jW, 30.6.2015:
Mit dem Anschlag auf Thronfolger Franz Ferdinand und dessen Ehefrau Sophie von Hohenberg am 28. Juni 1914 in Sarajewo wollte Gavrilo Princip Serbiens Unabhängigkeit von der Besatzungsmacht Österreich-Ungarn erreichen und schließlich alle Südslawen in einem eigenen Staat zusammenführen: »Ich bin ein jugoslawischer Nationalist mit der Vereinigung aller Jugoslawen als Ziel. Mir ist es egal in welcher Staatsform, jedoch muss er von Österreich befreit werden«, wird der 19jährige Attentäter zitiert. In deutschsprachigen Schulbüchern gilt seine Tat als Auslöser des Ersten Weltkrieges. Der junge Serbe – und nicht etwa der deutsche Imperialismus – wird verantwortlich gemacht für die Millionen Toten des Völkerschlachtens von 1914 bis 1918. In Serbien gilt Gavrilo Princip als Volksheld und Freiheitskämpfer. Seit Sonntag, dem 101. Jahrestag der tödlichen Schüsse auf Ferdinand, erinnert in der Hauptstadt Belgrad ein Denkmal an ihn. Präsident Tomislav Nikolic persönlich enthüllte am Abend die zwei Meter große Statue aus Bronze, die Armee marschierte mit einer Ehrenformation auf. »Heute haben wir keine Angst vor der Wahrheit«, wird Nikolic zitiert, »Gavrilo Princip war ein Held, ein Symbol für die Idee der Freiheit, der Mörder eines Tyrannen und ein Träger der europäischen Idee der Befreiung von der Sklaverei.«
Milorad Dodik, Präsident der Republika Srpska, erklärte bei der Einweihung, das Denkmal sei »Ausdruck des heutigen Kampfes für die Freiheit« und »eine Botschaft an die Welt, dass auf diesem Boden die Serben leben, nämlich das Volk, das genügend Kraft hatte, um zwei Staaten – Serbien und die Republika Srpska – zu gründen.« Die serbische Teilrepublik in Bosnien-Herzegowina hatte das Princip-Denkmal gestiftet. Der antikoloniale Europäer war 1918 in Einzelhaft gestorben.
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lundi 29 juin 2015
dimanche 29 juin 2014
Ein Antidot gegen prodeutschen Geschichtsrevisionismus (5)
RIA Novosti, 29.6.2014:
"Ein Denkmal für den bosnisch-serbischen Nationalisten Gavrilo Princip, der vor 100 Jahren den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand erschossen hatte, ist laut Medienberichten in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo aufgestellt worden.
Die Gebiete von Bosnien und Herzegowina hatten jahrhundertelang zum Osmanischen Reich gehört. Nach dem Berliner Kongress 1878 wurden die beiden Provinzen von Österreich-Ungarn verwaltet, blieben aber formell ein Teil des Osmanischen Reichs. 1908 erfolgte die vollständige Annexion durch die Donaumonarchie.
Am 28. Juni 1914 erschoss der bosnisch-serbische Nationalist Gavrilo Princip den österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand und dessen Frau Sophie in Sarajevo. Der Doppelmord wurde von Wien als Anlass für eine militärische Aggression gegen das benachbarte Serbien genutzt. Ein Monat später begann der Erste Weltkrieg.
Die Serben betrachten das Attentat in Sarajevo als Auftakt zum Kampf gegen die österreichisch-ungarische Besetzung.
Wie Igor Radojcic, Parlamentsvorsitzender der Serbischen Republik (Bestandteil von Bosnien-Herzegowina), früher sagte, ist Princip für die Serben zu einem Symbol des Kampfes um die nationale Befreiung von den Besatzern geworden. „… Er hat den Weg gebahnt, der nach dem vier Jahre langen Ersten Weltkrieg zur nationalen Befreiung führte“, so Radojcic.
Im Ersten Weltkrieg wurden viele Millionen Menschen getötet. Infolge des Krieges zerfielen Österreich-Ungarn und das Osmanische Reich in viele Nationalstaaten. Bosnien trat dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (Jugoslawien) bei."
"Ein Denkmal für den bosnisch-serbischen Nationalisten Gavrilo Princip, der vor 100 Jahren den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand erschossen hatte, ist laut Medienberichten in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo aufgestellt worden.
Die Gebiete von Bosnien und Herzegowina hatten jahrhundertelang zum Osmanischen Reich gehört. Nach dem Berliner Kongress 1878 wurden die beiden Provinzen von Österreich-Ungarn verwaltet, blieben aber formell ein Teil des Osmanischen Reichs. 1908 erfolgte die vollständige Annexion durch die Donaumonarchie.
Am 28. Juni 1914 erschoss der bosnisch-serbische Nationalist Gavrilo Princip den österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand und dessen Frau Sophie in Sarajevo. Der Doppelmord wurde von Wien als Anlass für eine militärische Aggression gegen das benachbarte Serbien genutzt. Ein Monat später begann der Erste Weltkrieg.
Die Serben betrachten das Attentat in Sarajevo als Auftakt zum Kampf gegen die österreichisch-ungarische Besetzung.
Wie Igor Radojcic, Parlamentsvorsitzender der Serbischen Republik (Bestandteil von Bosnien-Herzegowina), früher sagte, ist Princip für die Serben zu einem Symbol des Kampfes um die nationale Befreiung von den Besatzern geworden. „… Er hat den Weg gebahnt, der nach dem vier Jahre langen Ersten Weltkrieg zur nationalen Befreiung führte“, so Radojcic.
Im Ersten Weltkrieg wurden viele Millionen Menschen getötet. Infolge des Krieges zerfielen Österreich-Ungarn und das Osmanische Reich in viele Nationalstaaten. Bosnien trat dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (Jugoslawien) bei."
samedi 28 juin 2014
Ein Antidot gegen prodeutschen Geschichtsrevisionismus (4)
"Serbien, Montenegro, Bulgarien und Griechenland schlossen ein Bündnis gegen die Türkei und begannen 1912 den Ersten Balkankrieg. Die Türkei kapitulierte im Mai 1913, aber da die Sieger sich nicht einigen konnten, griff Bulgarien im Juni Serbien und Griechenland an, erlitt aber in diesem Zweiten Balkankrieg eine herbe Niederlage.
In dieser Situation fand am 28. Juni 1914 der legendäre „Besuch“ des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand in Sarajevo statt.Der 28 Juni ist der Veitstag, der an die Schlacht Serbiens gegen die Osmanen auf dem Amselfeld erinnert, und deren 525. Jahrestag 1914 gefeiert wurde. Es war kein „Staatsbesuch“, sondern die Reise in ein besetztes und seit 1908 Österreich-Ungarn einverleibtes Land, und er reiste in der offiziellen Funktion als Truppeninspekteur.
Seit Jahrzehnten kämpfte die Organisation Mlada Bosna (Junges Bosnien) gegen die osmanische und habsburgische Unterjochung des Balkan, und ihr Mitglied, der 19-jährige Gymnasiast Gavrilo Princip führte das mit einigen Freunden gut vorbereitete Attentat aus. Es handelt sich nach heutigem Internationalen Recht nicht um Terror oder Mord, sondern um eine legitime Widerstandsaktion gegen eine völkerrechtswidrige Annexionsmacht.
Erst vier Wochen nach dem Attentat und nach dem Blankoscheck aus Berlin entschloss sich Österreich-Ungarn am 23. Juli 1914 zu dem erpresserischen Ultimatum an Serbien. Dies akzeptierte bis auf einen Punkt: dass österreichische Staatsorgane auf serbischem Territorium selbst die Ermittlungen führen. Offenkundig war diese unannehmbare Forderung von vornherein darauf berechnet, dass Österreich den Krieg auslösen kann. Es diente damit als Vorbild für das Ultimatum von Rambouillet 85 Jahre später, mit dem die NATO-Aggression gegen Jugoslawien ausgelöst wurde.
Der Weltkrieg begann mit der Kriegserklärung Österreich-Ungarns gegenüber Serbien am 28. Juli 1914, an seiner Seite Deutschland, die Türkei, Bulgarien (und der Vatikan). An der Seite Serbiens standen Frankreich, England, Russland, Montenegro und Griechenland. Der von der Türkei 1915/16 verübte Völkermord an den Armeniern wurde von den Verbündeten gedeckt. „Serbien muss sterbien!“ war nicht nur ein Schlachtruf: Unter allen Kriegsteilnehmern hatte Serbien die größte Zahl von Toten zu verzeichnen - 1,2 Mio., d.h. 53 Prozent der männlichen Bevölkerung zwischen 18 und 55 Jahren."
Klaus Hartmann, Der unbekannte Weltkrieg (2013)
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vendredi 14 février 2014
Widerstand gegen Unterdrückung ist ein Menschenrecht
Internationales Radio Serbien, 10.2.2014:
"In der Republika Srpska und der Föderation Bosnien und Herzegowinas beginnt heute die Sammlung von Unterschriften für eine Petition für die Revision des Urteils gegen Gavrilo Princip und drei weitere Mitglieder der Organisation „Junges Bosnien“. Es handelt sich um das Urteil gegen Princip und seine Mitarbeiter wegen der Ermordung des österreichisch-ungarischen Erzherzogs Franz Ferdinand am 28. Juni 1914 in Sarajevo. Direktor des „Andrić-Instituts“ und renommierter Regisseur Emir Kusturica behauptet, dass das ursprüngliche Urteil nicht legitim war, so dass nach der Petition das Gericht in Sarajevo die Forderung für eine Revision dieses Prozesses bekommen wird. „Es ist logisch, dass die Revision, die ein langer und mühevoller Prozess in den aktuellen sozio- politischen Umständen sein wird, in der Stadt stattfinden sollte, wo die Attentäter in erster Linie verurteilt wurden“, betonte Kusturica auf der Pressekonferenz in Andrićgrad."
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