Ausland

Der Rechtspopulist Abelardo de la Espriella ist gestern (Ortszeit) als kolumbianischer Präsident angelobt worden. Die Zeremonie fand nicht wie üblich in der Hauptstadt Bogota, sondern in Cali statt. Die Stadt ist von Bandenkriminalität geplagt.

De la Espriella hatte im Wahlkampf ein hartes Vorgehen gegen die Drogenkriminalität in dem südamerikanischen Land versprochen, mit der Angelobung in Cali wollte der 48-Jährige diese Haltung unterstreichen.

Knapper Sieg in Stichwahl

De la Espriella tritt die Nachfolge von Gustavo Petro an. De la Espriella hatte sich am 21. Juni in der Präsidentschaftsstichwahl knapp gegen Ivan Cepeda, einen Senator und Vertrauten von Petro, durchgesetzt.

De la Espriella, der zuvor noch nie ein öffentliches Amt bekleidet hatte, trat als Außenseiter an und finanzierte seinen Wahlkampf mit dem Vermögen, das er als Anwalt und Geschäftsmann angehäuft hatte.

Bei der Zeremonie anwesend waren König Felipe VI. von Spanien, der amtierende US-Justizminister Todd Blanche, FIFA-Präsident Gianni Infantino sowie lateinamerikanische Staatschefs, darunter Javier Milei aus Argentinien, Daniel Noboa aus Ecuador und Jose Antonio Kast aus Chile.

Der US-Senat hat gestern mit großer Mehrheit für strengere Sanktionen gegen Russland gestimmt. Das Paket enthält Sanktionen gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin, eine Reihe russischer Beamter, Oligarchen und Banken sowie gegen die „Schattenflotte“, mit der Russland bestehende Sanktionen umgeht. Es geht nun ans US-Repräsentantenhaus, das wegen der Sommerpause erst im September über die Sanktionen abstimmen dürfte.

Das Paket würde es US-Präsident Donald Trump ermöglichen, Strafzölle in Höhe von bis zu 500 Prozent auf russische Importe zu verhängen, darunter auch Öl und Gas. Außerdem könnte Trump die Zölle für Länder erhöhen, die Öl und Gas aus Russland einkaufen, etwa China und Indien. Der US-Präsident hatte bereits in der Vergangenheit mit solchen Zöllen gedroht.

Das Paket geht auf den im Juli verstorbenen US-Senator Lindsey Graham zurück, der mehr als ein Jahr lang um Unterstützung für die Sanktionen geworben hatte. Kurz vor seinem Tod hatte der Republikaner bekanntgegeben, er habe sich mit dem Weißen Haus auf eine geänderte Version des Pakets geeinigt. Es erweitert die Sanktionen nun auch auf den Iran.

Ein US-Berufungsgericht hat der Regierung von Präsident Donald Trump den Weiterbau eines 400 Millionen Dollar (346 Mio. Euro) teuren Ballsaals auf dem Gelände des Weißen Hauses untersagt. Das Bundesgericht in Washington bestätigte gestern eine einstweilige Verfügung gegen das Projekt, das an der Stelle des abgerissenen Ostflügels entstehen soll.

Ob ein derart gewaltiges Gebäude errichtet werde, müsse der Kongress entscheiden und nicht die Exekutive in Eigenregie, hieß es in der Begründung. Der Kongress habe der Regierung nicht die uneingeschränkte Befugnis erteilt, das Weiße Haus nach den Wünschen eines bestimmten Präsidenten umzugestalten.

Baustelle am Weißen Haus in Washington
APA/AFP/Kent Nishimura

Groß wie ein Fußballfeld

Das Gericht setzte die Entscheidung für 14 Tage aus, damit die Regierung den Obersten Gerichtshof anrufen kann. Geklagt hatte die Denkmalschutzorganisation National Trust for Historic Preservation, nachdem die Regierung den Ostflügel abreißen lassen und ohne Kongresszustimmung mit dem Bau des Ballsaals begonnen hatte.

Der Ballsaal soll eine Gesamtfläche von 8.360 Quadratmetern umfassen und wäre damit größer als ein Fußballfeld. Trump verteidigte den Bau und die Kosten, die sich im Vergleich zu den ursprünglichen Planungen verdoppelt haben.

Trump will in Berufung gehen

In einer ersten Reaktion kündigte Trump an, dass man „umgehend Berufung beim Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten einlegen“ werde, wie er auf seiner Plattform Truth Social schrieb. Er bezeichnete die Entscheidung des Gerichts als „völlig falsch“ und forderte den Supreme Court auf, die „ungerechte Entscheidung“ vollständig aufzuheben.

Russlands oberstes Gericht prüft den Ausschluss der einzigen Partei im Land, die sich offen gegen den Krieg in der Ukraine stellt, von der Parlamentswahl im September. Eine entsprechende Klage der kremltreuen nationalistischen Partei Rodina (Heimatland) gegen die Partei Jabloko werde am Montag vor Gericht verhandelt, meldete die staatliche Nachrichtenagentur TASS gestern.

Rodina-Chef Alexej Schurawljow erklärte TASS zufolge, Jabloko sei eine vom Westen unterstützte Bewegung, die darauf abziele, die Wahlen und Russland selbst zu diskreditieren. Jabloko wies die Vorwürfe als verleumderisch zurück und kündigte eine Gegenklage an, um den eigenen Ruf zu schützen.

Es wird erwartet, dass die dominierende und Präsident Wladimir Putin unterstützende Partei Einiges Russland die Wahlen klar gewinnen wird. Im Juli war der kriegskritische Politiker Boris Nadeschdin, der ebenfalls für das Parlament kandidieren wollte, als „ausländischer Agent“ eingestuft worden. Er hat das Land inzwischen verlassen.

Krieg in Nahost

Die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz hat erneut Ziele in der jemenitischen Provinz Marib mit Raketen und Drohnen angegriffen. Anrainerinnen und Anrainer berichteten der Nachrichtenagentur dpa, sie hätten gestern mehrere Explosionen am Stadtrand von Marib gehört.

Über einem Militärlager der international anerkannten jemenitischen Regierung seien Rauchwolken aufgestiegen. Es gab Berichte über mehrere Tote. Das Gesundheitsministerium teilte mit, die Huthi-Miliz habe Wohngebiete und Lager für Binnenvertriebene in Marib angegriffen. Mindestens zwei Personen seien getötet worden, 14 weitere Menschen verletzt.

Aus Militärkreisen hieß es, dass bei einem Angriff auf Stellungen regierungstreuer Truppen in der Provinz Marib mindestens zwei Militärangehörige getötet und drei weitere verletzt wurden.

Huthis bestätigen Angriff

Die Miliz bestätigte den Angriff. Ein Sprecher erklärte, man habe Militärlager der regierungstreuen Truppen mit einer großen Zahl von Raketen und Drohnen angegriffen. Jede militärische Aufrüstung, die mit dem „saudischen Feind“ in Verbindung stehe, werde entschieden bekämpft.

Der Konflikt zwischen den Huthis und Saudi-Arabien ist in den vergangenen Wochen neuerlich eskaliert. Bereits am Donnerstag hatte die Miliz nach eigenen Angaben Militärlager der Regierung in den Provinzen Marib und Hadramaut angegriffen.

Inland

Die Regierung erarbeitet derzeit gemeinsam mit den Bundesländern ein Dürrehilfspaket für die Bäuerinnen und Bauern. Am Donnerstag versprach Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) neben Liquiditätsmaßnahmen auch „eine Kompensation der Schäden“. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) und Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) müssen sich aber noch auf die konkreten Maßnahmen einigen. Einen Termin für die Präsentation der Hilfen gibt es noch nicht.

Das Landwirtschaftsministerium beschloss Erleichterungen in der Förderungsabwicklung im Rahmen des Agrarumweltprogramms ÖPUL und der Bergbauern-Ausgleichszulage. Totschnig will betroffenen Betrieben helfen, sobald die tatsächlichen Schäden feststehen. „Auf dieser Basis werden wir den Bedarf zusätzlicher Mittel prüfen. Dabei können auch Mittel aus dem Katastrophenfonds des Bundesministeriums für Finanzen eine Rolle spielen“, so der Landwirtschaftsminister.

Die SPÖ-Bäuerinnen und -Bauern drängen im Zusammenhang mit dem Hilfspaket auf „einen klaren Schwerpunkt auf Vorsorge statt auf bloße Schadensverwaltung“. Die Österreichische Berg- und Kleinbäuer_innen Vereinigung (ÖBV-Via Campesina Austria) sieht durch die Trockenheit die Existenz von vielen Bauern bedroht und fordert mehr Klimaschutz im Rahmen der Agrarpolitik.

Franz Sinabell, Agrarökonom am Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO), warnte vor undifferenzierten Unterstützungsmaßnahmen. „Das Hilfspaket sollte so konzipiert sein, dass die Bauern, die sich gegen Dürre versichert haben, nicht als Dumme dastehen“, sagte er der APA. Der Ausbau der Futtermittelbörsen und Stundungen von Investitionskrediten seien auch „sehr hilfreiche“ Maßnahmen.

Ukraine-Krieg

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei seinem ersten Besuch seit Beginn des Ukraine-Krieges in Serbien seinen Amtskollegen Aleksandar Vucic getroffen. Nach seiner Ankunft in Belgrad gestern Abend traf Selenskyj den serbischen Staatschef zu einem Abendessen.

Vucic erklärte anschließend, er sei überzeugt, der Besuch werde zur Entwicklung der Beziehungen und zur stärkeren Zusammenarbeit beider Länder beitragen. Serbien ist traditionell eng mit Russland verbunden.

Offizielle Gespräche der beiden Präsidenten sind für heute im Präsidentenpalast geplant. Selenskyj kündigte zudem Gespräche mit Regierungschef Djuro Macut an.

Themen seien eine Ausweitung der wirtschaftlichen Beziehungen, die Beziehungen zur EU und „Sicherheitsfragen“, schrieb Selenskyj im Onlinedienst X. Vucic hatte bereits zuvor gesagt, es solle auch um die Zusammenarbeit im Energiebereich gehen.

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim sind gestern nach Behördenangaben mindestens zwei Menschen getötet worden.

Bei der Attacke auf einen Wohnblock in der Stadt Kertsch habe es auch einen Verletzten gegeben, teilte der von Moskau eingesetzte Statthalter, Sergej Aksjonow, mit.

Die Krim, die auch als Aufmarschgebiet für die russischen Truppen in Moskaus Angriffskrieg gegen die Ukraine gilt, sieht sich seit Monaten verstärkten Drohnenattacken Kiews ausgesetzt. Dabei sterben immer wieder auch Zivilistinnen und Zivilisten.

Die ukrainischen Drohnenattacken haben auf der bei Reisenden im Sommer sonst beliebten Halbinsel auch eine Energiekrise ausgelöst. Immer wieder kommt es durch die Attacken auf die Energieinfrastruktur zu langen Stromausfällen. Die Angriffe führten außerdem zu einer Benzinkrise, nachdem die Ukraine unter anderem Tanker mit Kraftstofflieferungen bombardiert hatte.

Wirtschaft

Ungeachtet seiner Niederlage vor dem obersten US-Gericht überlegt US-Präsident Donald Trump Medienberichten zufolge erneut, die US-Notenbank-Vorständin Lisa Cook zu feuern.

Das Weiße Haus habe an die Gouverneurin der Federal Reserve (Fed) einen Brief geschickt, in dem ihre Entlassung „erwogen“ werde, berichteten gestern der Sender ABC News und die „Financial Times“ unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Laut ABC News hat Cook drei Wochen Zeit für eine Stellungnahme.

Der Oberste Gerichtshof der USA hatte Ende Juni einen Antrag der US-Regierung abgewiesen und damit Cook vorerst weiter im Amt gelassen. Das Gerichtsverfahren rund um ihre Personalie läuft in unterer Instanz weiter.

Hintergrund des Personalstreits sind Trumps Versuche, geldpolitische Entscheidungen der US-Notenbank zu beeinflussen. Er fordert vom Fed-Rat, der für die wichtigen Zinsentscheidungen zuständig ist, eine lockerere Geldpolitik. Niedrigere Zinsen würden die Wirtschaft zwar ankurbeln, allerdings auch die Inflation anheizen.

IT

OpenAI hat die interne Entwicklung seines neuen KI-Modells Astra teilweise gestoppt und das mit möglichen „kritischen“ Fähigkeiten im Bereich der Cybersicherheit begründet. Das US-Unternehmen teilte gestern mit, es könne nach ersten Analysen noch nicht mit Sicherheit sagen, ob die Software diese Schwelle erreiche.

Nach den Sicherheitsrichtlinien von OpenAI gilt ein Modell als kritisch, wenn es eigenständig schwerwiegende, tatsächliche Softwareschwachstellen – genannt Zero-Day-Exploits – erkennen und ausnutzen oder komplexe Cyberangriffe auf hochsichere Ziele ausführen kann.

„Während wir dieses Modell weiter testen und bewerten, deuten unsere vorläufigen Auswertungen auf eine so starke Leistung hin, dass wir ein ‚kritisches‘ Fähigkeitsniveau zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen können“, so OpenAI. Als Reaktion darauf seien die Sicherheitskontrollen verschärft und die Entwicklung von Astra in isolierte Testumgebungen mit eingeschränktem Netzwerkzugang verlagert worden.

Hinweis

Aus medienrechtlichen Gründen ist diese Meldung bis 21. August 2026 hier abrufbar.

Der Freispruch für den Ex-Generalsekretär in Karin Kneissls (FPÖ) Außenministerium, Johannes Peterlik, im Prozess wegen Amtsmissbrauchs und Verletzung der Geheimhaltungspflicht ist rechtskräftig. Peterlik war am 22. April von allen Vorwürfen freigesprochen worden – mehr dazu in ORF.at.

Eine anschließend von der Staatsanwaltschaft Wien angemeldete Nichtigkeitsbeschwerde hat diese am 16. Juli zurückgezogen, wie das Landesgericht für Strafsachen Wien mitgeteilt hat.

Peterlik bestritt Vorwürfe

Dem Spitzenbeamten war vorgeworfen worden, den als geheim klassifizierten Bericht der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) zu einem Giftanschlag auf den russischen Doppelagenten Sergej Skripal im Jahr 2018 in Großbritannien, der auch die Formel der Nervengiftgruppe Nowitschok zum Inhalt hatte, ohne dienstliche Erfordernis angefordert zu haben. Die Staatsanwaltschaft sah dafür keine Berechtigung und kein dienstliches Erfordernis.

2021 war Peterlik vom Dienst suspendiert worden, wie das Außenministerium damals bestätigt hat. 2025 hat die Staatsanwaltschaft Wien Anklage gegen den früheren Spitzendiplomaten eingebracht – mehr dazu in ORF.at.

Im Prozess, der im März 2026 begann, wies Peterlik alle Vorwürfe der Anklage zurück und bekannte sich nicht schuldig – mehr dazu in ORF.at.

Die Nowitschok-Formel landete schließlich laut Medienberichten bei Ex-Wirecard-Vorstand Jan Marsalek, der mittlerweile für den russischen Inlandsgeheimdienst FSB tätig sein soll. Eine Schiene von Peterlik zu Marsalek war nicht belegbar, das Gericht sah außerdem ein klares dienstliches Interesse Peterliks durch ein Treffen mit dem damaligen russischen Botschafter in Wien. Dass Peterlik die streng klassifizierten Unterlagen an den Mitarbeiter des damaligen Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung Egisto Ott weitergegeben habe, wiesen sowohl Peterlik als auch Ott im Prozess zurück – mehr dazu in ORF.at.

Schöffensenat fällte Freispruch

Der Freispruch für Johannes Peterlik erfolgte nach vier Verhandlungstagen. Das Landesgericht für Strafsachen Wien urteilte als Schöffengericht, dass Peterlik seine Pflicht zur Geheimhaltung nicht verletzt und keine OPCW-Dokumente an Egisto Ott weitergegeben habe – mehr dazu in ORF.at.

Der Schöffensenat zeigte sich überzeugt, dass Peterlik nicht die in den beiden Anklagepunkten Missbrauch der Amtsgewalt nach § 302 Abs 1 StGB und Verletzung einer Pflicht zu Geheimhaltung nach § 310 Abs 1 StGB vorgeworfenen strafbaren Handlungen begangen habe. Dieser Freispruch ist rechtskräftig.