
Wer außerhalb Europas lebt, dem sind, nicht unwahrscheinlich, die vielen Länder auf den geografischen Karten im Schulunterricht ein Albtraum. Und dann verlangt der Lehrer auch noch die Hauptstädte zu nennen.
Jetzt ist das Kosovo an der Reihe. Und was viele schon vergessen oder nie richtig wahrgenommen haben, das Ende von Jugoslawien und der Sowjetunion hat hier einen frühen Vorläufer. Denn der Anfang vom Ende war genau das Gegenteil des Auseinderbrechens. Es war die Aufhebung des Autonomiestatuts des Kosovo 1989. Also ein Schritt zu mehr Zentralisierung. Es hat nichts geholfen. Nun ist das Gegenteil eingetreten. Egal ob man für oder gegen die Abspaltung ist. Ein Wort mag ich nicht mehr hören: Die Warnung vor dem "Präzedensfall".
Wie kann man nur die letzten zwanzig Jahre ignorieren. Der Präzedensfall ist fast der Regelfall geworden. Ich werde das Gefühl nicht los, dass nicht wenige in Westeuropa einfach ihre "Ruhe" haben wollen. Bitte keine neuen Ländernamen, keine neuen Hauptstädte.
Das amerikanische Magazin NEWSWEEK versuchte 1990 eine neue Europakarte für 2000 zu erstellen. Manches traf ein. Manches nicht. Tschechien und Slowakei sollten dann noch beisammen sein, sie waren es frühzeitig nicht mehr. Eine Aufspaltung der Ukraine in West und Ost hat es nicht gegeben. Und ein Großalbanien ist auch nicht entstanden.
Jetzt hat Estland als 13. Staat das Kosovo anerkannt, gefolgt von Italien und Dänemark.
Update: Ein Blog aus Belgrad beschreibt die letzten Tage, die Angriffe auf die Botschaften, die Kommentare sind zum Teil Augenzeugenberichte aus der Hauptstadt Serbiens. Es geht um Europa. Belgrad 2.0