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Freitag, April 08, 2011

Karten

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Nicht jeder in Europa wird Estland geografisch genau verorten können. Bei Amerikanern wären wir überrascht, wenn sie es auf Anhieb sagen könnten. In Fernost sind jedenfalls die baltischen Staaten nicht ganz unbekannt. Eine koreanische Schülerskizze Europas zum Erinnern der Ländernamen. Interessant, dass andere osteuropäische Länder dagegen vernachlässigt sind. Auch proportional.

Samstag, Januar 16, 2010

Paet überall

Um den Titel des letzten Posts aufzugreifen, auch der estnische Aussenminister Urmas Paet war nicht untätig. Er war in Südkorea. Estland ist EU- und NATO-Mitglied seit letztem Jahrzehnt. Damit sind die großen aussenpolitischen Ziele erreicht worden. Nun wendet sich die Politik den weltweiten Entwicklungen zu. Diesmal Südkorea. Und was berichtet Urmas Paet der Korea Times in einem Interview? Den Stand der Dinge in Estland, wenn es um Computer und Internet geht. Dabei lobt er die Südkoreaner sehr, die in der Nutzung von superschnellen Webverbindungen weltweit ganz vorne stehen. Aber leider habe ich kein Transkript der Unterredungen. Denn ein Punkt könnte bei einer konkreten Zusammenarbeit wichtig werden: Die Angriffe auf Internetseiten, seien es geschäftliche, private oder staatliche Seiten. Korea hat es letztes Jahr erlebt. Estland 2007. Estland hat dafür sogar einen NATO-Ableger speziell für dieses Thema bekommen. Und Korea ist zwar fortgeschritten in der Internetnutzung, aber gleichzeitig extrem verwundbar. Fast das ganze Land benutzt eine Technologie für Internetdienste, die das ActiveX-Protokoll benötigt. Und das benötigt ausschließlich Windows. Und dann am besten die alten Browserversionen des Microsoft-Internetexplorers. Alle Updates führen zu weiterer Verhedderung. Die Microsoft-Monokultur hat Folgen. Korea ist da einen eigenen Weg gegangen. Vielleicht eine Sackgasse. Und da wäre Zusammenarbeit wirklich hilfreich. Nur weiss ich nicht, ob darüber überhaupt geredet wurde. Aber gelobt wurde sich gegenseitig. Auch 'ne Basis.
Hier das Interview mit der Korea Times:
Estonia: Birthplace of Scype

Samstag, Oktober 18, 2008

Jaan Kross und Professor Li

Gestern habe ich Professor Sang Gum Li getroffen. Eigentlich ist er zuständig für die deutschsprachige Literatur an der Pusan National University in Südkorea. Weit im Norden von Busan an einem Berghang:
Estland in Korea II
Wahrscheinlich haben Germanistikstudenten dieses Fenster beschriftet:
Estland in Korea
Die Sturm und Drang Zeit und überhaupt deutsche Philosophie stehen bei Professor Li wie bei vielen Koreanern im Vordergrund. Deutschland kennt er schon lange. 1989 hat er vor Ort in der Bundesrepublik miterlebt.
Irgendwann bekam er Joschka Fischers Buch: "Mein langer Lauf zu mir selbst" in die Hände. Da war er auch schon ein Endvierziger. Und tatsächlich, innerhalb weniger Jahre lief er eine Marathonbestzeit unter 3 Stunden und 40 Minuten. 2004 in der Altersklasse über 50 absolvierte er den Berlin-Marathon in 3:43 Stunden. Und nicht nur das, naturverbunden, waren ihm Schuhe suspekt. Einen Lauf hat er barfuß bestanden. Triathlon ist seine andere Leidenschaft, aber das führe hier zu weit.
In dieser Zeit las er in Deutschland über die EU-Osterweiterung. Estland gehörte dazu. Und besonders ein Artikel über den wichtigsten Schriftsteller des Landes lies ihn nicht los. Er wollte mehr erfahren über Jaan Kross, der in seinen Romanen die Geschichte Estlands verarbeitet hat. Gleichzeitig erfuhr er von den deutschsprachigen Balten und ihrer Literatur, die nun schon selber zur Geschichte gehören. Zwei Estlandaufenthalte folgten. Und tatsächlich beherrscht Professor Li schon ein Alltagsestnisch. Ein Essay von Jaan Kross, den er noch persönlich kennen lernte, wurde von ihm ins Koreanische übersetzt, in diesem Band:
Estland in Korea III
Und überhaupt, er ist der einzige Experte für baltische Literatur in Korea. Der erste Schritt ist getan.

Update April 2009:
Ein ganzseitiger Artikel von Professor Li in der Pusan-Ilbo (Südkorea) über Estland.
Hier die Online-Version.

Dienstag, September 09, 2008

Estland und die koreanischen Verwandten

Darauf habe ich lange gewartet. Es ist ein altes Thema. Finnen und Esten sind verwandt. O.k., auch gibt es einen berüchtigten Artikel aus Finnland, wo es vor Jahrzehnten hieß: Wir sind keine Mongolen!
Aber in Asien denken einige etwas anders. In "Genes and 'Memes'" greift Shin Chul-ho heute in der Korea Times die Verbindungen auf.

Estonia stretching along the southern coast of the Gulf of Finland has reached a per capita income of $16,000 since its independence from the Soviet Union 17 years ago. Its people mostly belong to the Ural-Altaic division of the human race like Koreans, which means they share a lot of genes with us. However, I dare to say that their memes are much better than ours, considering their brilliant and very rapid economic achievement.


Grob übersetzt:
Estland erstreckt sich entlang der Südküste des Finnischen Meerbusens. Es hat ein Jahreseinkommen von 16 000 US Dollar erreicht und das seit der Unabhängigkeit von der Sowjetunion vor 17 Jahren. Die Menschen dort gehören zur Ural-Altaischen Abteilung der menschlichen Rassen wie die Koreaner. Das heißt, sie teilen eine Menge Gene mit uns. Jedoch, ich traue mir nicht zu behaupten, dass ihre Memes besser seien als unsere angesichts ihrer hervorragenden und schnellen wirtschaftlichen Errungenschaften.

Bitte nicht zu ernst nehmen.

Mittwoch, Dezember 20, 2006

Erinnerungskulturen V

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Estland möchte den Gebrauch von Sowjet- und Nazisymbolen in der Öffentlichkeit verbieten. Der russische Aussenminister Sergei Lavrov ist weiterhin aufgebracht über die Gleichbehandlung beider Symbole und versucht es mit alten Propagandatricks:
“We considerate it sacrilegious and dangerous to put an equality sign between liberators and occupants. At present, this is happening in Estonia,” he told a news conference on Wednesday.
He added that Russia “will continue work in contacts with Estonian leadership and in the international arena to avert a revival of fascism and its heroisation”.

Hat tip to Giustino
Diese Kontroverse war der Anlass für die Reihe Erinnerungskulturen. Warum andere Länder nicht die Befreiung durch die Sowjetunion am Ende des 2. Weltkrieges feiern können. Jetzt kommt die Perspektive der Koreaner hinzu und macht deutlich, dass Russland noch lange an seiner sowjetischen Geschichte arbeiten muss. Es geht um die Zwangsdeportationen von annährend 200 000 Koreanern in die kasachische Steppe. Nachkommen dieser Tragödie leben übrigens heutzutage in Tallinn als Betreiber der koreanischen Restaurants, in der Hauptstadt Estlands.
Es begann 1937, einige Historiker meinen sogar, der 2. Weltkrieg hätte schon damals begonnen. Nämlich mit der japanischen Besetzung Chinas. Korea war da schon längst einverleibt in das japanische Imperium. Viele Koreaner gingen nach Russland um gegen die Japaner kämpfen zu können. Aber Stalin sah das anders. Wer zu Japan gehörte, war potentieller Spion. Egal ob besetzt und unterdrückt. Sowjetische Logik. Daraus folgte:
All 180,000 Koreans were packed into crowded cattle cars to make the 3700 mile journey to Kazakhstan and Uzbekistan. This highly organized, month long deportation is vividly brought to life though the memories of first hand survivors. About 98,000 Koreans were brought into Kazakhstan and disbursed throughout the country to establish collective farms. In the first years, many Koreans were relocated to uninhabited lands without any housing. At a small village named Ushtobe, 34,000 Koreans were brought and thousands lived out in the open steppe, digging holes in the ground for shelter. Others were sent far away to live among nomadic Kazakh herders making their homes in yurts. Native Kazakhs welcomed these Koreans and often assisted them as they settled into their new lives in these remote lands.

Ein Zitat aus einem Film, der gerade in den USA veröffentlicht wurde."Koryo Saram - The unreliable Koreans", Die unzuverlässigen Koreaner. Sie wurden also genauso wie die anderen Ethnien nach Zentralasien in Güterwaggons verfrachtet und dort ausgesetzt. Zum großen Teil ohne Behausung, einfach so, irgendwo. Wer überlebte hatte Glück. Bis zu Gorbatschows Zeiten war es Tabu über diese Geschichte zu forschen und zu berichten. Hier der wissenschaftliche Überblick von einem Koreaner in Kasachstan. Bezeichnend ist, dass deutsche Webseiten häufig den Begriff "Umsiedlung" benutzen, anstelle von Deportation. Das macht deutlich an wen Lavrov seine Propagandaoffensive richtet. In Polen, Ungarn, Korea wird er kein Gehör finden aber in Deutschland.