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Mittwoch, Dezember 18, 2024

Bauen für die Skyline

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 "Himmelskratzer" heißen sie auf Englisch, im Deutschen werden die Wolken gekratzt, der estnische Begriff "Pilvelõhkuja" scheint sogar eine "Sprengung" der Wolken zu beabsichtigen.

"Wolkenkratzer, die das Stadtbild sichtbar prägen, finden sich eher in den Skylines wirtschaftlich prosperierender Großstädte", so schreibt es zumindest das estnische Wikipedia, und weist zusätzlich darauf hin, dass Gebäude in Tallinn von einer Höhe über 45m als "Hochhäuser" und höher als 124m als "Wolkenkratzer" bezeichnet werden. Warum gerade 124 Meter? Nun, die Oleviste-Kirche (Olaikirche) in Tallinn ist, inklusive Turm, 123,7 Meter hoch. Auch das 2007 fertig gestellte "Swissôtel Tallinn" erreicht nur 117 Meter (der Fernsehturm von Tallinn ist mit 314 Metern allerdings höher).

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Hochhäuser als Symbole

Und noch einmal Wikipedia: "Heutzutage sind Wolkenkratzer häufig an Orten zu finden, an denen Land knapp und teuer ist, beispielsweise im Zentrum von Großstädten. Wenn der Eigentümer die Etagen des Gebäudes vermietet, kann er pro Grundstückseinheit unter dem Gebäude ein sehr hohes Einkommen erzielen." 

Nun will Tallinn wieder hoch hinaus. Welche Symbolik dabei Leitfaden ist, bleibt vorerst unbekannt. Aber bis 2035 sollen drei weitere Male die Wolken "gesprengt" werden. Das Stichwort dazu heißt "Maakri" - ein Teil der Innenstadt in Tallinn, wo auch schon in den vergangenen Jahrzehnten moderne Gebäude errichtet wurden. 

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Geschichte und Gegenwartsmix

Maakri ist stolz auf seine Geschichte: es seien Keramikfragmente gefunden worden, so teilt uns "Maakri-Hub" mit, die von menschlichen Aktivitäten an diesem Ort schon in der Zeit zwischen 200 v. Chr. und 200 n. Chr. künden würden. Und im 15. und 16. Jahrhundert seien an dieser Stelle Gebäude errichtet worden, ab dem 18. Jahrhundert war der Stadtteil unter der Bezeichnung "Kivisilla" bekannt. Auf alten deutschen Landkarten ist unter anderem die "Maker Straße" zu erkennen. 

Und weiter erfahren wir, dass rund um die Maakri-Straße alles bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts alles aus Kopfsteinpflasterstraßen bestand, später aus asphaltierten Gehwegen. In den 1980iger und 1990iger Jahren sei aber vieles abgerissen worden was hier stand - auch eine der Grundlagen für die gegenwärtigen Planungen. 

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Wie Pilze aus der Maakri-Straße ...

Es gibt aber auch noch denkmalgeschützte Gebäude in der Maakri-Straße, und so entstand in der letzten Zeit eine sehr "kontrastreiche" Bebauung, allein schon was die Gebäudehöhen angeht. Nun wurden die Gewinner eines Architekturwettbewerbs bekannt gegeben zur weiteren Entwicklung dieses Stadtteils. Hier ist unter anderem interessant, dass sämtliche Wettbewerbsunterlagen ausschließlich in estnischer Sprache eingereicht werden mussten, und auch Englisch nicht zugelassen war. 

Koordiniert wurde die Ausschreibung vom Unternehmen "Capital Mill", ein 2008 gegründetes Unternehmen, das Dienstleistung zur Entwicklung von Immobilien anbietet. Die prämierten Entwürfe mit der Bezeichnung "Trinity" stammen vom Architekturbüro "Molumba". Drei separate Hochhäuser sollen gebaut werden: mit offen zugänglichen Zwischengeschossen. Das höchste der drei neuen Bauwerke innerhalb des Maakri-Komplexes erreicht 30 Stockwerke und damit über 100 m Höhe (structurae). Den Wettbewerbsvorgaben zufolge muss fast die Hälfte des Quartiers in einen landschaftlich gestalteten Stadtpark umgewandelt werden, von dem die Entwickler hoffen, dass er zum Herzstück des Gebietes wird. (err)

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Es wird geschätzt, dass der gesamte Planungsprozess etwa 10 Jahre dauern könnte. Spätestens dann wird sich also die Skyline der Stadt Tallinn wieder weithin sichtbar verändern.

Donnerstag, April 07, 2022

Brückendiskussion

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Die "Võidu sild" ist eine in den Jahren 1952 bis 1957 gebaute Stahlbetonbrücke über den Fluss Emajõgi, im Zentrum von Estlands zweitgrößter Stadt Tartu gelegen. Ihren Namen erhielt die Brücke im Jahr 1965, auf Beschluss des Stadtrats, zum 20. Jahrestag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg. Denn "Võidu sild" heißt übersetzt "Brücke des Sieges". 

Die Diskussion im Stadtrat von Tartu, die Brücke anders zu benennen, geht schon einige Jahre. Aber als Tourist/in könnten wir uns zunächst fragen: Was für eine Brücke ist das? Reiseinfoseiten wie "Estland-com" erwähnen eine Reihe von Brücken: Bogenbrücke (Kaarsild), Steinbrücke (Kilvisild), Marktbrücke (Turusild), Engelsbrücke (Ingisild), Teufelsbrücke (Kuradisild). Aber "Siegesbrücke"? "Visittartu" beschreibt ausführlich die Bogenbrücke. Aus touristischer Sicht wird die Brücke der Durchfahrtsstraße, die einfach die Riga-Straße mit der Narva-Straße verbindet, am wenigsten hervorgehoben.

Seit 1926 gab es auch schon eine "Freiheitsbrücke" in Tartu: nach der sowjetischen Besetzung 1940 schon einmal kurzzeitig in "Siegesbrücke" umbenannt, überstand sie den Krieg nicht (von den abziehenden Deutschen zerstört). Am Ende des 2.Weltkriegs waren in Tartu alle Brücken zerstört. Die heutige "Freiheitsbrücke" wurde 2009 eröffnet.

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Nun sucht Tartu einen neuen Namen für die bisherige "Siegesbrücke" (tartu.ee / err) "Wir können einen solche Sieg nicht weiter feiern", heißt es (tartu.ee). Bis zum 10. April sollen nun Namensvorschläge gesammelt werden. Ein witziger (wohl nicht ernst gemeinter) Vorschlag war auf dem Portal "Lugejakiri" (Eigenwerbung: "die seriöseste Nachrichtenquelle in Estland") zu lesen: um Geld und Mühe zu sparen, solle nur der erste Buchstabe ausgetauscht werden - statt "Võidu sild" (Siegesstraße) nun "Sõidu sild" (Fahrstraße). 

Ein Thema, dass vielleicht aber nur symbolisch die andauernde Diskussion um die russische Haltung zu Putins Angriffskrieg wiederspiegelt. Nikolai Põdramägi, Arzt und Mitglied der Zentrumspartei in Tartu, sprach sich nicht nur gegen die Umbenennung der Brücke aus, sondern bezeichnete auch die gegenwärtigen Vorgänge in der Ukraine als "Bürgerkrieg" (err). Als Reaktion distanzierte sich nicht nur die Zentrumspartei von ihm, sondern auch die Ärztekammer (Postimees / delfi)

Mittwoch, März 27, 2013

Trojanisches Hotel, oder Botschaft der Freiheit?

In den Büchern von Sofi Oksanen taucht es als Thema auf, aber auch diejenigen Reisenden, die Tallinn bereits in den 80er Jahren besucht haben, werden sich gut erinnern: das Hotel VIRU war damals ein ganz besonderer Ort. Gebaut mit finnischen Firmen, streng sowjetisch überwacht, war das Hotel Viru einer der seltenen Berührungspunkte der östlischen und westlichen damaligen Welt. Ein neuer Dokumentarfilm dazu kommt in diesem Monat in die finnischen Kinos.


(Trailer zu einem neuen Dokumentarfilm zum Hotel Viru in Tallinn) 

Produktionspartner des Films in Estland ist "Amrion Productions", die nach Projekten wie "Poll", und die "Lotte"-Kinderfilme sich auch in Deutschland einen Namen gemacht haben sollte. "Oratorium für Hotel Viru" (Oratoorium Viru hotellile) lautet offenbar der Arbeitstitel für das erst kürzlich abgeschlossene Projekt, aber es ist englisch auch von "Embassy for freedom" als Filmtitel zu lesen. Für das Drehbuch des 79min-Streifenbs zeichnen Margit Kilumets und Taru Mäkelä verantwortlich, das Produktionsbudget belief sich auf 289.000 Euro. Die Hotels der Sokos-Hotelgruppe, zu denen das "Viru" heute gehört, haben bereits die Möglichkeit des Kaufs der Doku auf DVD in allen angeschlossenen Hotels angekündigt. 

Vorberichte in finnischen Medien verheißen interessante Einblicke ins sowjet-estnische Leben damals, die der Film aufgreift. Ein Beispiel: der Hoteldirektor erzählt aus dem Jahr 1984, als Moskau entschied die Olympischen Spiele in Los Angeles zu boykottieren. "Das sowjetische Fernsehen zeigte also nichts von der Olympiade. Also reiste fast die gesamte Moskauer Elite ins Viru-Hotel nach Tallinn, wo das finnische Fernsehen bequem zu sehen war!" 

Info der Sokos-Hotelgruppe zum Film / Info zum Film (bisher nur Finnisch)
Kinosto Ltd. / Amrion Productions  / Interview mit Taru Mäkelä (finnisch) / Filmtrailer (finnisch)

Dienstag, November 16, 2010

Sozialismus UDSSR Estland

So der Titel von "Socialism Expo". Egal wie man dazu steht. Es gibt eine estnische Architektur entstanden zu Sowjetzeiten. Toomas Rein ist einer der Vertreter dieses Baustils, der noch immer anzutreffen ist.
Beim Klick aufs Foto gelangt zu dem gleichthematischen Set.

Freitag, Oktober 01, 2010

Siili 6

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Siili 6
Originally uploaded by kalevkevad
Nicht nur der Schneckenturm verändert die Stadtlandschaft von Tartu. Gemeint sind die ersten Hochhäuser in der zweitgrößten Stadt Estlands.
Kalevkevad hat sich bei weiteren Bauprojekten umgesehen. Das hier ist Siili 6. Es sollten laut seiner Informationen noch mehr werden, aber die Wirtschaftskrise führte wohl zu einem Baustopp.

Donnerstag, März 19, 2009

Sakala ehk Solaris keskus

Unser weltreisender Norweger Kalevkevad und ausgestattet mit einem Blick für Stadtplanung, hat das Fortschreiten der Bauarbeiten am Solaris-Zentrum festgehalten. In Tallinn. In der Mitte des Komplexes ist der Rest der Vorgängerarchitektur zu erkennen. Ein Überbleibsel des Sakala-Gebäudes. Geschichte des sowjetischen Estlands. Vorübergehend stand der Turm allein, jetzt bleibt seine Hülle erhalten.

Hier die älteren Posts zum Abbruch und zur Umgestaltung. Teil 2, Teil 1 und die Kommentare zum Foto aus Teil 1, hier.

Montag, Februar 23, 2009

Reconversion

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Reconversion
Originally uploaded by LHOON
In Tallinn. Rotermannviertel.

Morgen ist Nationalfeiertag. Mein Beitrag: drei Fotos mit CC (Creative Commons)
Zum ersten Foto gibt es diesen Überblick.




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Von wstryder
Und Landschaft in:
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Von northsky71

Sonntag, November 16, 2008

Metro Plaza in Tallinn

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Metro Plaza
Originally uploaded by soosalu
Vollendet, wir haben im Dezember 2007 über den Abriss des historischen Vorgängergebäudes im Zentrum Tallinns berichtet, nur die ursprüngliche Hülle ist geblieben. Eine Aufnahme von soosalu. Und unten eine Aufnahme von kalevkevad






Montag, Juni 23, 2008

Tartus neue Skyline

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Midtown Tartu
Originally uploaded by Kaltsi
Kaltsi hat diese Aufnahme im Frühjahr gemacht. Sie zeigt Tartus wachsende Skyline. Und sie ist umstritten. Flasher_t verteidigt den sogenannten weißen "Schlangenturm" links im Bild: In defense of the Snake Tower, während sich in diesem Post Gegner der neuen Architektur in Stellung begeben.
Eine der bisher aufälligsten Diskussionen in der Blogosphäre über neue Architektur in Estland.

Mittwoch, Mai 21, 2008

Wo ist das?

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Originally uploaded by Fotomaan
Ich könnte wetten, die meisten tippen auf Tallinn. Das war jedenfalls mein erster Gedanke. Vielleicht eine neue Perspektive. Aber es ist nicht in der Hauptstadt. Auflösung des Rätsels: Auf das Bild klicken, dann sieht man, womit das Foto getaggt wurde.
Danke an Fotomaan.

Update: Kaltsi hat den Gebäudekomplex von oben fotografiert: Midtown

Sonntag, April 20, 2008

Moderne Architektur

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Modern Architectures
Originally uploaded by 아침놀
Wie sehen Nichteuropäer Tallinn? Nehmen wir zum Beispiel diesen Koreaner. Er hält die moderne Architektur für bemerkenswert, natürlich neben den Eindrücken der obligatorischen Altstadtbesichtigung. Das ist nur ein flüchtiger Blick auf die Perspektiven anderer. Aber wer den Estlandblog kennt, weiß, dass ab und zu Fotos von Mitgliedern des Fotoprogramms Flickr gepostet werden, die ihre Werke mit Creative Common Lizenzen versehen. Also Danke an 아침놀 in diesem Fall.
Eine wichtige Anmerkung. Länder im Norden mit kleiner Einwohnerzahl haben überproportional viele Touristen. Und die transportieren ein Bild in die Welt, das nicht ganz mit den Lebensumständen der Einheimischen übereinstimmt.
In Estland leben von den etwa 1,4 Millionen Einwohnern mehrere hunderttausend in Apartmentblocks wie Lasnamäe in Tallinn, Annelinn in Tartu und fast alle in Narva. Also nicht überrascht sein, wenn bei der Erstankunft in Estland so etwas ins Auge fällt.
Aber halt, auch von Skandinavien haben wir ähnliche Erwartungen. Der Koreaner sieht es nüchtern, denn in Stockholm ist das seine Nachbarschaft:
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Und wenn nächste Woche komische Gestalten durch die Nacht fahren, quer durch die Vorstädte, dann sollte man vorher bei Flasher, dem Blogger aus Tartu, nachlesen. Es gibt eine estnische Unterwelt, die Touristen noch völlig verschlossen ist: Night Game.

Donnerstag, Januar 10, 2008

Wohnen im Baltikum - ein kurzer Einblick

Was zeichnet das Wohnen in Deutschland aus? Vielleicht in der Mehrheit die Wohnzimmer-Schrankwand mit der gegenüberliegenden Sofa-Garnitur und Tisch. Aber sagt das schon alles aus? Es gibt so viele individuelle Varianten.
In welche Richtung geht die Wohnkultur in Estland und Lettland, Richtung Skandinavien oder eher mitteleuropäisch? Oder bildet sich vielleicht sogar ein eigener Stil aus?
Vom Holzangebot her liegt skandinavisch näher durch die helle Kiefer. Viele wohnen allerdings in Apartmentbauten, generell eine Wohnform, die ebenso die eigensinnigen Isländer in Reykjavik kennen oder die Norweger in Trondheim. Hier ein Beispiel aus den 80ern. Obwohl anzunehmen ist, dass der damalige Mieter inzwischen der Besitzer eines großen Einfamilienhauses ist. Als Ingenieur in der Ölbranche ist das mit Sicherheit anzunehmen.
Apartment in Trondheim
Zurück ins Baltikum, Städte wie Narva sind von solchen Apartment-Vorstädten geprägt, oder sie stehen vereinzelt wie hier in Valka/Valga:
Apartment building in Valka
In vielen Fällen teilen sich Familien mit zwei Kindern das Schlafzimmer, das gleichzeitig als Kinderzimmer dient und wo die Schul-Hausaufgaben erledigt werden. Kein Wunder, dass die Kleinen lieber draußen spielen oder zu den Nachbarn gehen. Die Familie ist nicht arm, aber sie wollen noch kein Geld in eine größere Wohnung stecken. Vielleicht klug, da einige von einer Immobilienblase sprechen, überteuerten Preisen auf dem Häusermarkt.
Kaspar's apartment
Das Wohnzimmer ist multifunktional wegen der Enge. Eine Arbeitsecke eingerichtet neben dem Fernseher. Gegenüber ,nicht sichtbar, die Sitzgarnitur, die in ein Bett verwandelt werden kann.
Man at work
In Tallinn kommen noch Altbauviertel hinzu, nicht gemeint ist der Mittelalterkern, sondern die rund hundert Jahre alten Holzhäuser. Vor einigen Tagen sind wieder etliche abgebrannt in der estnischen Hauptstadt. Andere werden aufwendig renoviert. Die Eigentümlichkeit dieser Häuser sind oft die Brandschutzmauern aus Stein an den Seiten.
Tallinn Brandmauern
Lässt man die Steine unverputzt, so hat meinen einen schönen Gestaltungseffekt für die Innenräume wie hier in Tartu:
Tartu
Viele Esten renovieren in Eigenleistung und das Ergebnis sind häufig neue Holzböden, oder freigelegte Mauern.
In einem Haus mit vielleicht mittelalterlichen Aussenmauern, auch in Tartu, hat der Eigentümer ebenfalls die Wände unverputzt gelassen:
Tartu Steinmauer Andere hatten das Haus vorher schon als Abrisskandidat gesehen und fürchteten ein Investitionsgrab.
Diese Bedenken brauchen Hausbauer nicht, sie können sich mit den Plänen der Architekten beschäftigen. Der neue Mittelstand lebt dann in etwa so (siehe unten) in den neuen Vorstadtsiedlungen:
Estonian house
Und äußerlich können sie sehr individuell gestaltet sein, wie hier ausserhalb Rigas. Der Eigentümer hatte schon in den 90ern eine Vorahnung und erstand das Bauland günstig. Heute wäre es selbst für einen leitenden Angestellten wie ihn unbezahlbar.
Out of Riga
Gemeinsamkeit des estnischen wie lettischen Einfamilienhauses, eine Sauna ist inklusiver Bestandteil.

Mittwoch, Dezember 12, 2007

Rotermann und das Neue Tallinn

Diese 150 Jahre alte Hausfassade wird stehen bleiben, dahinter ensteht die neue Metro Plaza - mit Glasfassade. Seit Jahren hat Tallinn bereits eine erweiterte Stadtkulisse, neben dem Domberg und Unterstadt nun ein Hochhaus-Viertel. Jenseits der Altstadt werden in den kommenden Jahren ausgedehnte Architekturplanungen vollzogen. Darunter das Rotermann Quartier in Erinnung an den gleichnamigen Industriellen in Tallinn im 19. Jahrhundert.
Hier eine aufwendige virtuelle Tour durch das Viertel, vielleicht 2009.
Über den Umbruch gibt es einen herausragenden Thread mit vielen Photos, bei skyscraper.com: all around estonia .
Kalle Komissarov


Prologue

The Rotermann quarter is like a tiresome relative. You see him infrequently enough that you need not sincerely smile when you meet. At the same time, you have forgotten his mental distress – you don’t remember whom he is now sleeping with, where he works and what might otherwise be wrong with him.
I claim that this quarter is the most thoroughly studied district in the centre of Tallinn, also perhaps in the entire Republic of Estonia. The best resources have been brought in to work on it


in Estonian Architectural Review, The Rotermann Saga.

Mittwoch, Oktober 24, 2007

Nõmme in Tallinn

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Originally uploaded by kalevkevad
Kalevkevad ein Norweger aus Stavanger, der viel Zeit in Tallinn verbringt, hat einen Rundgang durch die Hauptstadt unternommen. Und zwar durch den Stadtteil Nõmme. Eine eigenartige Mischung. Es erinnert stark an Berlin-Tegel und dort zum Beispiel an Hermsdorf. Die breiten Straßen und die Architektur. Hier ist sie etwas anders, östlicher und doch mit vielen Vergleichsbeispielen wie Anlehnungen an das Bauhaus. Hier ist die Slideshow.

Dienstag, Juli 24, 2007

Fahle maja - Ein Architekturprojekt

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Fahle maja
Originally uploaded by kalevkevad
kalevkevad ist ein Norweger, der regelmaessig Tallinn besucht. Im Juli hat er das Fahle-Gebaeude dokumentiert. In einem Kommentar zu diesem Foto (Klick auf das Bild), hat er einen Link zur offiziellen Fahle-Seite des Bauprojekts gesetzt.

Daraus ein Auszug uber Fahle, den Unternehmer aus Deutschland, der Auftraggeber fuer das Gebaeude in der fruehen Unabhaengigkeitszeit Estlands war.
"Emil Fahle moved to Tallinn from Germany in 1895. As a son of an engine driver he had only 5 roubles in his pocket, but self-confidence and enterprise soon helped him to find a job in Osse and Co cellulose factory founded instead of Ülemiste paper factory. He started from an inferior position, but being efficient in various fields he was soon promoted. Seeing the shareholders in debts and the whole factory in economic difficulties Fahle presented the shareholders his action program. "
Triin Ojari ueber das "Brainstorming" vor der Umgestaltung des historischen Gebaeudes.

Donnerstag, Mai 24, 2007

Kommunikationsprobleme

Antonius hat aus seiner Sicht festgehalten, warum eine getrennte Informationsgesellschaft in Estland existiert. Je nach sprachlicher Ausrichtung.
...About the internet media in Russian I'd say it's also in really bad condition. Giustino just pointed out, that there exist russian versions of Postimees, Paevaleht, and Estonian television. I'm sorry, but it's impossible to compare those versions with the originals, actually i didn't use the russian website of Estonian television, but the ETV daily news report in russian is significantly different from the one in estonian. Es ist ja zum kotzen! The same about Postimees and P'evaleht, the amount of information differs drastically, there are almost only the news from BNS in the russian version.
....
Hier der ganze Post.

Freitag, Mai 18, 2007

Tallinn 1964 und heute

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Old Thomas Spire
Originally uploaded by Flasher T.
Tallinn bekommt eine neue Silhouette, noch 1964 galt ein einziger Turm am Horizont als Zeichen des Fortschritts.

Donnerstag, April 12, 2007

Sakala Ruinen und der Architekt Karp

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Sakala ruins
Originally uploaded by kalevkevad.
Im vorletzten Post ging es um "sowjetische" Architektur vor allem in Tallinn. und den Abriss des Sakala-Zentrums. Aber hinter den früheren Bauplänen verbirgt sich in Estland häufig der bekannte Architekt Karp, der jetzt einen Preis für sein Werk erhalten hat:
There’s nothing neutral about Raine Karp’s architecture. He is, at equal times, the most loved and loathed architect in Estonia. Ask any visitor or resident of Tallinn their opinion of his monolithic concrete and limestone buildings, and listen to the expletives or exaltations fly. Lately, though, the chorus of praise has begun to grow louder than the calls for the wrecking balls.
This week Karp – designer of the Linnahall, the National Library and the Central Post Office – was presented with a Kultuurikapital endowment, a yearly prize given to honor Estonia’s greatest culture-shapers.



Der ganze Artikel in der Baltic Times.
Neben sowjetischer Geschichtsschreibung, siehe Kontroverse um den Bronzenen Soldaten, gibt es offensichtlich weitere Auseinandersetzungen über die Deutungsweise der vergangenen Jahrzehnte. Nur, dass bei Architektur auch über Ästhetik gestritten werden darf.

Mittwoch, April 04, 2007

Tallinn im Umbruch - Sakala Center

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Sakala Center
Originally uploaded by Flasher T.
Wieviel Architektur der Sovietzeit wird überdauern? Die große Nationalbibliothek bestimmt. Anderes weicht der Modernisierung. Nicht weit vom Zentrum mit der Altstadt ist ein Hochhausviertel entstanden. Eher ungewöhnlich für Ostseegroßstädte. Die Frage ist auch, wieviel "soviet" steckt überhaupt in den Großgebäuden seit dem 2. Weltkrieg. Wer das Foto anklickt wird weitergeleitet. Als Kommentar ist ein Hochhaus aus Helsinki der nur 80km entferneten finnischen Hauptstadt abgebildet. Die Ähnlichkeit ist deutlich, wurde aber schon vor 1918 errichtet.
Das Sakala Center mit dem stehengelassenen Turm in den Plänen für den zukünftigen Neubau:
www.sakala.ee
Der Originalpost von Flasher_T.

Donnerstag, Februar 01, 2007

Old And New

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Old And New
Originally uploaded by Fighting Tiger.
"Fighting Tiger" war für zwei Tage Ende Januar in Estland. Der Beweis: Es ist Winter. Aber auch für die Nostalgie-Reisenden ein Hinweis. Die Silhouette von Tallinn hat sich geändert. Im Hintergrund das neue Hochhausviertel und davon nur ein Ausschnitt. Damit beschreitet Tallinn einen architektonischen Weg, den bislang Oslo, Stockholm, Kopenhagen und Helsinki nicht eingeschlagen haben. Und Riga auch nicht.