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Oder doch wieder die alten Nachrichten. Mari El ist eine Republik innerhalb Russlands. Die Mari, oder Tscheremissen genannt, sind ein finno-ugrischer Zweig, sprachlich gehören sie zu den Wolgafinnen.
Da ihre Region weit abgelegen war, haben sich alte Traditionen gehalten. Die religiösen Vorstellungen vieler Mari beinhalten zum Teil noch altertümliche heidnische Elemente. Vielleicht so ähnlich wie die früheren Esten und Finnen vor der Christianisierung.
Es gibt Bestrebungen, die eigene Sprache zu retten, es fehlen Schulen. Und es gibt die üblichen Vorfälle:
...On 25 January of this year, Galina Kozlova, a member of the board of the Mari national organisation Mari Usem, and wife of Vladimir Kozlov, chair of the Mari council, was attacked and suffered severe head injuries. The attack follows a series of attacks on Mari activists and journalists in the Mari El republic, and no convictions or arrests have been made. The Mari are a Finno-Ugric minority in Russia, concentrated in the Mari El republic. They are pushing for full cultural and linguistic rights, such as access to secondary and higher education in their language.
Quelle: Europaparlament und www.mari.ee
Ein lesenswerter Beitrag zu diesen "Waldmenschen" stammt aus der schweizer WOZ von 2004. Und nicht nur russische Behörden spielen darin eine Rolle, sondern auch die Praktiken der Kirchen (auch finnische), die dieses Heidentumrelikt auslöschen wollen:
Doch nicht nur die russisch-orthodoxe Kirche kämpft um die Seelen der «kleinen Leute». Seit Ende der Sowjetunion sind unzählige Missionare, viele davon Angehörige protestantischer und fundamentalistisch-christlicher Gruppierungen, nach Russland geströmt. Besonders aktiv sind in Joschkar-Ola die LutheranerInnen. So fliessen etwa aus Finnland - die FinnInnen haben wegen der Verwandtschaft mit den Mari ein besonderes Interesse am kleinen Volk - nicht nur Hilfsgelder, sondern es kommen auch Missionare ins Land. Im Zug von Moskau nach Joschkar-Ola treffen wir eine Gruppe jugendlicher finnischer LutheranerInnen, die in Marij El ein Sommercamp organisiert. «Solch heidnische Rituale gab es in Finnland früher auch», erklärt mir eine der jungen Frauen. «Doch das ist heute Gott sei Dank vorbei.»...
Deutlicher wird Gennadij Schwarjow. Der frühere Berufsmilitär mit dem für einen Russen untypischen, penetranten Strahlen im Gesicht ist der Leiter der Kirche der Evangelischen Christen in Joschkar-Ola. Schwarjow wurde von US-amerikanischen Evangelikalen bekehrt. Auch die Kirche in Joschkar-Ola wurde 1993 von Missionaren aus den USA gegründet. «Die Zaubereien und der Aberglauben der Mari sind Netze, die der Satan auslegt, um die Menschen darin zu fangen», sagt Schwarjow