Grundstein für ersten islamischen Friedhof in Wuppertal gelegt
Wuppertals Oberbürgermeisteri Miriam Scherff übernimmt die Schirmherrschaft - ZMD:"Meilenstein" - 1.000 Grabstätten entstehen
In Wuppertal ist am Freitag, den 18. September 2026, der Grundstein für den ersten islamischen Friedhof der Stadt gelegt worden, der von einer unabhängigen islamischen Stiftung betrieben wird. Damit beginnt nach rund 18 Jahren Planung, Engagement und der Überwindung zahlreicher administrativer und rechtlicher Hürden die konkrete Umsetzung des Projekts.Der neue Friedhof entsteht auf einer rund 19.000 Quadratmeter großen Fläche unmittelbar neben dem christlichen und dem jüdischen Friedhof. Die räumliche Nähe der drei Friedhofsanlagen steht in besonderer Weise für die religiöse Vielfalt und das Zusammenleben in Wuppertal.An der feierlichen Veranstaltung nahmen rund 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Stadtgesellschaft, Politik, Verwaltung und Religionsgemeinschaften teil. Zu den Gästen gehörte auch Wuppertals Oberbürgermeisterin Miriam Scherff, die die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen hat.Scherff würdigte insbesondere die Bedeutung des Standorts neben dem christlichen und dem jüdischen Friedhof. Dieses Nebeneinander sei ein „lebendiges Symbol für die Vielfalt unserer Stadt und das Zusammenleben ihrer Religionen“. Dass das Vorhaben nach vielen Jahren der Arbeit nun umgesetzt werden könne, sei ein wichtiger Schritt für Wuppertal und seine Bevölkerung.
Samir Bouaissa: "Gesellschaftliche Akzeptanz und Anerkennung für das Recht muslimischer Menschen schaffen"
Samir Bouaissa, Vorsitzender der Stiftung Islamischer Friedhof Wuppertal und stellvertretender Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland, betonte, dass der erreichte Meilenstein das Ergebnis eines langjährigen Engagements sei. Zugleich dankte er den zahlreichen Personen und Institutionen, die das Projekt auf seinem Weg unterstützt haben.Baouissa machte deutlich, dass es bei dem langjährigen Prozess nicht allein um Genehmigungen und die Finanzierung des Vorhabens gegangen sei. Ebenso wichtig sei der Weg gewesen, gesellschaftliche Akzeptanz und Anerkennung für das Recht muslimischer Menschen zu schaffen, einen Friedhof zu unterhalten, auf dem ihre religiösen Bestattungsrituale berücksichtigt werden können. Im ersten Bauabschnitt sollen nach den derzeitigen Planungen rund 1.000 Grabstätten entstehen. Die Fertigstellung dieses Abschnitts ist für März 2027 vorgesehen. In späteren Bauphasen soll das Gelände zudem um einen Begegnungs- und Kommunikationsbereich erweitert werden, der auch Besucherinnen und Besuchern offenstehen soll.
Die Bedeutung des Projekts reicht dabei über die Stadtgrenzen Wuppertals hinaus. Für viele Musliminnen und Muslime, die seit Jahrzehnten in Deutschland leben, gehört das Land längst nicht mehr nur zum Ort ihrer Arbeit und ihres täglichen Lebens. Es ist ihre Heimat, in der sie leben, ihre Familien gründen und schließlich auch ihre letzte Ruhestätte finden möchten.Der islamische Friedhof in Wuppertal steht damit nicht nur für die religiöse und menschliche Dimension einer würdevollen Bestattung. Er ist zugleich ein Ausdruck von Verwurzelung und Zugehörigkeit und zeigt, wie religiöse Vielfalt zu einem sichtbaren Bestandteil des gesellschaftlichen Zusammenlebens werden kann.
Mit der Grundsteinlegung beginnt nun die nächste Phase eines Projekts, für das sich viele Menschen über fast zwei Jahrzehnte eingesetzt haben. Der geplante Friedhof soll künftig muslimischen Menschen in Wuppertal und der Region eine Bestattung nach ihren religiösen Vorstellungen ermöglichen und zugleich ein Ort des friedlichen Austausches werden.