“.

Für den Protest zeichneten die Umweltverbände GOB und Terraferida verantwortlich. Die Initiative „Menys Turisme, mes vida“ (Weniger Tourismus, mehr Leben), die sonst Zehntausende Menschen für die Demonstrationen mobilisiert, fehlte diesmal.

Ukraine-Krieg

Nach den von Russland ausgelösten Explosionen in einem Munitionsdepot nahe der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist die Zahl der Toten weiter gestiegen. Von nunmehr 38 Toten und noch vier Vermissten sprach Präsident Wolodymyr Selenskyj heute Früh in den sozialen Netzwerken.

Einsatzkräfte am Anschlagsort bei Kiew
AP/Dan Bashakov

In dem Dorf Myla rund fünf Kilometer westlich von Kiew seien die Arbeiten zur Beseitigung der Folgen des russischen Angriffs und die Suche nach weiteren Opfern weitergegangen.

Es gebe 20 Verletzte, darunter zwei Kinder, teilte Selenskyj auf Telegram mit. „Den Rettungskräften ist es gelungen, die meisten Brände zu löschen“, sagte Selenskyj. Sprengstoffexperten seien im Einsatz, um die durch die Explosionen weggeschleuderte Munition aufzuspüren. Das kontaminierte Gelände sei groß.

Munitionslager entgegen der Vorschriften in Wohngebiet

Russland hatte das Depot, wo auch Granaten und Minen gelagert waren, am Freitag angegriffen. Erst gestern wurde bekannt, dass das Munitionslager – entgegen den ukrainischen Vorschriften – in einem Wohngebiet lag. Bei den meisten Opfern handelte es sich um Bewohner und Bewohnerinnen eines Altersheims.

„Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden der Verstorbenen“, sagte Selenskyj. Er hatte am Vortag angekündigt, die Verantwortlichen für die Nachlässigkeit zur Verantwortung zu ziehen. Die Ermittlungen dazu dauern an.

Selenskyj: Tausende russische Angriffe in dieser Woche

Selenskyj erklärte, dass die Ukraine mehr Schutz vor russischem Terror brauche. „Insgesamt haben die Russen allein in dieser Woche fast 2.000 Angriffsdrohnen, über 1.600 Bomben und 31 Raketen verschiedener Typen, darunter nordkoreanische ballistische Raketen, gegen unsere Bevölkerung abgefeuert“, sagte er. Es gebe rund um die Uhr Angriffe auf Gemeinden in Front- und Grenzgebieten.

Das russische Verteidigungsministerium teilte am Morgen mit, in der Hauptstadt Kiew sei ein Betrieb getroffen worden, in dem Bauteile und Sprengstoff für Drohnen gelagert gewesen seien. Die Angaben sind von unabhängiger Seite nicht überprüfbar.

Russland hat „umfangreiche Angriffe“ gegen „Einrichtungen des Energiesektors“ in der Ukraine angekündigt.

„Die Streitkräfte Russlands beginnen mit den Vorbereitungen für umfangreiche Angriffe gegen Einrichtungen des Energiesektors der Ukraine als Antwort auf die anhaltenden Angriffe des Regimes in Kiew gegen zivile Infrastruktur und den russischen Öl- und Energiekomplex“, erklärte das russische Verteidigungsministerium heute auf Telegram.

Während des vergangenen Winters hatte Moskau seine Angriffe auf ukrainische Kraftwerke vervielfacht und Millionen von Menschen damit Kälte und Dunkelheit ausgesetzt.

Seit mehreren Monaten verstärken Russland und die Ukraine ihre gegenseitigen Angriffe über lange Strecken, die sich zunehmend gegen die zivile Infrastruktur richten, etwa Lagerhäuser, Handelshäuser, Öl- und Hafenanlagen sowie Schiffe. Dabei kommt es immer wieder zu zivilen Opfern.

Dutzende Tote nahe Kiew

Die russische Armee griff eigenen Angaben zufolge in der Nacht auf heute in Kiew ein Kombinat an, das Asbest und Zement produziert und in dessen Räumen Sprengstoffe gelagert sein sollen, sowie eine Produktionsstätte für Drohnen und Munition.

Gestern hatte ein russischer Angriff auf ein Munitionslager in einem Vorort von Kiew eine gewaltige Explosion ausgelöst, die zum Tod von mindestens 37 Menschen führte.

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Die Ukraine griff ihrerseits in der Nacht auf heute mit Drohnen eine Ölraffinerie im Nordosten an. Örtlichen Behörden zufolge führte das zu einem Brand.

Inland

Europa- und Integrationsministerin Claudia Bauer arbeitet einen Vorschlag für das von Kanzler Christian Stocker (beide ÖVP) aufgebrachte Verbot des Politischen Islam aus. Sie will so schnell wie möglich über die Koordinierung eine Punktation an die Koalitionspartner SPÖ und NEOS übermitteln. Als Basis diene das Regierungsprogramm, wie es heute in einer Aussendung hieß.

„Nägel mit Köpfen machen“

Sie wolle nun „so rasch wie möglich Nägel mit Köpfen machen“, betonte Bauer: „Das Regierungsprogramm bietet sowohl die Basis für ein Verbot als auch für ein breites begleitendes Maßnahmenpaket im Vereins- und Kultusrecht und vielen weiteren Rechtsmaterien.“ So wie beim Kopftuchverbot für Kinder will sie das Verbot „breit und weitreichend aufstellen“.

NEOS gespannt

NEOS zeigte sich gespannt auf „einen legistisch umsetzbaren Vorschlag“. Denn ein Verbot würde eine klare rechtliche Definition voraussetzen, die juristisch halten muss, ließ NEOS-Klubobmann Yannick Shetty via Aussendung wissen: „Wir sind für alles offen, das Österreich sicherer macht.“ Zudem müsse sich Österreich auf EU-Ebene dafür einsetzen, „die Zweige der radikalislamischen Muslimbruderschaft auf die EU-Terrorliste zu setzen“, so Shetty.

FPÖ will Bauer Arbeit ersparen

Die Freiheitlichen wiederum wollen der Integrationsministerin Arbeit ersparen. „Frau Bauer muss keine Punktationen erfinden, Arbeitsgruppen beschäftigen oder die nächste Schlagzeile produzieren. Ein freiheitlicher Antrag für ein Verbotsgesetz gegen den politischen Islam liegt längst am Tisch“, erklärte Generalsekretär Michael Schnedlitz.

Die FPÖ hätte wiederholt ein entsprechendes Verbotsgesetz im Parlament eingebracht. Jedoch seien derartige Anträge unter anderem 2020 und zuletzt im März 2026 unter anderem mit den Stimmen der ÖVP abgelehnt worden.

Bauer will Politischen Islam „mit allen Mitteln bekämpfen“

„Wir werden den Politischen Islam und seine Organisationen in Österreich und Europa mit allen Mitteln bekämpfen“, so Bauer. Schließlich sei er „die größte Gefahr unserer Zeit“.

Er stelle sich über den demokratischen Rechtsstaat, wolle die Gesellschaft und den Staat umbauen, richte sich gegen die Freiheit von Mädchen und Frauen und „gegen alle Religionen, die in Österreich ganz selbstverständlich und friedlich zusammenleben“, betonte Bauer.

Stocker hatte ein Verbot des Politischen Islam in mehreren Interviews aufs Tapet gebracht. Dieses wolle er per Verfassungsgesetz absichern. Gleichzeitig sprach er in einem Video „Probleme bei Migration und Integration“ an. Zwar würden sich die meisten der hier Lebenden „an unsere Regeln“ halten und Teil der Gesellschaft sein wollen, man dürfe aber „nicht wegsehen, wenn das nicht der Fall ist“.

ZIB2-Hinweis

Seit Wochen suchen die Gesundheitsbehörden in Linz nach der Ursache für den Legionellenausbruch. 32 Menschen haben sich mittlerweile infiziert, drei sind gestorben. Zwei mögliche Infektionsquellen sind inzwischen bekannt – doch woher die Legionellen tatsächlich stammen, ist weiterhin unklar. Dazu ist der Infektiologe Helmut Salzer zu Gast.

Island stimmt gegen EU-Beitritt

Island wird seine Annäherung an die Europäische Union vorerst nicht fortsetzen. Der Versuch, die seit Jahren ruhenden Gespräche wiederzubeleben, ist gescheitert. Eine knappe Mehrheit der Bevölkerung hat sich gegen die Wiederaufnahme der Beitrittsverhandlungen mit Brüssel ausgesprochen.

Weltweites Schattenfinanzsystem

Das Hawala-System, ein informelles System für Barzahlungen über große Distanzen abseits von Banken, ist längst zu einem der wichtigsten Finanzierungssysteme für Kriminelle geworden. Auch in Österreich spielt Hawala eine zunehmend wichtige Rolle, insbesondere in der Schlepperkriminalität. Das zeigt eine investigative Recherche des ORF im Verbund mit anderen europäischen öffentlich-rechtlichen Sendern.

ZIB2 mit Margit Laufer, 21.50 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Wirtschaft

Der US-Autokonzern General Motors will laut einer vorläufigen Vereinbarung mit der Gewerkschaft Unifor 1,1 Milliarden Kanadische Dollar (rund 791,3 Mio. US-Dollar) in den kanadischen Automobilsektor investieren.

Das geht aus einem gestern veröffentlichten Verhandlungsbericht der Gewerkschaft hervor. Ein Teil des Geldes soll in die Montage eines schweren Pick-ups in einem Werk in Ontario fließen.

Die Investition kommt zu einer Zeit, in der die kanadische Automobilindustrie mit US-Zöllen von 25 Prozent zu kämpfen hat. US-Präsident Donald Trump drohte zudem, diese zum 1. Jänner 2027 auf 50 Prozent zu verdoppeln. Die Vereinbarung muss noch von den rund 4.600 Gewerkschaftsmitgliedern gebilligt werden.

Das Schicksal der kanadischen Automobilwerke wurde zu einem zentralen Thema in den festgefahrenen Handelsverhandlungen zwischen den USA und Kanada. Die Regierung in Ottawa erklärte, dass sie keinem Handelsabkommen mit den USA zustimmen könne, das nicht das Überleben einer starken kanadischen Automobil- und Zulieferindustrie sichere.

IT

Der deutsche Geheimdienst intensiviert bei der Computerspielmesse Gamescom seine Bemühungen, junge Leute als IT-Fachkräfte und für andere Tätigkeiten zu gewinnen. Der Bundesnachrichtendienst (BND) stellte an seinem Messestand in Köln ein Upgrade eines Computerspiels vor, mit dem das Interesse an der Arbeit der Auslandsspione geweckt werden soll.

Besucherinnen und Besucher haben an dem Messestand die Möglichkeit, ihre Hacking- und Coding-Fähigkeiten in kurzen Spielsequenzen unter Beweis zu stellen und dabei mit echten BND-Beamten ins Gespräch zu kommen. Man sei mit der Resonanz auf das Spiel zufrieden, sagte eine BND-Sprecherin.

„Die Gamer sind technikaffin, sie schlüpfen gern in andere Rollen und begeben sich auf Missionen: Nichts anderes macht der Bundesnachrichtendienst“, so die Sprecherin. Wie andere Behörden auch brauche man Nachwuchs und wolle diesen für die Arbeit beim BND begeistern.

Der BND hat nach eigenen Angaben rund 6.800 Beschäftigte, die Zentrale ist in Berlin und ein weiterer großer Standort in Pullach bei München.

Chronik

Der Kapitän und sieben Crewmitglieder sind nach dem Fährunglück mit mehreren Toten vor der Insel Zypern festgenommen worden. Das erklärte der Ministerpräsident der nur von der Türkei anerkannten Republik Nordzypern, Ünal Üstel, nach Angaben des nordzypriotischen Staatssenders BRT.

Die Verantwortlichen würden zur Rechenschaft gezogen, versprach er: „Ich sage das hier ganz klar. Jeder Aspekt dieses Vorfalls wird untersucht. Selbst die geringste Fahrlässigkeit wird ans Licht kommen“, sagte Üstel. Die Rettungsarbeiten gingen weiter.

Zahl der Todesopfer steigt

Die Zahl der Todesopfer stieg unterdessen auf acht, wie der türkisch-zypriotische Verkehrsminister Erhan Arikli nach Angaben des Senders BRT sagte. Nach zahlreichen Menschen werde noch gesucht.

Überlebende nach ihrer Rettung auf Zypern
Reuters

Nach offiziellen nordzypriotischen Angaben befanden sich insgesamt 267 Personen auf der Fähre, darunter 259 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder. Die meisten konnten gerettet werden.

Nach Behördenangaben war die Fähre zu Mittag kurz nach dem Auslaufen aus der Hafenstadt Girne (Kyrenia) gekentert. Wasser drang in die Fähre ein, und es wurde ein Notruf abgesetzt. Die Fähre war auf dem Weg ins südtürkische Mersin.

Nach der Sturzflut im Himalaya zwischen Nepal und China hat sich oberhalb eines chinesischen Grenzpostens erneut ein See angestaut. Wie der chinesische Katastrophenschutz mitteilte, überwachen Fachleute diesen mit einer Aufklärungsdrohne.

Sorge vor neuer Flut

Damit staute sich in der Region erneut Wasser an, das möglicherweise eine neue Flut auslösen könnte, sollte es den Schlamm und das Geröll durchbrechen, die das Wasser zurückhalten. Am Fluss Purepuqiang-Zangbu hatte sich zuvor zeitweise ein See gebildet, der aber auf natürliche Weise wieder abfloss, wie die Behörden mitgeteilt hatten.

Der neue See war laut Katastrophenschutz gestern Abend entdeckt worden. Zuvor habe sich ein Erdrutsch ereignet, der die Bildung des Sees verursacht habe, hieß es. Rettungskräfte flussabwärts am Grenzübergang Gyirong wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht.

Die chinesischen Rettungskräfte suchen hauptsächlich dort nach möglichen Opfern. Der Grenzposten im Südwesten Tibets war vor der Flutkatastrophe ein wichtiger Verbindungspunkt mit Nepal für Handel und Tourismus.

Zerstörte Brücke in Nepal
AP/Niranjan Shrestha

Die Sorge vor weiteren Fluten beeinträchtigt die Arbeit der Rettungskräfte in Nepal und China immer wieder. In der Früh hatte eine Flutwarnung im Katastrophengebiet in Nepal erneut für Unruhe gesorgt.

750 Tote und Tausende Vermisste

Die Behörden in Nepal und China informierten in kurzen Abständen über weiter steigende Zahlen von Todesopfern und Vermissten. Der nepalesische Katastrophenschutz teilte heute mit, mindestens 734 Menschen seien in Nepal ums Leben gekommen, 2.498 Menschen würden vermisst. Zusammen mit den jüngsten Angaben der chinesischen Behörden zur Lage in Tibet stieg damit die Gesamtzahl der Toten auf 750 und die der Vermissten auf 3.044.

Bei der heutigen Ziehung von Lotto „6 aus 45“ hat kein Spielteilnehmer bzw. keine Spielteilnehmerin die sechs Richtigen erraten. Im Topf liegen nun zusätzlich zum ersten Rang der nächsten Runde fast 3,2 Mio. Euro.

Folgende Gewinnzahlen wurden ermittelt:

3 6 17 28 32 40/Zusatzzahl: 22

Die aktuellen LottoPlus-Zahlen:

6 13 29 30 36 41

Zweite Ziehung:

7 18 21 23 24 26

Die aktuelle Joker-Zahl:

2 0 0 8 9 6

Alle Angaben ohne Gewähr

Leute

Das Datum für das Begräbnis des norwegischen Königs Harald V. steht fest: Am 9. September nehmen Familie, Freunde und das norwegische Volk in Oslo Abschied von dem Monarchen. Das teilte das Königshaus heute mit.

Der Tag soll im Kreis der engsten Familie in der Schlosskapelle beginnen, wie die Nachrichtenagentur NTB berichtete. Der Sarg mit dem König soll dann in einem großen Trauerzug zum Osloer Dom überführt werden.

An der Prozession nehmen laut der Agentur die Königsfamilie, Repräsentantinnen und Repräsentanten des öffentlichen Lebens und Gäste aus dem In- und Ausland teil.

Trauerfeier in Domkirche

In der Domkirche findet die Trauerfeier statt – wie schon bei Haralds Vater König Olav im Jänner 1991. Im Anschluss soll laut NTB ein weiterer Trauerzug – dann in deutlich kleinerem Rahmen – zur letzten Ruhestätte des Königs in der Kirche der Festung Akershus in Oslo folgen.

Science

Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat ein neues Weltraumteleskop auf den Weg ins All gebracht.

Start der „Falcon Heavy“-Rakete von SpaceX
Reuters/Joe Skipper

Das „Nancy Grace Roman Space Telescope“ startete mit Hilfe einer „Falcon Heavy“-Rakete der privaten Raumfahrtfirma SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk vom Weltraumbahnhof Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida, wie die NASA mitteilte. Benannt ist es nach einer der ersten Frauen in leitender Position bei der NASA.

In etwa einem Monat soll das Teleskop seine rund 1,6 Millionen Kilometer von der Erde entfernte Umlaufbahn erreichen und etwa Anfang 2027 erste Bilder schicken. Das Gesamtbudget der Mission liegt bei mehr als vier Milliarden Dollar. Astronomen sollen mit dem Teleskop nach Angaben der NASA etwa Exoplaneten, explodierende Sterne und Schwarze Löcher erforschen können.

Teleskop soll mehr als 500 Terabyte an Daten pro Jahr liefern

Das „Nancy Grace Roman“ funktioniert ähnlich wie das „Hubble“-Teleskop, das bereits 1990 gestartet war und inzwischen altersschwach und nur noch eingeschränkt funktionsfähig ist, es ist allerdings deutlich schneller und leistungsstärker. Für die Beobachtungen, die es in einem Monat durchführen kann, würde „Hubble“ nach Angaben von NASA-Wissenschaftlern ein Jahrhundert brauchen.

„Hubble“ sammelte in mehr als 35 Jahren rund 400 Terabyte an Daten – vom „Nancy Grace Roman“ erwarten die Wissenschaftler mehr als 500 Terabyte pro Jahr.

Als Ergänzung zu „Hubble“ war Ende 2021 bereits das „James Webb Space Telescope“, benannt nach einem früheren NASA-Chef, gestartet. Es arbeitet in anderen Frequenzbereichen als „Hubble“ und „Nancy Grace Roman“.