tramps like us, baby we were born to run...[Bruuuuce1975]

Anmerkung: Wir stellen das Blog jetzt wieder online, um noch ausstehende Korrekturarbeiten abzuschließen.
Ausserdem sollen später Inhalte dieses Blogs in das neue Projekt übernommen werden.

[Arbeitstitel] ukrainisch/russiche Notizen 2016 unter blogger


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Montag, 12. Mai 2014

Schon wieder eine Stunde gewonnen

ImageFreitag.9.5.
Der wärmste Tag der Reise



Der heutige Tag ist der bisher wärmste Tag in Kanada, auch wenn die Saskatchewan Visitor Info sich später nicht ganz sicher ist, ob es in ihrer Provinz im April schon wärmere Tage gegeben hat.

Trotzdem ist das Zelt erstmal vereist, es hatte in der sternenklaren vergangenen Nacht Bodenfrost gegeben, Leslie’s fein gemähter Rasen zeigt einen weissen Rauhreifbelag.

Vom Bauern noch keine Spur, dabei dachte ich immer, Landvolk steht früh.

ImageIch bin fertig mit packen, als Leslie mit Donna erscheint, die Verabschiedung ist kurz aber sehr herzlich, da die beiden Nicht-Kaffeeetrinker sind und keiner im Haus zu finden ist, muß für den ermunternden schwarzen Schluck eine Warmmacherstrecke von 19km hingelegt werden. Zwar hatte Leslie angeboten, von Timmi mit seinem 24h Drive Thru Service Kaffee zu besorgen, aber das hatte ich gestern energisch abgelehnt. Um 08:15h geht’s los, vom wärmsten Tag des Jahres ist bis 11:00h nichts zu spüren. Der Highway ist leer, nur gelegentlich fahren einige wenige Autos.

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Ackerross

Elkhorn mit seiner Esso Tankstelle ist der erste Stop, unfreundliche Bedienung, aber für den Genuß gibt’s einen Sonnenbank mit Blick auf den Highway. Viel interessanter ist das Automobil Museum Elkhorn’s und da gerade geschlossen, gibt’s einige Fotos auf lau. Kanadische Automobilgeschichte open Air.

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Kornspeicher in Elkhorn
Nach insgesamt 37km ist die Provinzgrenze erreicht und die freundliche Begrüßung endet in der Gratulation für den als ersten hier durchkommenden Fahrradfahrer 2014. Inzwischen habe ich ein ganze Reihe erste Plätze eingeheimst, nun also auch die eins in Saskatchewan. Seit Tagen habe ich keine Fahrradfahrer mehr gesehen.



Es gibt eine Gratiskarte und einige Emphehlungen bezüglich der Geschäftsöffnungszeiten in der Provinzhauptstadt Regina[Riedscheina] am kommenden Muttertag. Und die Campingsplätze sollen jetzt geöffnet werden. Das wichtigste jedoch, das Saskatchewan eine inoffizielle Zeitumstellung hat und sich der Alberta Zeit klammheimlich im Sommer angepasst hat. Wieder mal reicht mein englisch nicht ganz aus, aber ich verstehe den Satz you gain one hour here in Sask.

Damit wird es jetzt morgens noch früher hell.
Jeder größere Ort hier in Saskatchewan hat seinen Getreidespeicher, den grain elevator, ursprünglich aus Holz, jetzt meist aus Stein oder in moderner Bauweise. Sie sind die charakteristischen Merkmale dieser Landschaft, aufgrund ihrer Größe schon von weitem sichtbar.

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in Moosemin


Der erste größere Ort in Sask. ist Moosemin und ganz nebenbei der letzten Tim Horton bis Regina, ca. 250km entfernt. Alle Berichte müssen also warten. Im Eingangsbereich treffe ich Trucker Tobi und im Gespräch erwähnt er wieder die canadsische Olympionikin Clara Hughes, www.theglobeandmail.com clara-hughes-to-ride-across-canada-for-mental-healthdie sehr populär in ihrem Land, ebenfalls auf CrossCanada 2014 macht und immer mal wieder im TV auftaucht. Ihre Reise allerdings ist eine große Kampagne gegen die Volkskrankheit Depression.

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Trucker Tobi


Ellinor hat Spätdienst, so lange kann ich hier nicht warten.

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Für Ellinor
Der letzte Kraftakt des Tages besteht in einer einsamen Fahrt nach Whitewood. Von weitem sieht man die roten Blechdächer des Kornspeichers. 53km schlängelt sich das Asphaltband durch endlose abgemähte Felder, oft stehen große Seen auf den Feldern, gelegentlich tauchen Kornsilos auf. Whitewood ist ein staubiges Nest am Highway, 2 Motels, 2 Tankstellen mit gestampftem staubigen Lehmboden, ein wenig Agrarhandel. Greyhound Canada kommt hier durch auf dem Weg nach Calgary, genauso wie die Canadian Pacific.

Im Convinience Shop wieder mal eine teure Flasche Saft, den horrenden Preis für Mineralwasser spare ich mir, ich hoffe auf trinkbares Wasser auf einer Farm.



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Elchschild in Saskatchewan
Bei Walmart ist 1,5l Mineralwasser für $0,98 zu haben, an der Tankstelle meist nicht unter dem dreifachen Preis. Der Versuch das Leitungswasser zu trinken, ist eine Gewöhnungsfrage, oftmals hat das Water from the sink einen sehr unangenehmen Chlor Beigeschmack. In White River/ON unternahm ich den Versuch eine halbe Flasche Sprite, 2l, mit 500ml Leitungswasser zu mixen, nach diesem fraglichen „Genuß“ bekam ich wirklich Angstgefühle und dachte über Symptome einer Chlorvergiftung nach.

Alles Trinkwasser hier, ich hab’s seitdem nicht wieder gemacht.



Whitewood, hier muß man nicht absteigen, es sei denn, die Zeit ist fortgeschritten. An diesem Tag besuche ich einige Farmen, alles sieht aus wie gerade eben erst verlassen, aber immer ist niemand anzutreffen. Schade. Nach einigen Versuchen, reicht mir das und ich steuere einfach das nächste haus 5km westlich des Ortes an.

Nein, ich störe nicht, und schon geht’s los. Romantischer Platz mit Blick auf den See und den Highway.

Was er allerdings verschweigt, ist die Zeckenverseuchung der Gegend. Die aufgehängte nasse Radkleidung in den Bäumen wird von den ungeliebten Haustieren gerne angenommen, bis ich es  bemerke, fliegt die später getrocknete Wäsche ins Innenzelt auf den Schlafsack.

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in Whitewood

Das hat gerade noch gefehlt. Mühsam muss nun jede Ecke und Tasche abgesucht werden; etliche dieser krabbelnden Biester überleben den Abend nicht und noch ein Frühlingsbote ist aufgetaucht, ebenso widerwillig begrüßt. In meinem Zelt tummeln sich die ersten Mücken. 

Die Flasche Off kostet Outdoorladen meines Vertrauens mit dem großen W $8,95.

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Urlaub auf dem Bauernhof


ImageDonnerstag, 8.5.
Wiedergutmachungswetter
Um 5:25h erhebt sich ein gleissend heller Feuerball aus den Niederungen und strebt gegenüber meinem Fenster bei PetroCanada in die Höhe.
Was für ein Tagesbeginn. Das Zelt ist in der Nacht getrocknet, um 7:15h trotte ich zum Continental Breakfast. Es gibt sogar Eier, allerdings kalt und hart und Rosinenbrot. Drei Styrobecher Kaffee und raus auf die Strasse. Heute lieber erst einkaufen, bevor es wirklich losgeht. Abends ist Wildnis angesagt, also hinein in den Walmart SuperCentre.

Einmal hin, alles drin. Was für eine Größe, einfach schier unglaublich, hier scheint außer Autos alles zu haben zu sein. Walmart arbeitet in Canada mit zwei Ladeneditionen, Läden, die sie im Anhang mit foodshelf bezeichnen, also das gerade Ernährungsnötigste bieten, dafür aber kein Obst und Gemüse, jedoch das Gesamtangebot Old Dutch und Softdrinks und eben den Supercenters; darf es neben der Kiloflasche Heinz Ketchup noch 'ne neue Jeans und gleich dazu vielleicht 'ne neue Ledercouch sein?
In Polen versucht sich der französische Riese Carrefour in der Peripherie der großen Städte ebenso mit solchen Allessellern unter der Bezeichnung Hipermarchet, aber diese Größe hier erreichen sie nicht.
ImageEs gibt witziger Weise ein Schnellkassensystem, hinter deren Startlinie sind bis zu 15 Kassen ohne Laufband integriert. Die Leute warten geduldig und mittels großem Bildschirm wird Ihnen visuellakustisch die entsprechende Kassennummer angesagt, wo der Cassier sie als erstes mit den Worten, sind sie zufrieden mit ihrem Einkauf bei Walmart, begrüßt.
Ich bin sehr zufrieden, finde das im Moment großartig und komme mit 18 Donuts für $3 wieder aus dem Laden. Mit dem Fahrrad kommt übrigens anscheinend keiner, es gibt tatsächlich Stellplätze, doch sind verwaist und ein wenig versteckt.
Dann an diesem Tag leider die falsche Idee anstatt direkt auf den Highway 1 zurück, noch eine Stadtbesichtigung per Rad Brandon zu fahren, die Victoria ave. entlang, die nach längerer Strecke ebenfalls an den Hwy anschließt.
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In der Stadt ist der Verkehr immer ein wenig bedrängender, hier gibt’s keinen 12 foot paved shoulder, sondern nicht abgeräumte Hinterlassenschaften des letzten Winters, die Strassen sind bös’ ausgeschlagen, immer wieder durch Teerguss geflickt und nach Frosteinbruch erneut ausgerissen; Slalomfahrten mit dem Trecker auf einer vierspurigen Hauptstrasse.
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Immer wieder versuchen Pickups den in ihren Augen, dem Fahradfahrer zustehenden Platz zuzuweisen, Scheibe runter und gestikulierend, neben einem vorbei fahrend. Nach dem dritten Erlebnis dieser Art darf auch der Tourist mal pöbeln und schon ist Ruhe. Später auf dem rangniederem Highway gibt es kein Seitenstreifen mehr, nur noch eine weiche Bankette.
Ich bin froh, endlich wieder den TCH zu erreichen. Von da an herrschen Traumkonditionen, beste Strassenqualität, leicht wellige Strecke, Sicht soweit das Auge reicht. Tempomaten-Wetter für Kraftfahrer, mit  90-100kmh gepflegt über einen fast leeren, großzügig bemessenen Highway gleiten, Deutschlands Autofahrer Traum und eben Langstreckenbikertraum.
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Donnerstag, 8. Mai 2014

Weltuntergangstag bis 17:00h

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Mittwoch, 7.5.
Ich glaube, das ich mit relativ guter Reisemoral ausgerüstet bin, so richtig umhauen tut mich so schnell nichts.
Ellinor mag das an mir und weiß, wenn ich einen schlechten Tag habe, kann ich schon morgen wieder mich selbst motivieren.

Heute klappt das leider nicht. Dieses Land wechselt so schnell von angenehm, bis verfluchen, da fällt es schwer mit zu kommen. War es am Montag noch super, so sitzt jetzt drei Tage lang ein Tiefschwein über Manitoba. Was könnte das Fahrradfahren hier ein Genuß sein, ja was könnte... Die Schneefallgrenze ist im Norden auf 700m gefallen, mein Höhenzug liegt um die 500m. Es ist kalt und regnet.
In der Nacht wurde ich wach, ich bin sicher Schritte gehört zu haben, aber es erfolgte auf Zuruf keine Reaktion und wenn doch, ging sie im Lärm der Freightliners unter, die 60m den Hügel hinauf ohne Pause den Highway entlang donnernten. Ich schlafe ohne Ohrenstöpsel, die Taschen sind am Rad, nur Wertgegenstände verbleiben im Zelt. In Europa undenkbar hat hier keiner Lust auf Handtaschenraub in der Nacht. Möglicherweise war es Bambi.
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Bambi ist tot
Seit dem ich in Manitoba unterwegs bin, habe ich mindestens 20tote Bambis direkt am Fahrbahnrand gesehen, dazu jede Menge Nager, Dachse und Hörnchen. Alles bleibt liegen und die Natur entsorgt sich selbst. Der Schnee gibt die Kadaver frei, die meisten waren allerdings kaum 2 Wochen tot. Ebenfalls sind die menschlichen Rückstände jetzt auf dem Highway zu sehen, von Flaschen, Bechern, abgesehen, hatte ich inzwischen ein halbes Dutzend, Blackberrys, Samsungs, und Kameras in der Hand. Allesamt aber zu frostempfindlich.
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Wenn das Zelt bereits naß ist, muß das aufstehen vorsichtiger als sonst erfolgen, solange noch Kamera, Handy und ähnliches im Zelt liegen. Trotzdem bin ich um 8:30h auf dem Rad, es gibt nichts Trockenes mehr, die Kleidung des gestrigen Tages ist im Zelt nicht trocken geworden, alles ist klamm, es ist kalt, eklig, unangenehm.

Ich ziehe alles übereinander an, 5 lagig, in der Hoffnung, es ist windundurchlässig.
Die klamme Kleidung muß sich durch Muskelarbeit erwärmen. Mein Entschluß steht fest, ich werde vorerst die Aktion abbrechen und ein Motel aufsuchen. Das ist eben der Unterschied zum heimischen Sofa; hier vor Ort in the middle of nowhere fühlt sich das alles real echt kalt, real echt naß an, hier helfen keine schlauen Reiseführer.

Auf dem Weg nach Brandon

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aus dem Sonderprüfungskatalog: die Taiga Prüfung
Dienstag 6.5.

Es regnet seit 6 stunden, als ich mich endlich entschließe mal vor die Tür zu gehen. Da ist es schon seit zum aufstehen. Heute ist wieder alles grau, im Wetterbericht hatten die Norweger 3 Tage Schauer angekündigt, dieser Schauer wird heute bis in die 15.te Stunde des Tages durchgehend anhalten.


Ich hab das ja schon an anderer Stelle gesagt, ich bin ein unverbesserlicher Eisenbahnromantiker, andere würden den gestrigen Platz als einen Fehler bezeichnen, ich empfinde ihn als geradezu ideal, alle 30min spätestens kommt hier Canadian Pacific durch, und vor der Brücke des Entwässerungsgraben müssen die immer hupen, als ob da einer von rechts kommt, und dann geht es los, gadong,gadong, man hört die Achsen über die vibrierenden Holzschwellen federn, und ich liege im Schlafsack gleichso, als wäre der Liegewagen hinter angehängt. Ich mag das, es erinnert mich an die vielen Fahrten im Liegewagen, z.B. von Stettin mach Warschau, DreiStockBett- Abteil und im Einstieg ein echter Holzkohleofen. Oder die legendäre Aurora Borealis Reise, von Kolari nach Helsinki quer durch das sommernächtliche Finnland.

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Die heutige Sonderprüfung passiert leider unangekündigt direkt nach dem Abbau, ich schleiche mich über die Schienen und habe den 150m unbefesstigten langen Deichkronenweg vor mir. Gestern am Abend keine Hürde, heute aber komme ich nur 30m bis zum rettenden Highway, dann hat der lehmige Boden vermischt mit Stroh des letzten Jahres den Zwischenraum zwischen Schutzblech und Rädern ausgemauert. Nichts rollt mehr, wie ein Pflug gerät das hintere Rad in die obersten 15cm des Bodens, ein hilfloser Blick nach vorn, die Strasse schaffe ich nicht.

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Also im Dauerregen alles wieder ab, Rad quer und mit den Finger versuchen, den schwarzen Lehm herauspulen. 09:10h, ich glaub' ich krieg' 'nen Heulkrampf, das  teure Rad wie ein Pflug.

Es dauert ein irre Zeit bis sich die Räder wieder drehen lassen, meine Schuhe haben inzwischen 5cm Absätze. Den Rest der Strecke trage ich alles per Hand, inclusive Richtungswechsel auf dem Highway.

So kann man nicht zu Tim, aber zu Walmart darf man so. Ich sehe aus, das ist unglaublich, also erst einkaufen dann einen medium coffee with two milk und two sugar.

Natürlich kann man den Kaffee auch woanders bekommen, aber Tim hat ein großartiges wlan Netz.

Beim Walmart Supercentre also den Restlehm an den Schuhen gründlich in den Fußboden im Eingangsbereich einmassieren, tut mir echt leid Leute, ist nicht mein Tag heute, und Zügs für den Abend bunkern. Wer weiß, wo ich bleibe. 
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Da der Nordamerikaner anscheinend nicht gerne schnippelt, gibt es bei Obst und Gemüse eine große Abteilung fertiggeschredderte Salate, coole Sache, ist alles mögliche dabei, fertig gewaschen, sofort essbar, brauchst' nur noch die Soße in die Tüte kippen und Saucen gibt es meist mehrere Meter lang.

Mein Favorit ist Coleslaw, also Weißkohl,Wurzel Radieschen Mix, mit Original Coleslaw-Sauce Salatdressing, das 1kg package für $1,99, danach gibt’s erstmal kein Hungergefühl mehr. Neulich ist mir dabei doch ein kleiner Fauxpas passiert. Die Zunge wollte das Gehirn rechts überholen und ich  finde das Zeugs nicht, werde unruhig, und frage die Servicekraft, eyh, do you sells also Garbage Salad? Da hatte ich doch schnell wie war garbage mit coleslaw verwechselt, also Müll mit Weisskohl. Ist aber alles gutgegangen, ich durfte im Laden bleiben.

Radladen suchen

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Exchanche District Winnipeg
Ich muß zurück, es hat ja keinen Zweck, wie mein Freund Klaus an der Ampel sein Hilfsmotorad anschieben, mitlaufen und aufspringen; auf einer 4spurigen Strasse solche Einlagen zu bringen, kann auch mal mit einem Sturz enden.
Es ist erniedrigend, aber ich muß die Sache nun selbst in die Hand nehmen; von Dinae keine Spur weit und breit.
8,7km zurück bis zum Olympia Laden, sonst zu Bike&Beyond in die Peripherie.

Wenn die Asiaten nur nicht so nuscheln würden, hätte ich gestern schon verstanden, das ein Continental Breakfast im Preis inbegriffen ist, während ich also Briefe schreibe, wird es auf dem Flur laut, die Leute gehen zum Frühstück, da muß ich doch glatt hinterher, siehste! gibt Papp Kornflakes.
Wie auch immer die das machen, jedes angebotene Frühstück war vom selben Marmeladen Hersteller ausgestattet. Es gibt von Niagara Falls bis Winnipeg, die gleichen Marmeladen, die gleichen Ernußbutter Tütchen, alles immer gleich, ein Continental Kartell.

Und immer ist die Putzfrau krank. Ob das wirklich sich so rechnet, alles aus Styropor und Plastik, alles zum wegwerfen?
Irgendwann stand eine Tafel in Ontario an der 17 yes, we have real dishes. Auch das kann ein Weetbewerbsvorteil sein, richtiges Geschirr. Kaum zu glauben. Hier aber nicht.
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Olympia Bicycle Store


Ich spreche mit dem Motelwirt, sollte etwas schief gehen, bin ich 5 Stunden wieder da und dann geht's los. Um es kurz zu machen,  die Winnepeger PickupBesitzer sind am Montag nicht weniger empatisch auf der Portage Ave stadteinwarts, als am Sonntag- aber eben auch nicht mehr.
Aus 8,3km werden einige mehr und um 9:59h stehe ich vor Olympia ski und cycle.
Klingt erstmal nicht gut, was soll das ski. Dann wird die Tür aufgeschlossen, Begrüßung zurückhaltend,ist halt Montagmorgen, nicht jeder beginnt seine Woche euphorisch. 
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Ich erkläre, ich hatte Pech, falsche Werkstatt, unvollendete Reparatur, bin auf Cycletour, the chain is skipping after a chancing 10 xpeed.
Er sagt erst mal nichts und schaut nur, dreht ein wenig an der Pedale und schließlich, die 45kg müssen ab, das Rad muß auf den Ständer. Klar, das ist verständlich, aber kurze Frage, wären denn alle Teile da? bei Jens würde ich das nie wagen zu fragen, aber seit gestern fühle ich mich genötigt dazu.
Ich bin brauche medium und small chainring. Jetzt kommt es zu einem langen Monolog, wovon ich nur grob 15% verstehe, irgenwie geht es um die Anzahl der Zähne und das er nur einen kleinen Ring in Nicht-XT da hat. Aber er wirkt zuversichtlich. Das einzige was mich in diesem Moment interessiert, wird die angefangene Operation heute beendet.
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Highway der Helden

Irgendwann hat mein Freund Hussein mal gesagt, er hat auch ein Fahrrad mit einer Shimano Schaltung, gut sein Fahrrad war etwas preiswerter, aber ich hatte ihm damals versucht klar zu machen, Shimano ist nicht gleich Shimano, genauso Mer-ce-desz eben nicht gleich Daimler ist, auch wenn er 'nen Stern hat.

Sei’s drum, hier fehlt auch mir der Überblick, es geht um die unterschiedliche Zahl der Zähne, den Unterschied  zwischen XT Touring und Xt Mountainbiking, verschiedenste optionale Möglichkeiten, und hast- du-nicht-gesehen, dafür reicht mein 37jahre altes englisch nicht aus. 
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Double Bison eastbound

Mehrfach frage ich dazwischen, bist du davon überzeugt, das du es zum Laufen bringst, letztlich müssen die Ritzel doch nach 3000km wieder gewechselt werden.
Man mag mich für schlicht halten, aber ich gehe zu meiner Werkstatt des Vertrauens und sage mach was hochqualitatives und dann macht er. Ich bin der Fahrer, er ist der Schrauber, ob nun 46 oder 42 Zähne, das hat mich nie gequält. Das Vertrauen in die Arbeit ist viel wichtiger, als den Shimano Gesamtproduktionsüberblick verinnerlicht zu haben.
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Double locomotive CP eastbound
 
Ich folge seinen Gedanken, empfinde in seiner kompenten Art Vertrauen und dann nimmt er  das Rad und verschwindet. Zwischendurch ist er wieder da und sagt er hat einige Schrauben getauscht, von Torx auf Imbus, ebenso den ramponierten XT Umwerfer, na denn, nach 2:15h ist die Arbeit getan. Alles läuft, er hat nebenbei alles gereinigt und bekomme jede Menge Altmetall in einer Plastiktüte mit.
Läuft. Absolute Profiarbeit, nicht viele Worte gemacht, so hätte es gestern sein können, Pech gehabt, falsche Werkstatt.
Seit dem ich in dem Laden bin, arbeiten 4 Schrauber permanent, nur kurz unterbrechend wenn neue Kunden mit Rädern kommen, dafür, das ich gestern 3 Radler und heute einen gesehen habe, brummt der Laden, die irritierende Frage bleibt, was machen die ihren Rädern? Wo sind die danach?

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Erika und Sepp from Elie, former Austria
Ich habe viel Zeit mich umzusehen,  jede Menge edle Cannondale Racer hänger von der Decke, alles ist zu haben, richtige schicke Sachen, sogar Schwalbe Faltreifen, aber das Thema hatten wir ja schon.
Otto Normalkanadier muß für seinen Fahrspaß richtig was auf den Tisch legen, so sind die Faltreifen für um die 110$ zu haben, gut ich werde jetzt aus Gründen der Höflichkeit den Walmartpreis nicht erwähnen, Markenqualität kostet halt.
Ich bin schwer beeindruckt, von diesem Laden, Adrian hieß mein Schrauber und er sagt zur Philosophie des Ladens, kommen Touringrider, lassen die sofort fallen und geben ihnen top Priority, alles andere muß warten, absoluter Profieinstellung. 
Alles läuft und um 12:30h, geht's die Portage erneut stadtauswärts. 16km dauert der Stress, dann fasert Winnipeg aus. Bald hat sich die größte Stadt Manitobas entfernt und es gibt bis zur nächsten Stadt einen 12foot paved shoulder, ebene Bahn, 12° leichten Wind von hinten. Yeah, Radfahren wie im Paradies, leider ohne Kollegen.
Sehen, wer übermorgen zu Besuch kommt, Weite, Manitoba ist Weite, Felder, die bis zum Horizont reichen. Auf diesen Tag mußte ich 36 Tage warten, erst um 12:30 losgefahren, bis um 17h sind die 110km abgespult. Heute wäre sogar mehr drin gewesen, looking forward things to come.

Dienstag, 6. Mai 2014

Liebe und treue Blogleser, für mich kam es dann auch überraschend, doch nicht ganz unerwartet, wenn man die Wetterkarte mitverfolgt, und so bat Frank mich gestern Euch mitzuteilen:

Frank is in the fields,

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                                                                                            wer findet die Fehler im Bild?

und der nächste Beitrag wird voraussichtlich am Freitag, mit vielen neuen Bildern, veröffentlicht.

Mit herzlichen Grüßen von Frank und Ellinor
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Gestern erreichten mich die wahren Fotos:

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..............es lebe freies Internet bei Tim Horten, Frank und ich konnten skypen, während es bei ihm in Strömen goß!



Montag, 5. Mai 2014

Der Motor läuft endlich stotternd an

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Allen Sponsoren einen oberleckerherzlichsten Dank
Schon wieder ein Stock zwischen den Speichen. Der heutige Tag ist das Paradebeispiel dafür, das alles super geplant sein kann, eigentlich nichts schief gehen kann, die Sache an einem bestimmten Punkt aber unbemerkt entgleitet und man abends vor einem Desaster sitzt und sich kopfschüttelnd fragt, wie konnte das nur so kommen?
Und welcher Idiot hat das verbockt?

ImageAber zunächst zu den positiven Momenten des Tages. Nach 3 Tagen scheint die Sonne wieder am Morgen, viel steht auf dem Programm, mein Schlaf ist nicht tief und durch die hochgezüchtete Klimaanlage vor 6:00h geweckt, sitze ich an diesem Sonntag schon um 7:00h vor der eingeschalteten Inroom Kaffeemaschine.

Ich nehme mir auf Hansen's Rat ein SponsorenFrühstück im TruckerRestaurant. Dafür gibt's gewaschene Wäsche und sogar zur Feier des Tages eine Spur Deo. Im Restaurant ist um 7:30h reichlich was los und ich nehme Frontiersman, was so viel bedeutet Grenzbewohner,-siedler. Alaska und die NWT werden umgangssprachlich als the last frontier bezeichnet, also sowas wie Dithmarschen.

Und schon geht's wieder los, wie sollen die Eier, Speck, Toast, hash browns- was sind nun wieder hash browns?, also?, ach machet doch bitte so wie immer. Kaffee satt, nun schon der dritte Becher.
Um es kurz zu machen, man darf durchaus Geschmack an dieser Art früher Vollkost empfinden. Ich muß die Kalorien halten. Und Fettwerte sind was für Laborchemiker. Übrigens als Nachtrag, ich habe festgestellt, das auf einer ordentlichen Tüte Chips der täglich Bedarf an Vit. C bis zu 60% angegeben ist, na bitte, 1,5 Tüten Chips und die freien Radikalen haben keine Chance.
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Highway 1
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Getreide Kathedralen
Dann geht's auch los. Kaiserwetter, kaum Wind, 6°, ebene flache Bahn. Nach dem gefrusteten Getrampel der letzten 3 Tage ist das heute kaum zu glauben. Völliger Wetterwechsel. Was für ein Fahrgefühl, endlich mal die Chance, das volle Potential abzufordern, alle System laufen rund und wir schaffen 11,9 Knoten A.K.

Ja, so hätte es auch schon vor 34 Tagen beginnen können, der heutige Tag, gibt eine grobe Vorstellung was möglich ist. Der Blick reicht 10km vorraus, irgendwo am Horizont hört die Strasse auf. Nach 42km erreiche ich den Autobahnring Winnipeg.
ImageIch habe lange drauf gewartet, aber heute passiert es, mein Schrauber wird später einfach sagen, Winnipeg ist eine Autostadt, der Highway 1 nennt sich jetzt Fermor Ave und führt quer durch das Stadtgebiet, die Strassenqualität nimmt dratisch ab, an der ausfasernden Peripherie Winnepegs gibt es keine Schlaglöcher, das sind Krater auf der rechten Spur. Dafür fährt der Einwohner zum ersten Mal, so wie ich es längst erwartet habe. Hier wird noch am Lenkrad gefightet,gehupt, mal den Motor heulen lassen. Wie komme ich bloß immer drauf, das der Sonntag verkehrsberuhigt ist. Hier herrscht ruppiger Vorfeierabendverkehr und der Winnepeger Pickup Pilot kann es überhaupt nicht leiden, wenn die Zweiradguerilla auf der dreispurigen Richtungsfahrbahn sich breit macht. Mobil Barrieren.

Ich vergaß zu erwähnen, es gibt einen Fahrradweg. Ja, den ersten den ich überhaupt zur Kenntnis nehme. Okay, ich flüchte, doch der Weg endet an einer Querstrasse, 2 Strasseninseln, 2 hohe Bordsteinkanten, die haben richtig Humor, 2 mal mache ich den Spaß mit, dann ist fertig und ich bin auf wieder auf dem 1er. Stichwort Share the road, also Mitte rechte Spur, schön breit machen, und plötzlich läuft es , die hinter mir haben alle Bremsen. Die Ortseinfahrt bis nach dontown dauert 13km, das ist kein Kindergeburtstag; heute nicht. Letztes Jahr bin ich Moskowsky Propekt, St.Petersburg, Rossija, gefahren, 20km, kommt dem hier ziemnlich nahe, aber die Strasse drüben war besser.

ImageImageIch erreiche ohne sonderliche Probleme die Fahrradwerkstatt, alles ist vorab geklärt, ich bekam eine re-mail, ja alles da, wir arbeiten auch am Sonntag, super, dann kann ich am Abend sogar noch weiter, bzw. ein Motel suchen. Ich will nicht bleiben, große Städte sind teuer, und gefährlich zu fahren, die viusuellen Eindrücke auf der Strasse erfordern ein vielfaches an Aufmerksamkeit, als auf dem Highway oder in einem kleinen Ort.

Sonntag, 4. Mai 2014

Ellinor's Wetterberichte

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Auf die 17 folgt die eins
Es bleibt trocken bis Winnipeg. So hatte sie noch in der Nacht per sms gute Nachrichten verbreitet. Yr.no hatte nichts auf dem Schirm. Ich wache mehrfach über meiner Gasleitung auf und höre Tiergeräusche, es folgt aber nichts.
Am Morgen ist wieder der Schlafsack feucht, ich habe ein Problem mit der Kondensation. Es ist nachts so lausig, das ich alles an Lüftung unterbreche, doch die warme Atemluft kondensiert im Zeltinnern und das ohnehin klamme Material wird nicht trockener.

Es bleibt nur eines, Zelt mit weitgestellten Luken und sich tief in den Schlafsack zurückziehen.
Außerdem hat es mehrfach gehagelt in der Nacht, es spielt also keine Rolle mehr, naß ist naß. Allein der Abbau bei 0°ist schon unangenehm. Die Hände steif vom schütteln des Zelts, geht's um 08:15h los.
Zurück auf die Eins.
Bis Winnipeg sind es nur noch 113km, nicht viel, aber diese Zahl ist am heutige Tag nicht zu nehmen. Es ist graukalt, als ich mich auf dem Weg mache und das am Abend verpasste Motel suche. Domo Motel Mc Munn. Geschlossen, dennoch treffe ich vor der Tür Alan, der mit einem Sixpack mir entgegen läuft, mißmutig erzähle ich von meinem Plan, ich will im Moment nur Wärme. Aber Alan erzählt mir einfach seine Geschichte, lehnt sich an seinen Kotflügel sagt einfach, listen, I tell you a story, Samstagmorgen, 08:45h auf einem verwaisten Motelparkplatz. Hat mal eine Tour von Montreal mit einem Pferdewagen bis in die Staaten machen wollen, dann wurden hier die Pferde krank, seine Frau schwanger, schlußendlich ist er hier hängen geblieben. Was für ein herber Schicksalsschlag, hier in dieser Gegend bleiben zu müssen.
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Alan(dunkle Brille wg. Kataraktop)

Ein Foto, dann will er weiter, ich folge seinem Wagen, weiter voraus soll es eine Gasolin station geben, a couple of miles. Also zwischen 3-8km. Ich brauche ewig, schlechter Strassenbelag, böiger, eisiger Wind auf der Brust, ich hab das Gefühl, die verschieben das Shell Schild immer wieder, je näher ich komme.

Als ich beim Shell absteige, kommt Alan schon  heraus und sagt, eh, Frank come in, setz' Dich zu uns. Gerade noch gekämpft und dann warmherzig begrüßt. Ich nehme eine Kaffee und werde zu dem Tisch geleitet, an dem schon 6 Männer sitzen, einmal am Samstag Männerfrühstück der Kirchengemeinde bei Shell. Wo ihre Gemeinde denn wäre, 45km von hier. Herrjeh, Gläubigkeit hat in Kanada seinen Kilometerpreis. Aber ich habe kaum Zeit meine Fragen zu stellen, Alan hat ihnen von mir erzählt und so ist meine Reise, meine Person das Thema, ich bekomme Kaffee satt umsonst und kann nur mit Mühe das angebotene Frühstück ablehnen. Sie wollen mich unterstützen, brauchst Du etwas? können wir Dir helfen? Ich verweise auf meinen Donate button auf meiner Homepage, betone aber dreimal, ich kann mich selbst finanzieren, und alles wäre so in Ordnung. Ich bin es nicht gewohnt, Hilfe einfach so anzunehmen.
Was macht man in einer solchen Situation, das ist nun nicht das erste Mal, das ich begeisterte hilfsbereite Leute treffe und mit reiner Oberflächlichkeit sicherlich nicht zu begründen.
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Prawda, das ist der Wahrheit, Baby

Nach 30min und einigen Foto ist es Zeit zu gehen und dann passiert etwas sehr nachdenklich. Der mutmaßliche Priester der Männertruppe bietet an ein Gebet zu sprechen und ich bin so überrumpelt, das er laut in diesem Truckershop mit seinen Mitbrüdern betet. Und so stehe ich mit abgenommenen Helm und es wird Stille. Amen. Da wird einem dann schon mal der Mund trocken.

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christliches Männerfrühstück
 Ich brauche ziemlich lange, bis ich die Situation verarbeite. Mein englisch ist zu schlecht, um alles zu verstehen, einer der Brüder wollte nicht auf's Foto und sprach fortwährend von der Schlechtigkeit des web. Und Alan gab mir seine webAdresse nicht, (absichtlich vergessen?) ich frage mich welcher evangelikalen Gruppe die Männerfrühstücksrunde angehörte, wahrscheinlich werde ich es nie erfahren, aber Alan, falls Du das liest, es hat mich nachdenklich gemacht und es war sehr berührend mit Euch. Nochmals vielen Dank.
Aber ich brauche eine(Deine) emailadresse.
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Manitoba ist flach
Draußen weht ein anderer Wind im wahrsten Sinne des Wortes; um 12:00h sind nicht einmal 35km geschafft, viel zu wenig für die restliche 82 folgenden. Seit 3 Stunden fahre ich bei Volllast nicht mehr als 12km/h, der Wind ist einfach zu stark. Als der Wind endlich nachlässt gegen 13:00h sind genug Wolken zusammen geschoben, das es richtig tobt. Das Thermometer fällt und es hagelt, schneit, schauert, regnet, munter im Wechsel. Der Highway ist so breit wie eine Landepiste, würde man die Grassenke zwischen den beiden Richtungsfahrbahnen zu schütten. Eine riesen Schneise, die durch den weiten Vegetationsabstand keinen Windschutz bietet. Flach wie ein Teppich, keine Berge mehr, jetzt kommen die windigen Prairie Provinzen. Ellinors Wetterprognose wird zur Farce, Hör' bloß auf mir wieder eine Vorhersage zu schicken. Auch Norweger können mal irren.
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Kirche von Richer

Ein Zeltaufbau im Regen ist die Königsdisziplin während des Campings. Wenn die Bänder sich vertüdeln, es regnet, die Häringe nicht sitzen. Mein Zelt hinter mir ist klitschnaß, die chance auf Trocknung gleich null. Nach dem xten Hagelschauer um 15:00h, nach Stunden ohne Information, menschliche Ansiedlungen, ziehe ich die Reißleine. Man muß Niederlagen anerkennen, das ist Sportsgeist.
Statt 113km, nur 71km. Richer kommt in Sicht, danach kommt 55km bis Winnipeg nichts mehr.


In Manitoba



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Auf dem Weg aus der Stadt triple locomotive
Hispeed Wifi.Nun weiß ich wenigstens, was der Prefix Hi-speed vor wifi im Angebot der vielen Motels bedeutet. Zwar behauptet die geldgierige Motelwirtin freundlich lächelnd auch heute wieder, an ihr kann es nicht liegen, dennoch kommt kein Seitenaufbau mehr zu Stande. Vielleicht sind auch zu viele User am Einwahlknoten.

So bleibt die tägliche Abschiedsmail an Ellinor aus, kein letzter Kartenblick, keine Blog.
Selbst schuld, was musste Dir auch ständig das billigste Motel aussuchen. Immerhin gibt’s eine inroom Kaffeemaschine und so genieße ich schweigend den Kaffee, während der Rechner versucht die Google Standartseite aufzubauen, herrjeh, viel geld für ein double ohne Weltanschluß.

Das Motel liegt ca.4km vor Kenora Downtown. Da es mit dem Highway 17a eine Art Umgehungsstrasse gibt, quälen sich nur wenige Trucks durch den kurvenreichen Ort.
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Kenora Stadtbild
Für Fernfahrer sind downtowns ohnehin uninteressant. Es gibt erstens wenig schöne alte Häuser, und Lebensmittel gibt’s meist eh nicht der Stadt. Downtown besucht man, wenn man in ein „echtes Restaurant" besuchen will oder in eine Bar gehen will oder eben Geld braucht. Der Rest, Tim, Candian tire, Mc Donald, Walmart, etc.sind immer in den Ausfallstrassen der Städte.

Kenora liegt auf mehreren Hügeln und Inseln verteilt und handgestoppt braucht man 11km, bis man durch alles durch ist. Nicht schlecht für einen 15.000Einwohner Ort.
Ich fahre eine ganze Weile durch verschiedene Suburbs, bis der Zusammenschluß zwischen 17A und 17 passiert. Nun noch 40km, dann ist Ontario Geschichte.
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kein Blick zurück, adieu Ontario
Mehr als 1000km war ich auf ihm, meist in der Einsamkeit unterwegs. Alle Witterungsarten habe ich genossen und gelernt, das auch 90km einfach mal gar nichts passieren kann. Außer Natur, rauf und runter. Von Sudbury bis zur Provinzgrenze hat sich der Frühling nicht eingestellt. 

Das Wetter schwangt zwischen Niesel und Angespanntdunkelbewölkt, 4°, erst sehr kurz vor der Provinzgrenze öfnnet der Himmel die Schleusen und es gibt richtig was auf die Mütze. Ich stehe in Vollzeug zerzaust im stürmigen Wind vor der geschlossenen Touristeninformation am Eingang Manitobas. 
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Begrüßung im Dauerregen
Damit fällt das Grenzüberschreitungsphoto kurz aus. Kein Blick zurück, Der Blick folgt nach Westen. Nur 490km Strassenkilometer nur ist die Provinz breit, damit deutlich kleiner als Ontario.
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fett was auf die Mütze

Manitoba macht zunächst richtig Stress, gleich 3 heftige Anstriege in Grenznähe sind hintereinander auf dem Highway 1, wie die Fortsetzung des 17er jetzt heißt, im starken Regen zu nehmen.