Johanna
[18 | Hamburg | Dominanz & Unterwerfung | Teil 2 - Reiterhof]
Chapter 1
by
Meister U
Der Reisebus hatte Johanna an den Landungsbrücken abgesetzt. Jetzt lag sie in ihrem Bett. Sie war allein im Zimmer. Sechs Betten, fünf davon belegt, aber still.
Johanna schlief immer nackt. Sie stand auf. Sie zog ihr T-Shirt aus. Es war grau und ein bisschen eng. Dann ihre Jeans. Die waren alt und an den Knien schon hellblau. Zuletzt ihr hellblaues Baumwollhöschen und den einfachen, weißen BH. Sie faltete alles und legte es auf den Stuhl neben ihr Bett.
Sie ging duschen. Das Wasser war nicht besonders warm.
Zurück im Zimmer, rieb sie sich mit dem dünnen Herbergshandtuch trocken. Sie zog sich nichts an. Die Luft war kühl auf ihrer Haut. Sie schlüpfte unter die Decke. Die Decke war rau und dünn.
Sie lag da und starrte zur Decke. Ihr Körper war schmal. Ihre Haut war sehr blass, fast durchscheinend an den Armen. Sie hatte ein paar Sommersprossen auf den Schultern. Ihre Brüste waren klein, ihre Hüften schmal. Lange, dünne Beine. Sie hatte blaue Augen und hellbraune Haare, die ihr bis zur Mitte des Rückens fielen. Jetzt waren sie noch nass und hinterließen einen dunklen Fleck auf dem Kopfkissen.
Ihr Blick wanderte zu den anderen Betten. Sie versuchte sich vorzustellen, wer da noch kommen würde.
Über dem Bett gegenüber lag ein großer, khakifarbener Rucksack. Daneben lehnte ein Geigenkasten. Das Bett daneben war schon unordentlich. Die Decke war zur Seite geschoben. Auf dem Nachttisch lagen viele Dinge. Eine halbvolle Wasserflasche. Ein Buch mit einem Umschlag, auf dem ein altes Segelschiff abgebildet war. Ein Stofftier, ein Waschbär. Daneben eine Brille mit einem dünnen, goldenen Gestell.
Auf dem nächsten Bett lag ein aufgeschlagenes Tagebuch. Daneben ein Stift mit einer rosa Feder. Das Kopfkissen hatte einen bezogenen, eigenen Kissenbezug, blau-weiß gestreift.
Das Bett in der Ecke war ganz ordentlich. Nur ein kleiner Kulturbeutel aus Leinen lag darauf. Und ein Schal, lang und aus dunkelroter Wolle.
Das letzte Bett, ganz in der Nähe der Tür, sah ganz anders aus. Darauf lag eine schwere, olivgrüne Daunenjacke. Ein Stirnband mit Wolf-Motiv. Daneben standen massive Wanderschuhe, die Socken steckten noch drin.
Johanna zog die dünne Decke bis unter ihr Kinn. Sie hörte Schritte auf dem Flur. Sie hörte Stimmen. Sie drehte sich auf die Seite.
Sie lag ganz still. Das Knarren der Bettfedern war jetzt zu laut. Sie hatte ein gemischtes Zimmer gebucht. Das fiel ihr jetzt wieder ein. Die Anspannung kroch in ihre Schultern.
Ihr Blick ging noch einmal über die Habseligkeiten der anderen. Sie suchte nach Hinweisen.
Der Geigenkasten. Der sah nach Sorgfalt aus. Vielleicht ein Mädchen. Oder ein schlanker, ruhiger Junge.
Die olivgrüne Jacke und die Wanderstiefel waren groß. Robust. Das fühlte sich männlich an. Die Stiefel sahen aus, als hätten sie weite Wege hinter sich.
Auf dem Nachttisch mit dem Waschbär lag ein Lippenpflegestift. Das sprach für ein Mädchen. Aber der Waschbär konnte auch ein Glücksbringer von jemandem sein, der von zu Hause weg war.
Der Schal auf dem anderen Bett war weich und zusammengerollt. Unisex. Sie konnte es nicht sagen.
Ihre nackten Schultern berührten das kratzige Laken. Sie spürte die kühle Luft auf ihrer Haut, wenn sie sich bewegte. Sie atmete flach.
Ihre Hände lagen auf ihrer bloßen Hüfte. Sie waren feucht. Sie wusste nicht, wer gleich hereinkommen würde. Fünf Fremde. Männer, Frauen? Eine Mischung.
Sie hörte eine Tür weiter unten im Flur zufallen. Eine Männerstimme. Eine helle Antwort. Die Schritte kamen näher.
Ihr Herz schlug schneller. Sie drehte sich zur Wand und zog die Decke fester um sich. Sie war nackt. Fühlte sich ausgeliefert. Sie bereute es, sich nicht wenigstens ein Shirt angezogen zu haben. Es war zu spät.
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